Nina Fehr Düsel

26. Juli 2017 05:49; Akt: 26.07.2017 05:49 Print

Bettel-Mails im Namen von SVP-Politikerin verschickt

Freunde und Bekannte der Zürcher SVP-Kantonsrätin Nina Fehr Düsel haben von ihr ein ominöses E-Mail erhalten. Dahinter stecken Cyber-Betrüger.

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«Hallo, hoffe es geht dir bestens! Bist grad online? Habe eine sehr grosse Bitte. Hast vielleicht nen online banking-Account? Herzlichen Dank und beste Grüsse Nina Fehr Düsel.» Ein E-Mail mit diesem nicht gerade fehlerfreien Inhalt haben Freunde und Bekannte der Zürcher SVP-Kantonsrätin in den letzten Tagen erhalten. Als Absender steht unter anderem ninafehr.duesel@gmail.com geschrieben.

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Wer auf dieses Mail antwortet, erhält anschliessend Kontodaten, denn diese Frau Fehr Düsel braucht natürlich Geld. Selbstverständlich steckt dahinter nicht die richtige Nina Fehr Düsel, sondern es sind Cyber-Betrüger. «Mein Facebook-Profil wurde kürzlich gehackt und ich nehme an, dass dies einen Zusammenhang hat mit den Mails», sagt sie.

Fehr Düsel erhielt in den vergangenen Tagen auf Facebook eine Freundschaftsanfrage einer ihr unbekannten Frau. «Diese schrieb mir zusätzlich via Facebook-Messenger, dass mein Profil gehackt worden sei», sagt die SVP-Politikerin. «Obwohl die Frau mit vielen Personen befreundet ist, die ich auch kenne, habe ich ihre Anfrage ignoriert, ihr aber via Messenger geantwortet, sie solle mir doch schreiben, wie genau der Name des Fakeprofils lautet.»

«Stümperhaft verfasst»

Eine Antwort blieb aus. Die Juristin Nina Fehr Düsel vermutet, dass die kurze Unterhaltung via Messenger gereicht haben könnte, um an ihre Daten zu kommen. Denn kurz danach meldeten sich die ersten Freunde und Bekannten bei Fehr Düsel und machten sie auf das Bettel-Mail aufmerksam. «Zum Glück ist es stümperhaft verfasst – so überweist bestimmt niemand Geld.»

Ärgerlich sei das Ganze trotzdem. «Treffen kann es jeden – ich kenne viele andere Fälle», sagt Fehr Düsel. Ihr Facebook-Konto sei bereits einmal gehackt worden. «Politiker sind für Cyber-Betrüger halt interessant, weil sie ein grosses Netzwerk haben.» Sie habe auf Facebook über 1000 Freunde. Von denen kenne sie zwar längst nicht alle persönlich. «Ich bin aber sehr vorsichtig beim Annehmen von Freundschaften.» Das Bettel-Mail habe sie mittlerweile der Polizei gemeldet.

Tipps der Polizei

Dieser Schritt sei richtig und wichtig: «Je mehr Fälle der Polizei bekannt sind, desto besser können die Spezialisten unseres Kompetenzzentrums Cyberkriminalität diese kanalisieren und allenfalls an die Täter kommen», sagt Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Oftmals steckten hinter solchen Mails grössere kriminelle Organisationen, die es zu zerschlagen gelte.

Ganz verhindern lässt sich das Hacken von Facebook- oder anderen Profilen laut Hirt nicht, aber wichtig sei die Wahl eines guten Passworts (mindestens 11 Zeichen / Gross- Kleinschreibung / Zahl / Sonderzeichen) und Geheimhalten desselben. Opfer sollten ihre virtuellen Freunde rasch darüber informieren, um noch grösseren Schaden zu verhindern. Der Rest sei von der Sicherheit des Anbieters abhängig. Zudem solle man danach unbedingt den IP-Verlauf etwa bei Facebook kontrollieren. «Dort sieht man, falls jemand mit einer unbekannten IP-Adresse auf das eigene Facebook-Profil zugegriffen hat», so Hirt.

Ferner solle man bei den Zugangsdaten unbedingt kontrollieren, ob der Hacker nicht seine eigene Telefonnummer, E-Mail oder eine Weiterleitung hinterlegt hat. «Ist dies der Fall, nützen Änderungen der Zugangsdaten nichts, weil der Betrüger sie mitbekommt», so Hirt. Zu guter Letzt rät der Kapo-Sprecher, nie auf verdächtige Mails oder irgendwelche Zahlungsaufforderungen zu reagieren und diese gar nicht erst zu öffnen.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Travelin am 26.07.2017 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Briefe

    Ich bekomme keine Bettel-Mails aber Bettel-Briefe. Diese werden auch im Auftrag von Politiker verschickt. Absender ist eine obskure Behörde namens "Steuer Verwaltung" ;-)

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  • Mani Motz am 26.07.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sofort löschen

    Genau darum sollte jede fremde oder erneute Freundschaftsanfrage sofort und ohne weitere Aktionen gelöscht werden.

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  • Leon am 26.07.2017 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wie meinen?

    "Ein E-Mail mit diesem nicht gerade fehlerfreien Inhalt". Ich sehe keinen einzigen Fehler, den man als Fehler erkennen könnte. Es wird gerade so getan, dass hätte die Nigeria Connection mit Google Translate eine Übersetzung gemacht. "Hast" und "nen" sind Deutscher Dialekt der oft so verwendet wird und keine Fehler. Der Inhalt ist typisch für einen jungen Menschen der an einem Tablet tippen muss. Für Freunde ist es nur erkennbar, weil sie wissen wie sie sonst schreibt. Mit Stümperhaft liegt man da allerdings meilenweit daneben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 26.07.2017 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook oder Wurm?

    Warum Facebook? Sieht eher nach dem ganz klassichen Mail-Wurm auf dem Computer aus. Systematisch alle Adressen aus dem Adressbuch abgreifen und von ihrem Account aus anmailen. Wurde denn das Mail von ihrem Account aus, über gmail versendet? Dazu würde ein Blick in den Header ausreichen... aber lieber spekuliert man wie wild rum...

  • Sandro am 26.07.2017 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei hat zu wenig Mittel

    Sie hat gut reagiert. Das passiert vielen. Die Gesetzgebung hinkt hinterher...

  • carmen diaz am 26.07.2017 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    das passiert millionen mal...

    ...am tag aber nur wenn man daraus eine SVP werbung machen kann, wirds eine news...

  • Wie war das am 26.07.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oder so

    Ich habe ihr trotzdem einen Fünfliber geschickt. Unsere ParlamentarierInnen und Kantonsräte müssen so schon jeden Franken zweimal umdrehen.

  • Marianne am 26.07.2017 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betrüger gibt es viele

    Wurde such bereits gehackt. Passiert sehr schnell. Es sollte viel mehr dagegen vorgegangen werden!