Clevere Täuschung

04. Mai 2012 17:50; Akt: 10.05.2012 14:30 Print

Ein schwebender Mönch kommt selten allein

Der Mann, der in Zürich scheinbar in der Luft sass, bediente sich eines einfachen Tricks. Leser-Fotos zeigen: Die Schwebemasche ist weit verbreitet. Doch die Täuschung funktioniert nur zu zweit.

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Ein scheinbar schwebender Mönch verblüffte am Donnerstagnachmittag Zürichs Passanten. Staunende Augen dank eines einfachen Tricks: Die Kutte des Mönchs verhüllte eine Metallvorrichtung. Strassenkunst oder billige Masche? «Bei Strassentricks geht es darum, wie der Magier den Trick inszeniert und präsentiert. Das ist die Kunst», sagt Achim Klostermann, Präsident des Clubs Zürcher Magier. Hinter solchen optischen Täuschungen verstecken sich gemäss dem Klostermann praktisch immer Hilfsmittel. «Faszinierend ist es trotzdem, weil es zauberhaft ist. Eine Illusion halt», so der Magie-Experte. Klostermann zaubert, seit er zehn Jahre alt ist, und kennt die Magier-Szene in der Schweiz gut. Ein ungeschriebenes Gesetz steht über allem: «Ein Trick darf niemals verraten werden. Das ist in der Zauberei verpönt.»

Stadt Zürich toleriert Schwebekünstler

Bei der Stadt Zürich begrüsst man Künstler wie den Mönch. «Artistische und musikalische Darbietungen sind in den dafür vorgesehenen Zonen erlaubt und sorgen für eine belebte Stadt», sagt René Ruf, Sprecher der Stadtpolizei Zürich. «Das heisst aber nicht, dass man mit jedem einfachen Kartentrick in der Stadt Geld verdienen kann.» Eine Bewilligung brauchte der Mönch nicht. Ruf geht davon aus, dass der Schwebekünstler niemanden störte. Sonst hätte er seinen Standort verschieben müssen.

Doch der Magier arbeitete offenbar nicht allein. Dies berichtet der Leser Damian J., der in Wien einen indischen Schwebekünstler mit demselben Trick sah. Nach einiger Zeit bemerkte J., «dass ein Mann mit einem Rucksack die ganze Zeit in unmittelbarer Nähe des Inders herumlief.» Offensichtlich habe er dafür gesorgt, dass nichts gestohlen und der Künstler nicht belästigt werde. «Ich kann mir vorstellen, dass dieses Team vor dem Schwebetrick ein Zelt und darunter den sogenannten Schwebestuhl aufstellt», vermutet J.

Wo war der Helfer des Mönchs?

Auch Benjamin T. entlarvte einen Strassenkünstler. In Krakau konnte er den Schwebetrick beobachten und fotografieren. «Da kam immer ein Kollege und hat ein Tuch in Zylinderform über den Zauberer gehalten, damit dieser sich aus der Konstruktion befreien konnte», erklärt T. Von aussen habe man nicht gesehen, wie der Trick funktioniert. T. jedoch sah das ganze Schauspiel von oben.

Nicht um ein Geheimnis bemüht war ein Magier in Salzburg. Leserin Lea P. konnte ihn dort beim Aufbau der Schwebevorrichtung beobachten. Er hatte sie in einem Leiterwagen auf einen Platz transportiert und vor den Augen der Passanten aufgestellt. Die Hilfe eines zweiten Mannes habe dieser Zauberer nicht benötigt.

Ob auch der Mönch von Zürich mit einem Helfer arbeitete, ist noch unklar. Steven P. vermutet in einem Leserkommentar, dass der Mann mit der blauen Adidas-Jacke, der im Video zu sehen ist, dem schwebenden Künstler assistiert.

Der Mönch am Zürcher Uto-Quai und sein mutmasslicher Helfer:

(dwi)

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