Chronologie der Eskalation

28. November 2017 12:56; Akt: 28.11.2017 13:13 Print

Die brutale Feindschaft zwischen GC und FCZ

Die Attacke auf die GC-Fans in einer Zürcher Turnhalle ist der vorläufige Höhepunkt der Fehde zwischen militanten FCZ- und GC-Fans. Eine Chronologie der Ereignisse.

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Montagabend, 27. November 2017: Rund 20 bis 30 vermummte FCZ-Fans überfallen eine Turnhalle in Leimbach. Dort spielen GC-Fans Fussball. Zehn 21- bis 32-jährige GC-Fans werden dabei verletzt. Zudem entwenden sie persönliche Gegenstände der Opfer aus der Garderobe. Das Ganze ist eine Racheaktion der FCZ-Fans als Antwort auf ein Statement der GC-Fans, das diese nur wenige Stunden zuvor auf ihrer Website veröffentlicht haben. Darin verurteilen sie die anhaltende Gewalt von FCZ- gegen GC-Fans.

Samstagabend, 21. Oktober 2017: Rund um das Stadtderby FCZ – GC kommt es zu Ausschreitungen. Unter anderem wird in der Nähe des Letzigrunds ein 14-Jähriger von mehreren Personen angegriffen und gravierend verletzt. Zudem kracht es rund um den Limmatplatz, also in der Nähe des GC-Fanlokals Sächs Foif an der Heinrichstrasse. Eine Polizistin wird verletzt. Die Polizei setzt Gummischrot ein und nimmt zehn Personen fest. Nach diesen Krawallen kündigt der Zürcher Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) an, bei Hochrisikospielen mehr Polizei einzusetzen. Zudem wollen FCZ und GC die Fanarbeit verstärken.

Samstagabend, 30. Juli 2017: Dutzende vermummte FCZ-Fans lauern ebenfalls Dutzenden GC-Fans bei den Viaduktbögen auf. Es kommt zu einer Schlägerei. Die Beteiligten gehen mit Stühlen und Tischen aufeinander los. Mehrere GC-Fans werden verletzt und müssen teilweise ins Spital.

Samstagnacht, 3. Juni 2017: Auf dem Rückweg von einem Auswärtsspiel in Sion marschieren rund 100 GC-Fans, teils vermummt, zum Jugendhaus Dynamo. Dort kommt es zur Konfrontation mit FCZ-Fans – zum Teil werden Eisenstangen als Waffen benutzt. Die Polizei setzt Gummischrot ein. Ein 25-jähriger GC-Fan erleidet bei der Schlägerei mittelschwere Kopfverletzungen. Es wird niemand kontrolliert oder verhaftet.

Samstagmittag, 6. Mai 2017: Mehrere FCZ-Fans überfallen beim Bahnhof Fehraltorf ZH zwei 17-jährige GC-Fans. Ein FCZ-Fan ist mit einem Messer bewaffnet. Sie fordern die GC-Jacke und die Schals und prügeln auf die beiden Opfer ein. Sie entkommen unerkannt.

Samstagnachmittag, 3. Februar 2017: Vor dem GC-Fanlokal Sächs Foif an der Heinrichstrasse attackieren FCZ-Fans mehrere GC-Anhänger. Dabei verletzen sie einen 22-jährigen GC-Fan mit einer Stichwaffe mittelschwer. Rund eine halbe Stunde später kann die Polizei zwei Schweizer (20 und 21) verhaften –
später drei weitere Personen, unter ihnen auch das Opfer.

Silvester 2016: Vor dem GC-Fanlokal kommt es zu einer Schlägerei zwischen GC- und mutmasslichen FCZ-Fans. Vier Personen werden verletzt.

Samstagabend, 19. November 2016: Rund 40 FCZ-Fans greifen nach einem GC-Heimspiel gegen Thun vor dem Letzigrund die GC-Fans mit Metall-Schlagstöcken an. Die Polizei muss Gummischrot und Reizstoff einsetzen. Verhaftet wird niemand.

Züri-Fäscht 2016: Rivalisierende FCZ- und GC-Fans prügeln sich beim Bahnhof Stadelhofen.

Sonntagnachmittag, 2. Oktober 2011: «Die Schande von Zürich». Wüste Szenen sorgen im Letzigrund für den Abbruch des Stadtderbys: Nach 70 Spielminuten vermummen sich GC-Fans und zünden gestohlene Fahnen der FCZ-Fans an. Diese stürmen daraufhin über die Osttribüne hinüber und werfen Pyro-Fackeln in den GC-Block. Es kommt zu Schlägereien. Die FCZ-Fahnen waren vier Jahre zuvor bei einem Einbruch in das Klublokal der «Boys» gestohlen worden, einer 1996 gegründeten Gruppe von Ultra-FCZ-Fans.

Sonntagabend, 23. November 2008: Rund 20 mit Schlagstöcken bewaffnete FCZ-Fans überfallen in der Brasserie Federal im Zürcher HB fünf GC-Fans, die gerade am Biertrinken sind. Ein GC-Fan wird dabei verletzt. Zudem zerstören sie mehrere Tische, Stühle und Gläser. Die Polizei verhaftet später zwei Personen.

Sonntagnachmittag, 20. April 2008: Während des Stadtderbys verbrennen FCZ-Fans diverse GC-Fan-Utensilien.

Montagmittag, 12. November 2007: Maskierte FCZ-Fans brechen bei einem GC-Fan in Suhr AG ein, schlagen und entführen ihn. Die Entführung ist eine Rache für den Einbruch von GC-Fans in das Klublokal der «Boys» nur einen Tag zuvor. Die FCZ-Fans fordern den entführten GC-Fan dazu auf, sie zu den gestohlenen Fahnen aus dem «Boys»-Lokal zu bringen. Ein Nachbar des GC-Fans hat die Entführung beobachtet und die Polizei alarmiert. Diese nimmt die Verfolgung auf, worauf die FCZ-Fans den Entführten freilassen.

Sonntag, 11. November 2007: GC-Fans brechen in das Klublokal der FCZ-«Boys» in Zürich ein und entwenden mehrere Fahnen. Das Heiligtum jeder Ultras-Gruppierung. Der Einbruch ist eine Reaktion auf eine Schlägerei zwischen FCZ- und GC-Fans eine Woche zuvor in Brugg AG.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Motorsportler am 28.11.2017 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Im Namen des Fussballs.

    Und das im Namen des Sports? Im Namen des Fussballs? Ich als Spieler oder Verantwortlicher würde mich wiegern weiter zu machen/spielen. Solange bis dies "Fans" zur Vernunft kommen einfach keine Spiele mehr. Plan b wäre etwas weniger human. Würde das Problem aber auch lösen.

  • A.R. am 28.11.2017 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht im Griff

    scheinbar hat die Schweiz ihre Fußballfans (wenn man sie so nennen kann) nicht im Griff. Es wird Zeit das mal hart durchgegriffen wird und Haftstrafen ausgesprochen werden. Oder Ohr verbietet den Sport gleich ganz. So kann es nicht weitergehen.

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  • Steuerzahler ermöglicht es ja am 28.11.2017 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    immer die gleichen Ausreden

    Wenn ich mir diese Chronologie des Schreckens so ansehen fallen drei Punkte auf: Politik greift nicht durch, Fussballclubs (sind eh nie schuld) auch nicht, Polizei scheint auch ziemlich zahl zu sein. Komischerweise sind Politik und Polizei in anderen Situationen ziemlich bissig. Ein Grund mehr die Kosten den Clubs zu 100% aufzubürden und zwar in und ums Stadion. Wetten, wenns ans lebendige geht passiert auch was

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Drizzt am 28.11.2017 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschützes Metier

    Naja wenn man mal alle festgenommen hat, das sind ja maximal 50-100 aktive Gewalttäter / Sachbeschädiger, Merkt man dann schnell wers war zu dieser Zeit. Handy Daten sind ja zugänglich bei Verdacht.

  • Alexander Uster am 28.11.2017 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal so richtig hart sein!

    Ein Grossaufgebot der Polizei bereit halten. Diese Schläger sollen eingekesselt werden und in die Kiste geworfen werden. Am Montag dürfen sie dem Arbeitgeber anrufen und erklären warum sie nicht zur Arbeit kommen. Neue Stadions dürfen nur noch neben dem Bahngleis mit Extra-Bahnhof gebaut werden. In England funktionierts!

  • pz am 28.11.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider nicht alles

    zu 90% die fcz fans greifen gc... an. und zu 100% keiner verhaftet <---- genau das ist das problem, ohne konsequentzen machen was sie wollen deshalb wird es immer schliemmer

  • sere am 28.11.2017 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    harte hand

    beide klubs ein jahr lang geisterspiele spielen lassen! denn in meinen augen scheren sich die klubs zu wenig um gewaltbereite fans

  • Marc Ellis am 28.11.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hass Liebe

    Es gibt viele FCZ-Fans, die GC mehr hassen, als sie den FCZ lieben. Peinlich!