Schnee bis ins Flachland

29. November 2012 14:21; Akt: 29.11.2012 16:41 Print

Autofahrer schuld an verspäteten Zügen

Im ganzen S-Bahnnetz rund um Zürich kam es am Donnerstagmorgen zu Verspätungen. Schuld war nicht etwa der Schnee, sondern die Angst der Autofahrer vor ihm.

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Aufgrund des Schneefalls kam es am Donnerstag auf den Schweizer Strassen zu zahlreichen Unfällen. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden geriet ein 34-jähriger Autofahrer in einer Rechtskurve von St. Gallen in Richtung Rehetobel auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem entgegenkommenden Auto. Verletzt wurde niemand. In Heiden AR verlor eine 31-Jährige die Kontrolle über ihr Fahrzeug und rutschte ins Bachtobel. Auch sie blieb unverletzt. Auch auf dem Schienennetz des öffentlichen Nahverkehrs sorgte der Schneefall für zahlreiche Verspätungen. In Uesslingen im Kanton Thurgau verlor einen 27-jährige Autolenkerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug. das Auto prallte frontal gegen einen Baum. Die Lenkerin zog sich unbestimmte Verletzungen zu und wurde mit dem Rettungsdienst ins Spital gebracht. Im Kanton Zug kam ein Autolenker am Kreisel Shilbrugg aufgrund mangelndem Reifenprofil von der Strasse ab und verunfallte. Nicht die Reifen sondern unangepasste Geschwindigkeit war die Ursache für diesen Unfall am Talacker in Baar. Bei beiden Unfällen im Kanton Zug blieb es bei Blechschäden. Zwischen 8.00 und 9.00 Uhr morgens ereignete sich eine Kollision auf der Strecke Schwyz Pfäffikon auf der Höhe erste Altmatt. Ein Fahrzeuglenker verlor die Kontrolle und stiess mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Beide Fahrzeuge landeten im Strassengraben. Verletzt wurde niemand, es entstand nur Blech schaden. Kurz nach 6.15 Uhr kam es auf der Hauptstrasse in Unterwiggen im Kanton Luzern zu einer seitlich frontalen Kollision zwischen zwei Personenwagen. Ein Beifahrer wurde dabei leicht verletzt und musste mit dem Rettungsdienst ins Spital Langnau gefahren werden. In Beromünster im Kanton Luzern für kurz vor sieben Uhr stiessen ein Auto und ein Linienbus aus noch ungeklärten Umständen zusammen. Der Bus rutschte daraufhin in den Graben. Verletzt wurde niemand. Die Buspassagiere konnten die Fahrt mit einem Ersatzbus fortsetzen. Bei einem frontalen Zusammenprall wurde in Sattel, im Kanton Schwyz, eine 44-jährige Autolenkerin mittelschwer verletzt. Nicht nur auf den Strassen bereitete der Schnee Probleme, sondern er sorgte auch für Stromausfälle. Doch die Leserreporter wissen sich zu helfen. In Küssnacht am Rigi hiess es deshalb am Morgen: Romatisches Duschen bei Kerzenlicht.

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Temperaturen um null Grad und ein bis zwei Zentimeter Schnee: Der Schneesturm und das grosse Chaos blieben am Donnerstagmorgen im Flachland aus. Der erste Schnee im November hat im Zugnetz rund um Zürich dennoch zu Verspätungen von zehn Minuten und mehr geführt.

Dies liegt nicht etwa am Schnee, den man von den Schienen räumen musste oder an Weichen, die nicht mehr funktionierten, sondern ganz einfach am Faktor Mensch. Denn der erste Schnee führe dazu, dass spürbar mehr Passagiere von Auto, Velo oder Töff auf die Bahn umsteigen. «Da wir in der Region Zürich auf vielen Linien bereits an der Kapazitätsgrenze fahren, kann diese Mehrbelastung zu Verspätungen führen», sagt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi.

Zug um Zug mehr Verspätung

Über den Daumen gepeilt seien an solchen Schneetagen rund 10 Prozent mehr Passagiere unterwegs. Die knapp bemessene Haltezeit pro Haltestelle verlängere sich dadurch um 10 bis 20 Sekunden. «Tröpfchenweise addiert sich dies dann zu Verspätungen von mehreren Minuten auf», so Pallecchi. Aufgrund des eng gestaffelten Morgen-Fahrplans komme es zu einem Domino-Effekt im ganzen Netz.

Besserung verspricht sich die SBB durch die Eröffnung der Durchmesserlinie zwischen dem Zürcher Hauptbahnhof und dem Bahnhof Oerlikon im Jahr 2015.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas Eichenberger am 29.11.2012 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder

    Das ist jedes Jahr so mit dem ersten Schnee. Viele die das ganze Jahr den öV meiden lassen mit dem ersten Schnee das Auto stehen. Und wegen dieser Mehrbelastung erleben sie Verspätungen und sehen ihre Vorurteile über den öV bestätigt, weshalb sie weiterhin Auto fahren...

  • Reseph am 29.11.2012 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gejammer

    Ein bisschen vorausdenken, Reserven einplanen und früher losfahren, dann ist man immer pünktlich. Der Schnee kam ja nicht überraschend....sonst haben wir ja keine Probleme.

    einklappen einklappen
  • Claudia Müller am 29.11.2012 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Faktor Mensch zum 2.

    Besserung würde auch dadurch entstehen, wenn die Leute beim Ein- und Aussteigen nicht so wahnsinnig langsam gehen würden, sondern im Interesse aller aufschliessen und die Türen freigeben würden... Ausser für Leute mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit sollte das nicht so schwierig sein...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Enton3 am 02.12.2012 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Leuthard'sche Ideensammlung

    Wie sieht es erst aus wenn der BR alle privaten Autofahrer von der Strasse haben will? Dann brauchen wir dazu sicher keinen Schnee.

  • Thomas Knüsel am 02.12.2012 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    alle reden von der Verlagerung

    Strasse auf die Schiene. Sobald aber ein paar wenige umsteigen kollabiert das System. Wie soll da bitte schön eine vernünftige Verlagerungspolitik umgesetzt werden? Mega peinlich ist das Ganze noch, wenn der Mediensprecher der SBB dies auch noch hochoffiziell bestätigt. Liebe SBB, nehmt mal klar Stellung zur Verlagerungspolitik und zeigt mal auf wie ihr das organisieren wollt. Ist die SBB überhaupt fähig und in der Lage Mehrkapazitäten abzuwickeln? Gem. Daniele Pallecchi gar nicht!!!

  • Alex Ramseyer am 01.12.2012 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zugraser

    Weshalb diese milde Stigmatisierung? Das sind keine Autofahrer, das sind Raser. Jedenfalls sicher keine Menschen wie Du und ich. Und kaum hat's ein wenig Schnee rasen sie zum Bahnhof. Dort richten sie weiteres Unheil an. Auf der anderen Seite könnte man auch festhalten, dass die Autofahrer für die Milliarden CHF welche sie der SBB jedes Jahr in den Hintern schoppen (müssen) eigentlich ein grosses Anrecht auf billetfreie Fahrten haben. Die guten Menschen auch, denn die SBB kann ja bei ein wenig Mehraufkommen ihren Auftrag für alle nicht mehr erfüllen.

  • Ewald am 30.11.2012 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsc

    Vielleicht waren es ja auch die velofahrer

  • mr. smith am 30.11.2012 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja...

    Und genau dieselben Autofahrer beschweren sich dann darüber, dass sie die ÖV mitfinanzieren müssen.