Die Open-Air-Party des Jahres

12. August 2017 14:54; Akt: 12.08.2017 14:55 Print

Bist du Street-parat?

Weisst du, wie das Motto 2017 lautet? Warum die Besucher eigentlich Raver heissen? Und von welcher Droge man besser die Finger lässt? Hier sind die Antworten.

Die Street-Parade vollzieht punkto Musik einen Kurswechsel. (Video: Tamedia/SDA)
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A wie Afterparty. Für die abgehärteten Partygänger hört das Fest nicht mit der Street Parade um 24 Uhr auf. Verteilt in der ganzen Stadt finden Dutzende Afterpartys statt – vor allem kleinere, die Zeit der Mega-Raves ist vorbei. Und das Beste: Die letzten Partys enden erst am Montag.

Umfrage
Gehst du dieses Jahr an die Street Parade?
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Insgesamt 1693 Teilnehmer

B wie Buffalos. Ohne sie konnte sich in den 1990ern ein hipper Raver an der Parade nicht blicken lassen: Buffalos, die wie Turnschuhe mit angeklebten Plateausohlen aussahen. Die ganz Mutigen schwebten oder stolperten auf bis zu 50 Zentimeter hohen Klötzen. Wenn sie dazu noch eine Federboa und einen Nuggi um den Hals trugen, flogen ihnen bestimmt die Herzen zu.

C wie Claptone. Er ist nur einer von vielen bekannten DJs, die am Samstag auflegen. Die Massen rund ums Seebecken beschallen auch Chris Liebing, Ellen Allien, Monika Kruse und Luciano – Letzterer kreierte übrigens die Hymne der diesjährigen Street Parade: «Love Never Ends».

D wie Dachterrassen. Wer an der Parade den Überblick haben will, geht am besten auf eine Dachterrasse. Auf vielen steigen nämlich coole Partys. Das Label Babalu bespielt etwa die Hiltl-Dachterrasse beim PKZ Bahnhofstrasse. Oder das Label Esance die Terrasse des Bellevue-Clubs. Für viele Dachterrassen gilt allerdings: geschlossene Gesellschaft.

Bist du Street-parat?

E wie Ecstasy. Dolce & Gabbana, Nike und Chanel: Diese Markennamen stehen an der Parade nicht nur auf Kleidern, sondern auch auf Ecstasy-Pillen. Laut der Jugendberatung Streetwork sind zunehmend hochdosierte Pillen im Umlauf, die mehr als 200 Milligramm MDMA enthalten. Streetwork-Leiter Christian Kobel schätzt, dass etwa 5 Prozent der Parade-Gäste illegale Drogen konsumieren. Aber: «Die grössten Probleme haben wir an der Street Parade wegen des Alkohols», sagt Kobel zur SDA.

F wie Frieden. Friede, Freiheit, Liebe, Grosszügigkeit und Toleranz: Dafür wurde in Zürich an der Street Parade zum ersten Mal 1992 demonstriert. Der damalige Mathematikstudent Marek Krynski organisierte den Umzug, an dem rund 2000 Personen teilnahmen. Er hatte sich von der Berliner Love-Parade inspirieren lassen.

G wie Güsel. Essensverpackungen, leere Getränkedosen und PET-Flaschen: Wenn die Street Parade vorbei ist, bleibt ein Abfallmeer zurück. Letztes Jahr mussten die Güselmänner 98 Tonnen Müll entsorgen, was aber im Vergleich zum Rekordjahr 2015 bescheiden war. Damals hinterliessen die Raver 129 Tonnen Abfall.

H wie heiss. 22 Grad, Sonne, Wolken und Regen werden für den Samstag vorausgesagt. Die Raver kommen wohl weniger ins Schwitzen. Anders 2003: Damals kletterte das Thermometer auf 37 Grad. Die heisseste Parade aller Zeiten hiess passenderweise «Let the sun shine».

I wie Italiener. In Italien ist die Parade äusserst beliebt. Jedenfalls fallen die Italiener auf, die Jahr für Jahr in Bussen nach Zürich pilgern. In diesem Sinne: Benvenuti a Zurigo!

J wie jammern. Die Parade ist zwar unglaublich sexy, aber auch sehr arm. Jedenfalls beklagen sich die Organisatoren immer wieder über Geldsorgen. Wegen der stark erhöhten Sicherheitskosten schrieben sie laut NZZ 2016 einen Verlust von über 100'000 Franken. Doch es gibt Grund zur Hoffnung. Dieses Jahr tritt die Migros mit M-Budget als grosse Sponsorin auf.

K wie Kater. Für die einen Partygänger gehört er fast schon dazu: der Kater. Schwierig, ihn zu verjagen. Isotonische Getränke, eine heisse Dusche oder ein reichhaltiges Frühstück, das sind einige der Tricks. Wer den Kater gar verhindern will, sollte am besten regelmässig etwas essen, Wasser trinken oder auf das letzte Bier verzichten.

L wie Love-Mobile. Wie es die Tradition verlangt, sind auch an der diesjährigen Street Parade 25 Love-Mobiles auf der 2,4 Kilometer langen Strecke unterwegs. Darunter erstmals seit langem wieder eines aus dem Zürcher Party-Untergrund.

M wie Motto. Das Motto der diesjährigen Parade lautet «Love never ends». Es steht für die Werte, die mit der Street Parade vermittelt werden sollen: Liebe, Toleranz, Respekt und Freiheit. Wie viele Partygänger an der Parade wohl die Liebe des Lebens kennen lernen?

N wie nackt. Auch wenn das Wetter am Samstag nicht allzu prall sein soll, ist dennoch viel nackte Haut zu erwarten.
Spätestens beim Schatzi zu Hause wird das Adamskostüm montiert.

O wie Outfit. Sexy Polizisten, junge Frauen im Häslikostüm oder Piraten: Die Street Parade ist auch eine Fasnacht. Der Fantasie sind beim Outfit keine Grenzen gesetzt, heute ist alles erlaubt. War früher alles besser? Bei den Stichworten «Buffalos» und «Trillerpfeifen» kann man sich eine Meinung bilden.

P wie Promi. Ja, momoll, es gibt immer wieder mal Promis an der Street Parade. Und damit sind nicht die DJs gemeint. Moderator und Schauspieler Max Loong veranstaltet während der Parade etwa seine Terrasse-Rouge-Party. Und in grauer Vorzeit war sogar Busenwunder Dolly Buster mal zu Gast.

Q wie Quai. Der Umzug der Love-Mobiles ist derselbe wie letztes Jahr: Start ist beim Seebad Utoquai, dann gehts über die Quaibrücke zur Rentenanstalt und zum Schluss noch ein Stück den Mythenquai entlang. Wer noch mehr «Quai» benötigt, kann ein Stück weitergehen und im Quai 61 feiern.

R wie Raver. Vor Urzeiten besuchte der Raver Raves. Dieser Name wurde elektronischen Tanzveranstaltungen Ende der 1980er-Jahre verpasst. «To rave» heisst so viel wie rasen, schwärmen, toben, fantasieren. Inzwischen wirkt der Begriff zwar verstaubt, doch an der Street Parade darf sich der Besucher ohne schlechtes Gewissen Raver nennen. Schliesslich ist er nicht allein. Denn es werden bis zu einer Million Raver in Zürich erwartet.

S wie Scherben. Eine der meisten Ursachen für Verletzungen an der Street Parade sind Schnittverletzungen an den Füssen durch Scherben. Die Organisatoren empfehlen deshalb, die Flip-Flops zu Hause zu lassen und auf geschlossene Schuhe zu setzen. Auch sollen die Besucher kein Glas mitnehmen.

T wie Trillerpfeife. Nein, früher war nicht alles besser. Oder vermisst jemand die bunten Trillerpfeifen, die die Raver in den Anfangsjahren um den Hals trugen?

U wie Uringestank. Alle Jahre wieder stinkt es nach der Street Parade. Um dem Uringestank entgegenzuwirken, werden diesmal rund 100 zusätzliche WC-Anlagen aufgestellt. Und auch wenn jemand mal deutlich zu viel getrunken hat, sind die WCs eine gute Alternative zum Strassenboden.

V wie Vogel. 2014 zeigten die Parade-Organisatoren ein Herz für seltene Vögel. Weil die Geburt eines Kronentokos in der Voliere am Mythenquai erwartet wurde, baten sie die Love-Mobiles in dieser Umgebung, die Musik auf Zimmerlautstärke zu schalten oder ganz abzudrehen. Tatsächlich nahmen die Raver Rücksicht und sangen sogar «Happy Birthday» für das Küken.

W wie Wasser trinken. Die Sonne scheint, der Alkohol fliesst – und es wird wie wild getanzt. Doch wer am nächsten Morgen nicht von einem mächtigen Kater erschlagen werden möchte, trinkt am besten immer wieder Wasser. Empfohlen sind laut den Parade-Organisatoren mindestens 3 Deziliter pro Stunde.

X wie Xylophon. Wir wagen die Behauptung, dass dieses Jahr irgendwo an der Street Parade ein Xylophon zu hören ist. Warum? Es passt gut zu House, es gibt sogar Tracks, auf denen ein Xylophon zu hören ist. Mit anderen Worten: Wir halten es für ein massiv unterschätztes Instrument.

Y wie Yacht. Nicht nur rund ums Seebecken wird gefeiert, sondern auch auf dem See selbst. In den vergangenen Jahren sah man auf dem Wasser unzählige Boote, Yachten und Pedalos – Party von einer neuen Seite.

Z wie Zwanzig-Minuten-Live-Ticker. Wer nicht an der Street Parade dabei sein kann, dem sei gesagt: Folge uns auf dem Live-Ticker auf 20minuten.ch am Samstag ab 13 Uhr – mit wenig Geschriebenem und vielen Bildern, auch bewegten!

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz O. am 11.08.2017 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Drogen?

    Von welcher Droge sollte man jetzt die Finger lassen? Wird zwar im Titel angesprochen ist aber nirgends aufgeführt...

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  • Keypeele85 am 11.08.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Veraltet

    In den 90er waren es noch Ravers. Heute sind es Hippsters. Und Raver passt auch eher nur zu Trance, was leider seit den 90er auch nicht mehr Stil Nummer 1 ist. Heute ist es Deep House. Leider.

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  • Patrick Ch. am 11.08.2017 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Geht langsam auf die Nerven....

    So langsam geht mir das ganze Tobabo auf die Nerven....Heute ist die Veranstaltung eigentlich nur noch dafür da, um sehen und gesehen zu werden und um illegale Substanzen öffentlich zu konsumieren! Die Musik ist leider nur noch eine laute Begleiterscheinung...Schade eigentlich...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 12.08.2017 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parade sein...?

    Ich bin es nicht und gehe auch nicht...

  • Luana(35) am 12.08.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NöDanke

    Ihr werdet es nicht glauben, jedoch war ich noch nie an der Streetparade! Wünsche aber allen anderen, viel Spass! :-)

  • Alumdria841 am 12.08.2017 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bereite mich auf die Gamescom vor

    Ich wünsche allen die gehen viel Spass. Für mich selber ist das aber nichts. Ich freue mich viel mehr auf die Gamescom wo ich vom 21. bis 27.August sein werde. Und für die Merchandising Halle, eins der Highlights der Messe, brauche ich genug Geld.

  • Tschimi am 12.08.2017 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeugnis

    Gleich brasilianischer Karneval à la Europa. Ein Armutszeugnis - nicht für die Brasilianer, aber für die Europäer.

  • We Love Züri am 12.08.2017 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fasnacht im Sommer

    Und da soll einer sagen... Basel hat die grösste Fasnacht der Schweiz... oder was es Luzern

    • Leser am 12.08.2017 21:27 Report Diesen Beitrag melden

      Kleiner Unterschied

      in Luzern werden Unmengen von Alkohol konsumiert (=legal). In Zürich ist man einen Schritt weiter. Da sind es eher illegale Drogen - Aber was will die Polizei? 900'000 festnehmen?

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