Zürich

07. August 2014 08:36; Akt: 07.08.2014 21:19 Print

Räumung des Labitzke-Areals ist beendet

Das besetzte Zürcher Labitzke-Areal ist geräumt. Mehrere Bagger haben damit begonnen, allen Schutt in grosse Mulden zu laden. Die Polizei nahm 13 Aktivisten fest.

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Das Labitzke-Areal in Zürich-Altstetten wurde am 7. August 2014 geräumt. Auch die Feuerwehr war vor Ort. Die Beamten versuchten sich durch ein Nebengebäude einen Zugang zum Areal freizuschweissen ... ... einige Polizisten nahmen den Weg durch die Büsche. Andere kamen übers Dach und verhafteten dort erste Besetzer. Auch er sass hier wohl nicht mehr allzu lange. Die letzten Besetzer hatten sich auf einem Turm verschanzt. Mit Sprechgesängen und Barrikaden versuchten die Besetzer die Räumung zu verhindern. Die Polizei forderte jene auf dem Turm auf, herunterzukommen. Vorerst ohne Erfolg. Zwischendurch gaben die Besetzer Rauchzeichen vom Turm. Einer der Besetzer wurde von einem 12 Meter hohen Holzturm geholt und abgeführt. Ein weiterer Aktivist wurde abgeführt. Auch für diesen Herrn war das Abenteuer vorerst beendet. Hier liessen sich drei Polizisten mit einer Drehleiter in die Höhe fahren, um die Besetzer auf dem Turm zu beobachten. Nun näherten sich die Polizisten dem Turm (links) auch über das Dach des Nebengebäudes. Um kurz nach 11.30 Uhr holte die Polizei einen Besetzer nach dem anderen vom Turm herunter. Auch für sie hatte nun das letzte Stündchen auf dem Areal geschlagen. Hier wurden die letzten Besetzer des Turms von der Polizei abtransportiert. Nun wurden grosse Fahrzeuge in Position gebracht, um das Gebäude zu räumen. Die Journalisten mussten sich mittlerweile hinter den Wasserwerfer begeben. Sympathisanten der Besetzer reagierten mit einer unbewilligten Demo auf der Hohlstrasse - sechs Personen wurden deswegen festgenommen. Die Polizei ist auf das Labitzke-Areal vorgedrungen. Eine erste Person wurde von der Polizei abgeführt. Auch die Feuerwehr und die Sanität waren vor Ort. Die ehemalige Farbfabrik war seit Jahren besetzt. Die letzten verbleibenden Mieter hätten im März 2014 das Gebäude verlassen müssen - gegangen sind sie schliesslich am 4. August. Das Labitzke-Areal am Tag der Räumung. Mit einem Grossaufgebot rückte die Zürcher Polizei in Altstetten an, um das Labitzke-Areal zu räumen. Die Polizei formierte sich auf der Hohlstrasse. Die Hohlstrasse war für jeglichen Verkehr gesperrt. Das Areal wurde grossräumig abgesperrt. Am Dienstag hatte ein besonders hartnäckiger Demonstrant seine Arme für Stunden in zwei mit Beton gefüllte Container gesteckt. Bereits letzten Winter begannen die Abrissarbeiten auf dem Labitzke-Areal. Dies störte die Besetzer und führte zu Demonstrationen. Das Labitzke-Areal war vom Autonomen Beauty Salon besetzt. Auf dem Areal der ehemaligen Farbenfabrik Labitzke sollen acht Hochhäuser mit 245 Wohnungen gebaut werden. 750 bis 800 Menschen werden einst auf dem Gelände leben und arbeiten. Die Besetzer störten im Juni 2013 die Medienkonferenz, an der das Bauprojekt präsentiert wurde. Mobimo betreibe hier Abriss auf Vorrat, kritisieren die Besetzer: «Es geht doch nur darum, dass wir möglichst schnell ausziehen.»

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Die Polizei ist am Donnerstagmorgen mit einem Grossaufgebot vor dem Labitzke-Areal aufgefahren. Die Beamten sollten dafür sorgen, dass die Bewohner die Häuser noch heute verlassen. Laut der Reporterin vor Ort hat die Polizei das Areal gestürmt und führt erste Personen ab. «Von den Gebäuden hört man Sprechgesänge der Besetzer», sagte sie.

Auf der Strasse standen mehrere Wasserwerfer und Kastenwagen. Die Verkehrsbetriebe Zürich meldeten eine Sperrung des dortigen Abschnitts der Hohlstrasse mit der Begründung «Polizeieinsatz».

Die Beamten haben begonnen, sich durch ein Nebengebäude einen Zugang aufzuschweissen. Um zirka 10 Uhr markierten Aktivisten mit einer Plakataktion auf der Hohlstrasse ein letztes Aufbäumen gegen die Räumung. Sechs Sympathisanten wurden wegen dieser unbewilligten Demo verhaftet. Gleichzeitig setzte die Polizei den Besetzern ein letztes Ultimatum von fünf Minuten, danach werde geräumt. Einzelne Besetzer wurden in der Zwischenzeit verhaftet und abgeführt.

Räumung verläuft laut Polizei problemlos

Um 10.40 Uhr harrten die letzten Besetzer noch auf dem Turm aus. Die Polizei versuchte sie mit einer Drehleiter herunterzuholen. Die Vermummten antworteten darauf mit Rauchpetarden. Ab zirka 11.30 Uhr holten Polizei und Feuerwehr einen Besetzer nach dem anderen vom Turm und brachten sie über die Drehleiter nach unten. Um 12 Uhr war nur noch ein Besetzer oben.

Um die Mittagszeit fuhren mehrere Traktoren und Bagger auf. Sie begannen damit, den Schutt abzutragen. Um 14.24 Uhr verschickte die Stadtpolizei Zürich ein Communiqué mit dem Titel «Labitzke-Areal» geräumt. Gemäss diesem verlief die Räumung problemlos und friedlich. Bei der Räumung nahm die Polizei 13 Aktivisten fest. Unmittelbar nach dem Abtransport des Schutts und Abfalls begannen die Abbrucharbeiten auf dem Gelände. Seit 14.06 Uhr fahren auch die 31er-Busse wieder.

Mit den Abbrucharbeiten soll verhindert werden, dass die Besetzer zurückkommen. Laut einem Insider haben bereits viele von ihnen im besetzten Kochareal einen Unterschlupf gefunden, das sich ebenfalls in Zürich-Altstetten befindet.

Strassenblockade am Dienstag

Am Dienstagmorgen hatten die Aktivisten mit einer Strassenblockade in der Hohlstrasse für Aufregung gesorgt. Ein junger Mann harrte viele Stunden in seinem selbstgebastelten Verlies aus, er hatte seine Arme in zwei Betonblocks gesteckt. Die Blockade sorgte für ein Verkehrschaos.

Mobimo will auf Areal acht Gebäude bauen

Das Areal der ehemaligen Farbenfabrik Labitzke wird seit Jahren besetzt. Die letzten noch verbleibenden Mieter hatten im vergangenen Mai eine Mieterstreckung bis August akzeptiert, nachdem sie mit ihrer Berufung gegen ihre Ausweisung vor dem Zürcher Obergericht abgeblitzt waren. Das befristete Mietverhältnis hätte eigentlich Ende 2013 geendet, später wurde es nochmals bis März verlängert.

Auf dem Areal plant die Mobimo acht Gebäude mit rund 245 Wohnungen, Gewerbe und Gastronomie. Das entsprechende Baugesuch hat das Unternehmen Anfang Juni eingereicht. Wegen der Altlastensanierung wurden erste Gebäude bereits Anfang Jahr abgerissen.

(sda/ale/som/rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Luginbühl am 07.08.2014 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Es zeigt sich

    eimal mehr, dass Toleranz mit intoleranten nichts als Selbstzerstörung bedeutet. Man darf mit diesen Linksextremisten nicht so sanft umgehen. Man stelle sich mal vor es wären Rechtsextreme welche sich so aufführen würden. Alle würden zu Recht nach Härte schreien. Daher bin ich dafür dass auch hier eine Gleichberechtigung her muss. Leider scheinen die Medien auf dem linken Auge blind zu sein.

  • Roko am 07.08.2014 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasches Gesetz

    Lächerlich! Stürmt das Gebäude und fertig!

  • anwohner am 07.08.2014 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    danke

    endlich kommt der schandfleck weg.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schnabias1 am 08.08.2014 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag

    Wenn die sogenannten Politiker der AL so sehr enttäuscht sind über die Räumung ... warum nimmt dann nicht jeder wenigstens einen der krativen Besetzer zu sich nach Hause? Oder gibt es zu wenige AL-Mitglieder ...?

  • DinChef am 07.08.2014 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    2-mal falsch

    Die AL vergessen zwei Dinge: Erstens IST Mobimo der Herr im Haus und zweitens braucht man sich nicht zu unterhalten mit Menschen, die sich im eigenen Haus einnisten. Man kann nicht "Neues und Kreatives" auf fremdem Eigentum entwickeln, wenn derjenige, dems gehört, nicht damit einverstanden ist.

  • Hai max am 07.08.2014 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Seniles Besetzervolk

    Im Prinzip sollte man die ganzen Räumungskosten den Besetzern aufwälzen. Können sie dies nicht Bezahlen, müsste es abgearbeitet werden!

  • Vorwärts am 07.08.2014 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht endlich was und spart unser Geld! 

    Sofort abreissen, sonst hört es nie auf!

  • Hugo am 07.08.2014 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    was hier wieder für ein Theater gemacht wird. jedem Bauer der "ilegal" einen Schopf austellt, wird dieser innerhalb von Minuten eingerisen! das ganze Areal abreisen und fertig.