Bei Zürcher Schrebergarten

26. Februar 2014 12:56; Akt: 26.02.2014 15:33 Print

Tierspital untersucht den verbrannten Igel

von Roman Hodel - Ein Schrebergärtler löschte auf einem Spazierweg in Zürich eine brennende Schachtel – und fand darin einen teils verkohlten Igel. Woran dieser starb, klärt nun das Tierspital ab.

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Als Peter Specker am Dienstag gegen 14.30 Uhr am Friesenberg in Zürich-Wiedikon sein Auto parkieren wollte, bemerkte er am Panoramaweg eine brennende Kartonschachtel. Vom nahen Brunnen holte er Wasser, um den Brand zu löschen. Beim näheren Hinsehen dann der Schock: «Darin lag ein halb verkohlter Igel – wie krank muss man sein, um so ein Tier zu entsorgen?», sagt Specker.

Am Panoramaweg waren zu diesem Zeitpunkt viele Spaziergänger unterwegs. «Viele blieben stehen und schüttelten entsetzt den Kopf.» Er habe dann die Stadtpolizei gerufen – diese nahm den toten Igel mitsamt der Kartonschachtel mit. Specker war eigentlich auf dem Weg zu seinem Schrebergarten. «Den haben wir seit 1981, aber so etwas habe ich hier oben noch nie gesehen.»

«Tierquälerei höchsten Grades»

In der Schachtel hätten sich diverse Zeitungen befunden. «Es sah irgendwie wie ein Nest aus» mutmasst Specker. Vielleicht habe ja dann eine andere Person eine Zigarette weggeworfen und die Schachtel damit versehentlich in Brand gesteckt. «Jetzt hoffe ich, dass man anhand der Schachtel herausfindet, wer das war – das ist Tierquälerei höchsten Grades.»

Laut Stadtpolizei-Sprecher Marco Bisa wird ein Rapport wegen Verdachts auf Tierquälerei erstellt: «Es gibt jedoch viele offene Fragen.» So sei unklar, wie die Schachtel in Brand geraten sei. Wenn sie vorsätzlich angezündet wurde, sei ebenso offen, ob die verantwortliche Person wusste, ob sich darin ein Igel befindet oder nicht. «Zudem wissen wir nicht, ob der Igel beim Legen des Feuers noch gelebt hat oder nicht.» Aus diesem Grund untersuche das Tierspital nun, woran der Igel gestorben ist.

Igel zum Fussball spielen

Bestürzt über den Vorfall ist man auch beim Verein Pro Igel: «Mein erster Gedanke war, dass jemand den Igel in der Schachtel überwintern wollte, dann feststellte, dass dieser nicht mehr lebt und ihn so entsorgen wollte», sagt Geschäftsleiter Bernhard Bader. Seltsam sei allerdings, dass dies jemand am helllichten Tag mache. «Glücklicherweise sind Igel insgesamt selten Opfer von Tierquälerei.» Pro Igel erhalte durchschnittlich eine Meldung pro Jahr. «Meist sind es Jugendliche, die das Tier etwa zum Fussball spielen missbrauchen.»

Die Polizei sucht Zeugen, die am Dienstag zwischen 14 und 14.30 Uhr im Bereich Friesenbergstrasse/Panoramaweg verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ch am 26.02.2014 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Garten

    Wir haben auch einen Garten vor dem Haus und freuen uns immer wieder wenn 4-5 Igel umher rennen wenn es eindunkelt. Wie kann man nur so krank sein und so etwas machen?

  • Unheilige am 26.02.2014 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armselige Welt 

    Einfach nur krank. Habe mal ein Video gesehen, da wurde eine lebendige junge Katze angezündet. Dieses perverse Lachen dieser Jungs , wie tief muss man da sinken. Ich habe meine Meinung gebildet. Muss ich hier nicht näher erläutern.

  • U.J. am 26.02.2014 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wegsperrren für immer

    Diesen feigen Kerl sollte man für immer wegsperren. Wie kann ein Mensch mit einem gesunden Hirn so etwas tun? Menschen sind einfach nur krank und es wird immer schlimmer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sabrina am 26.02.2014 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Und wenn er schon tot war?

    Bei uns im Dorf wurde mal eine verbrannte Katze gefunden. Zuerst ging man von Tierquälerei aus, dann stellte sich heraus dass drei Kinder die tote Katze gefunden hatten und sie "kremieren" wollten. Vielleicht ist dies hier auch der Fall? Zuerst die Fakten abklären und dann ausrufen, es könnte durchaus sein dass der arme Igel bereits schon tot war. . Falls nicht wäre es natürlich eine unfassbare Tat.

  • Marianne am 26.02.2014 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Saddist

    Das ist eindeutig ein Saddist. Wie kann man einem Tier so etwas antun? Wieso meint der Mensch immer er sei das wichtigste Lebewesen auf dem Planet? Lernt wieder die Natur und die Tiere zu schätzen! Und jeder der die vorherigen Kommentare disliked, die sich auch darüber empören, sind in meinen Augen genau die gleichen Bestien, wie der, der das gemacht hast.

  • Hans am 26.02.2014 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafen sind ein Witz

    Selbst wenn so jemand erwischt wird, die Strafen sind bestenfalls lächerlich. Aber wenn ich innerorts geblitzt werde, mit ein paar km/h zuviel, stehe ich schon mit einem Bein im Knast. Das nennt man eben Gerechtigkeit....

  • Higghens am 26.02.2014 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gnade demjenigen

    Würde ich so einen erwischen wüsste ich nicht was ich mit demjenigen machen würde. Gnade Gott das ich so einen nie erwische

  • U.J. am 26.02.2014 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wegsperrren für immer

    Diesen feigen Kerl sollte man für immer wegsperren. Wie kann ein Mensch mit einem gesunden Hirn so etwas tun? Menschen sind einfach nur krank und es wird immer schlimmer.