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30. Juli 2012 22:10; Akt: 30.07.2012 22:46 Print
Clubs mit Vereinscharakter
von Maja Sommerhalder - Neue Clubs, die wie Vereine funktionieren, oder illegale Beizen in Villen: In Zürich boomt das alternative Nachtleben.

Vereinspräsident Thomas Nussbaumer in seinem Vereinslokal Schneiderei im Kreis 4. (Bild: som)
Der Raum ist eingerichtet wie ein Wohnzimmer aus den 70ern.
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«Es geht nicht ums Saufen»
Herr Flach*, fühlen sich die etablierten Clubs durch alternative Angebote wie die Schneiderei konkurrenziert?
Nein, das ist keine Bedrohung. Clubs wie die Zukunft oder das Hive bieten ein kulturelles Programm mit Top-Acts aus aller Welt.
Allerdings lässt der Clubgänger dort auch viel Geld liegen.
Clubs verlangen nicht so teure Eintritts- und Getränkepreise, um sich zu bereichern. Die Kosten für die Acts, die Miete, das Personal und die Sicherheit müssen nun mal gedeckt werden. In Clubs kann man Kultur erleben, es geht nicht ums Saufen.
In Vereinslokalen oder an illegalen Partys schon?
Diesen Eindruck habe ich, wenn das Bier nur 4 Franken kostet. Kultur hat nun mal ihren Preis. Wer nur trinken will, kann seine Freunde ebenso gut nach Hause einladen, dort ist der Alkohol erst noch günstiger.
*Alex Flach ist Medienverantwortlicher diverser Zürcher Clubs wie etwa dem Hive oder Stairs.
Junge Leute sitzen auf Brocki-Sofas und plaudern, manche rauchen. Für das Bier zahlt man 4, für einen Longdrink nur 9 Franken. Möglich ist das, weil die Schneiderei oberhalb eines Geschäfts im Kreis 4 kein kommerzieller Club, sondern ein Verein ist. Einlass erhält nur, wer Mitglied ist: «Wir hatten die Nase voll von teuren Zürcher Clubs und wollten unseren Kollegen eine Alternative anbieten», so Vereinspräsident Thomas Nussbaumer. Der Barbetrieb ist nur ein Teil des Vereinslebens. In der Schneiderei finden auch Sprachkurse oder Filmabende statt. Nussbaumer, der selbst Österreicher ist, will so Ausländer in der Schweiz besser integrieren und mit Zürchern zusammenbringen.
Dies beabsichtigt auch ein Zürcher, der seit kurzem in einer Villa ein illegales Restaurant betreibt: «Wir sind kein hippes Szenelokal, sondern bieten gutes Essen in einer ungezwungenen Atmosphäre, so etwas fehlt in Zürich.» Zudem sei es schwierig, Bewilligungen zu erhalten für die Umnutzung von Lokalen zu Gastrozwecken. Keine Lust auf zu viel Behördenkontrolle hat auch ein anderer Zürcher, der illegale Openair-Partys organisiert – vor allem aus musikalischen Gründen: «Elektronische Musik klingt im Freien einfach besser.»
Ursula Näf, Co-Präsidentin der Zürcher Juso, die selbst schon wegen der hohen Preise den Clubs den Kampf angesagt hat, begrüsst diese Alternativen: «Die Stadt sollte Strukturen schaffen, damit Kreative ihre Ideen umsetzen können.»
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Alle 4 Kommentare

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Alternative?
Wer sein Angebot als Verein anbietet kann natürlich bessere Preise bieten. Fraglich finde ich jedoch wer am Schluss wirklich mehr verdient. Die Clubs welche sämtliche Richtlinien einhalten müssen (von Suisa Abgaben, Security, Lüftungen etc.) oder die Vereine welche ihre Rechtsform so wählen damit sie vom Gesetz in vielen Bereichen verschont bleiben. Ich finde die Diskusion über die Überteuerung der Clubs langsam langweilig, solange die Vorschriften weiter zunehmen ist der Betreiber automatisch gezwungen die Preise anzupassen - nur wird das in den Medien nie thematisiert.
Gabs schon vor über 40 Jahren!
Das ist doch nichts neues! In den 60er Jahren gab es in Zürich sehr viele Privat Clubs, ganz einfach, weil es sonst nicht viel gab. Da hatte man dann einen Spind wo man seinen Alkohol lagern durfte. Ich finde es grundsätzlich ein gutes Konzept das hier wieder auflebt. Der Nachteil kann dann jedoch schnell sein, dass man eine geschlossene Gesellschaft wird wo "Fremde" nicht einfach so eintreten dürfen. Clubbing besteht ja auch aus dem spontanen Besuch versch. Lokalitäten. Aber es ist immer spannend wenn solche "alte Zöpfe" als neuer Trend zurück kommen =)
ihr versteht es nicht
Ich will mal wieder in den Ausgang, ohne dass "gewisse Typen" meine Freundin belästigen, ohne Schlägereien, ohne Gewalt. Die Preise - seien wir ehrlich - sind Nebensache. Ich würde 2-300 CHF für einen Ausgang ohne Aggressionen hinblättern.
Na ja
Ich habe das jedes Wochenende, ohne die genannten Vorurteile und ohne 300.- ausgeben zu müssen. Und meine Freundinn ist auch hübsch ;o) Sie gehen evtl. an die falschen Partys?