Stadionprojekt Zürich

13. September 2017 15:20; Akt: 13.09.2017 17:32 Print

«Schattenwurf der Türme entspricht dem Gesetz»

CS, Stadt und Totalunternehmerin präsentierten weitere Details zum Megaprojekt Stadion Zürich. Damit es realisiert werden kann, will die Stadt auf gewisse Einnahmen verzichten.

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Ein Fussballstadion mit Platz für 18'000 Fans, zwei Hochhäuser mit rund 600 Wohnungen plus ein Gebäude mit 174 gemeinnützigen Wohnungen: Das ist grob umfasst das Projekt für das neue Stadion Zürich auf dem Hardturm-Areal. Kostenpunkt total: Rund 570 Millionen Franken.

An einer Medienkonferenz mit einem imposanten Aufmarsch an Verantwortlichen und Journalisten haben die Entwicklerin Credit Suisse, die Totalunternehmerin HRS und die Stadt Zürich am Mittwochnachmittag über das weitere Vorgehen informiert.

«Wir haben mehr Freiflächen geschaffen und so Inputs von der Stadt und aus den Parteien aufgenommen», sagte Martin Kull, Inhaber und CEO von HRS. Auf dem Dach des Stadion seien neu auch Sonnenkollektoren geplant, auf dem ABZ-Gebäude ebenfalls.

Passarelle für die Gästefans

Das Stadion wird ein Fassungsvermögen von 18'000 Fans (Steh- und Sitzplätze) bei nationalen Spielen, und 16'000 Fans bei internationalen aufweisen. Bei GC-Heimspielen befindet sich die Fankurve auf der Nord- bei FCZ-Heimspielen auf der Südseite.

Speziell: Die Gästefans werden das Stadion über ein so genanntes Auffangbecken an der Aargauerstrasse betreten. Dieses fasst 1000 Personen - so viele wie auch im Gästesektor Platz haben. Die Ticket- und Securitykontrolle finden dort statt. Danach schleust man sie über eine Passerelle in den jeweiligen Sektor und verhindert somit ein Aufeinandertreffen mit Heimfans.

Das Stadion erhält überdies 250 Auto- und 500 Velo-Parkplätze. Rollen soll der Ball ab der Saison 2021/22. Die Höhe des Stadions ist mit 16 Metern bescheiden. Zum Vergleich: Das erste Stadion-Projekt vor über zehn Jahren war 50 Meter hoch.

Schattenwurf entspreche dem Gesetz

Dafür verfügt das aktuelle Projekt über zwei imposante Türme. Mit ihren 137 Metern werden sie elf Meter höher sein als der Prime Tower. Die 600 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen sind «im mittleren Preissegment» angesiedelt. Der Schattenwurf der Hochhäuser entspreche aufgrund ihrer Lage im Westen des Areals den gesetzlichen Vorlagen, heisst es seitens HRS.

«Die Türme sind gestalterisch hochwertig und reihen sich in das Hochhäuser-Ensemble in Zürich-West bestens ein», sagte Hochbauvorsteher André Odermatt (SP). Normalerweise seien die Türme in Zürich meist um 80 Meter hoch, für diese eher unübliche Höhe benötige es deshalb auch einen Gestaltungsplan.

In den 174 gemeinnützigen Wohnungen der Genossenschaft ABZ rechnet man mit rund 500 Bewohnern. Eine freitragende 4,5-Zimmer-Wohnung mit 94 Quadratmetern wird rund 1650 Franken pro Monat inklusive Nebenkosten kosten. Rund ein Drittel der Wohnungen wird subventioniert.

«Unser Beitrag an das Stadion»

Das Areal wird wie folgt aufgeteilt: Das Baufeld A gegen die Stadt hin geht im Baurecht an die Genossenschaft ABZ, das grösste Baufeld B geht an die Stadion Züri AG für das eigentliche Fussballstadion und die beiden Baufelder C1 und C2 sind für die beiden Hochhäuser vorgesehen. Diese werden durch mehrere Immobiliengefässe der CS finanziert. Die Baurechtsverträge laufen 92 Jahre und garantieren der Stadt jährliche Einnahmen von rund 1,2 Millionen Franken. Darüber wird der Gemeinderat noch befinden müssen.

Bei den Baufeldern C1 und C2 gewährt die Stadt allerdings einen reduzierten Baurechtszins und verzichtet so auf jährlich bis zu 1,7 Millionen Franken. «Das ist unser Beitrag, damit das Stadion gebaut werden kann», sagte der Stadtzürcher Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne). Denn die beiden Hochhäuser würden das Stadion letztlich querfinanzieren.

Über diesen Einnahmeverzicht werden das Stadtparlament und letztlich das Stimmvolk entscheiden müssen. Und nicht nur das: Heute ist das ganze Grundstück dem Finanzvermögen zugeteilt. Neu sollen die Baufelder A und B ins Verwaltungsvermögen übertragen werden. Für diese Umbuchung beantragt der Stadtrat einen Objektkredit von 50 Millionen Franken. Der Gemeinderat wird nun in einer Spezialkommission ab Oktober über das Ganze beraten. Die Volksabstimmung ist im November 2018 geplant.

Opposition wegen Brache

Der Entwurf des privaten Gestaltungsplans liegt bis 20. November öffentlich auf. Danach wird dieser bereinigt und es folgt der politische Prozess. Im Frühling 2018 befindet der Gemeinderat darüber. Das zumindest ist der Plan, sofern es nicht zu Rekursen kommt. In diesem Fall gäbe es Verzögerungen.

Mögliche Verzögerungen drohen ohnehin schon aus Kreisen, die die heutige Stadionbrache erhalten möchten und Opposition angekündigt haben. «Ich verstehe den Wunsch nach solchen Freiräumen», sagte Leupi. «Aber letzlich sind wir hier vertraglich verpflichtet, dass ein Stadion gebaut wird und den Brachennutzern war von Anfang an klar, dass es sich um ein temporäre Sache handelt mit den Gärten.» Er sei überzeugt, dass sich die Stadtzürcher hinter das Stadion stellen werden.

Das hoffen auch die beiden Präsidenten des FCZ und GC, Ancillo Canepa und Stephan Anliker. «Selbstverständlich freuen wir uns darauf - Zürich braucht endlich ein richtiges Fussballstadion», sagten beide mit Blick auf die vielen Einnahmen aus dem Catering und den VIP-Bereichen, die ihren Clubs künftig winken.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franziska Mäntig am 13.09.2017 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wird in die Höhe gebaut

    Ich dachte schon, dass der kleine Primetower das höchste Gebäude in Zürich wird. Von mir aus darf bald mal ein 200m Hochhaus gebaut werden. Sieht cool aus.

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  • Roger am 13.09.2017 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ja nur...

    ...2x Neymar. Ist ja ein klacks.

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  • Mario am 13.09.2017 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Immobilien

    Bin froh um jede Wohnung die gebaut wird, ich warte schon lange auf einen kleinen Immobilien-Crash damit die Wohnungen wieder erträglichere Mietzinspreise haben. In die Höhe bauen bzw. verdichtetes Bauen ist besser da man dann nicht die schöne Natur zubetonieren muss.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • High Tower am 22.09.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Warum so langweilig?

    Gut wird in die Höhe gebaut. Aber warum so hässlich? Zürich hat ein schönes Hochhaus - den Prime-Tower. Alle anderen sind langweilige Betonklötze, wie die meisten Gebäude in Zürich. Warum können in Luzern die Tower beim Stadion schön sein und sogar Balkone haben, während in Zürich langweilge Betonkästen hinkommen? Weltweilt überbieten sich Architekten und bauen tolle Tower - meist sogar mit Balkonen. Nur in Zürich gibts Tristesse pur. Und die Stadt sagt dazu es sei hochwertig...

  • AppleBee am 14.09.2017 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Ganz einfach: GC-Herz sagt ja zum Stadion! Meine Herren und Damen - Fussballverständige - Sympatisanten - und alle restlichen Schweizerinnen und Schweizer: Zürich braucht ein Fussballstadion. Ohne können wir in der Meisterschaft nicht mitspielen. Fact! Andererseits was soll diese grässliche Kombination mit Wohnungen. Das Hardturmareal sollte wieder als Fussballzentrum für Zürich und nicht als Wohnplatz genutzt werden. wiederum- wieso bekennt sich die sogenannte Weltstadt Zürich nicht zu seinen Vereinen? Mir ists ein Rätsel... Klärungen und andere Meinungen erwünscht.

  • Mario M. am 14.09.2017 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Stadtzürcher die dagegen sind:

    So viel zur Fairness: Die Stadtzürcher Stimmbürger haben 2016 mit knapp 57 Prozent Ja gesagt zum neuen Eishockeystadion in Altstetten. Hier geht's plötzlich ohne Probleme!? Aber wenn es um einen Fussballstadion geht, kommt der Hass gegenüber dieser Sportart arg zum tragen. Hier habe ich keinen Verständnis dafür. Zumal dieses neue Eishockeystadion bereits in der Projektphase so hässlich aussah, dass es mir übel wird. Endlich hat man ein Projekt für ein Fussballstadion, welches der Stadt finanziell dient, und das Kontralager wütet bereits willkürlich um sich. Das ist Unfassbar.

    • Kurt am 15.09.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      Der feine Unterschied

      Wie viele Stunden pro Woche wird das Eisstadion benutzt werden? Wie viele das Fussballstadion? Inwiefern soll das Fussballstadion der Stadt finanziell dienen? Zürich hat ein Stadion, in München, Rom wurde/wird in solchen Stadien erfolgreich Fußball und Die Heugümper hatten auch zu ihren erfolgreichen Zeiten im Hardturm keine Zuschauermassen ... Gibt keinen Grund Steuergelder zu investieren, weder in den Bau noch in den Betrieb.

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  • jane77 am 14.09.2017 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist doch...toll^^

    Vorteil für die Mieter ...sie werden nicht schlafen können mit offenen Fenster bei Anlässen im Stadion..dafür haben sie die Ergebnisse oder Konzerte gratis in der Stube

    • GC-ler am 14.09.2017 18:14 Report Diesen Beitrag melden

      Genau :oD

      Ich kenne niemand, der in der Stadt ZH bei offenen fenstern schläft. Zumal das Hardturmstadion sowohl an der Pfingstweidstr. wie an der Bernerstr. angrenzt, was ohnehin das öffnen von Fenstern bei dem Verkehr dort nur wohnsinnige zugemutet werden kann...

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  • Ton Ton am 14.09.2017 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Stadion am Stadtrand bauen

    Warum baut man ein Stadion auf Land, das in wenigen jähren ein mehrfaches an Wert haben wird? Man sollte dort doch Büros und Wohnungen bauen, die zu aktuellen Marktpreise angeboten werden und entsprechende Gewinne garantieren. Das ist für den Besitzer und die Stadt lukrativer. Das Stadion, wenn es überhaupt eines braucht, soll weit draussen gebaut werden. Dann können die randalierenden Fans auch nicht mehr so viel Schaden anrichten, weil Autos und Fensterscheiben fehlen. Es braucht weniger Polizei und das ganze kommt uns günstiger.