«Schwerterträger»

23. Oktober 2017 18:06; Akt: 23.10.2017 20:49 Print

Coop verkauft Heft, das Nazis als Helden darstellt

Im Coop Letzipark ist das Magazin «Schwerterträger» aufgetaucht. Der Detailhändler kann sich das nicht erklären und hat es sofort entfernt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Historiker Dominik Gross schmökerte am Montag im Zeitschriften-Regal des Coops Letzipark. Da fiel ihm ein Heft mit dem Titel «Schwerterträger» auf – auf der Titelseite ist ein Waffen-SS-Mann abgebildet. Die Berichterstattung über ihn sei absolut positiv, so Gross: «Es verbreitet nationalsozialistisches Gedankengut, weil es diesen Mann und seine Kriegsverbrechen verherrlicht.»

Wie komme Coop nur dazu, ein solches Nazi-Magazin zu verkaufen? Er habe die zwei Ausgaben des Magazins, das mehr als 13 Franken koste, hinter dem Hundefutter versteckt: «Das Coop so etwas verkauft, ist schockierend.» Anderseits überrasche es ihn auch nicht: «Solche Propaganda wird heute noch viel offensichtlicher gestreut. Wenn ich nur an das Neonazi-Konzert im Toggenburg denke.»


Coop-Sprecher Urs Meier sagt dazu: «Dieses Magazin gehört sicher nicht in unser Sortiment!» Man habe die Verkaufsstellen bereits angewiesen, es umgehend zu entfernen.

«Die Magazine unserer Kioske werden von einem externen Partner beliefert und bestückt.» Man kläre gegenwärtig energisch ab, wie und wo dieses Heft in den Regalen gelandet sei, und sei deswegen bereits in sehr konsequentem Kontakt mit dem Lieferanten.

Inhalt des Magazins ist unappetitlich

Dass Coop so schnell handelt, begrüsst Extremismus-Experte Samuel Althof: «Der Inhalt dieses Magazins ist absolut unappetitlich.» Als Nazi-Magazin würde er den «Schwerterträger» im Gegensatz zu Gross aber nicht bezeichnen: «Vielmehr ist es ein Heft, das die Geschichte der deutschen Wehrmacht glorifiziert und Nazis als Helden darstellt.»

Dabei sei es völlig unkritisch und zeige die schlimmen Kriegsverbrechen nicht auf: «Ähnliche Magazine wie der ‹Landser› werden auch an anderen grösseren Kiosken in der Schweiz verkauft. Das finde ich sehr stossend.»

(20 Minuten)