Nicht mehr erwünscht

13. Mai 2012 22:49; Akt: 14.05.2012 08:50 Print

Heilsarmee wirft Lesbe raus

von Roman Hodel - Die Heilsarmee kündigte einer lesbischen Kaderfrau, weil diese mit einer Mitarbeiterin liiert ist. Die Organisation verweist auf verbindliche «biblische Grundsätze».

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Keine Toleranz gegenüber homosexuellen Beziehungen: Die Heilsarmee. (Archivbild)

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Für Kadermitarbeiter der Heilsarmee gelten strenge Regeln: Die Leiterin einer Zürcher Behinderteneinrichtung erhielt im April die Kündigung, nachdem sie über ihre intime Beziehung zu einer Mitarbeiterin informiert hatte. «Die Heilsarmee toleriert keine ausserehelichen und gleichgeschlechtlichen Verbindungen von Führungskräften mit Mitarbeitenden», hiess es in einem E-Mail an alle Mitarbeitenden.

«Ich finde es erschreckend, dass man in der heutigen Zeit noch so intolerant gegenüber Lesben sein kann», sagt Anita Wymann, Co-Präsidentin der Lesbenorganisation Schweiz. Auch beim Kanton, der die soziale Einrichtung mitfinanziert, ist man empört: «Doch wir können die Anstellungsbedingungen in privaten Bereichen nicht beeinflussen», sagt Christine Luchsinger, Leiterin Kinder- und Jugendhilfe, der «NZZ am Sonntag». Würde die Frau die Kündigung gerichtlich anfechten, hätte sie laut Arbeitsrecht-Spezialist Frank Emmel zwar gute Chancen durchzukommen. Dies obwohl die Heils­armee als «Tendenzbetrieb» gelte, dessen Angestellte hinter den geistig-ideellen Grundsätzen ihres Arbeitgebers stehen müssten.

Heilsarmee-Sprecher Martin Künzi präzisiert: «Eine Führungskraft muss die biblischen Grundsätze nach Interpretation der Heilsarmee mittragen – wir haben uns auch schon von einem Kadermann getrennt, der ausserehelich eine Beziehung mit einer Mitarbeiterin unterhielt.» Trotzdem bedauert Künzi die jüngste Kündigung: «Die Kaderfrau war kompetent und geschätzt.» Ihre Freundin arbeitet übrigens noch bei der Heilsarmee – bei normalen Angestellten ist man laut Künzi grosszügiger.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • icky am 14.05.2012 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Intolerante Kommentare!

    Habt ihr wirklich ein Problem mit dem Verhalten der Heilsarmee? Gemäss Bibel sind gleichgeschlechtliche Beziehungen nun mal falsch, die Organisation möchte nun mal nach der Bibel leben. Es wäre doch voll doof eine im Kader zu lassen, welche die Ansichten der Heilsaemee / Bibel nicht mittragen kann. Eigentlich müsste sich dies die Dame bewusst sein und sich selber nich wohlfühlen in ihrer Position.

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  • Sandra aus Graubünden am 14.05.2012 04:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ewiggestrige

    Die sollen sich schämen... Ich hoffe dass sich solch Ewiggestrigen Organisationen mit der Zeit wegen Mitglieder Mangel von selbst auflösen. Kein Geld mehr, keine Unterstützung die haben es nicht verdient. Traurig das in der heutigen Zeit immer noch so viel diskriminiert wird. Das zeigt wieder dass viele Christliche Organisationen Toleranz fordern , selber aber das Gegenteil leben.

  • Momo am 14.05.2012 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Soviel zum Thema

    Nächstenliebe ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mario Saluz am 15.05.2012 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das Geschrei?

    Im Kern unterstützt der Staat die Heilsarmee, weil sie sich um die Randgruppen kümmert. Und das machen sie nicht schlecht. Die Heilsarmee waren übrigens die einzigen vor Ort beim Swissair Grounding. Sie haben Tee, Bouillon und Aepfel verteilt, unbesehen, was der Empfänger für eine Religion hatte. Dass das Kader sich an gewisse Regeln halten muss, ist verständlich. Ich denke, da hat sich die Politik nicht einzumischen. Die haben nämlich andere Probleme zu lösen.

  • tarek am 14.05.2012 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Gedanken dazu

    Aber ich muss die Heilsarmee soweit in Schutz nehmen, dass die Kader Frau bei ihrer Einstellung wusste, auf was sie sich einliess. Und ein Vertrag ist ein Vertrag und man setzt mit seiner Unterschrift sein Einverständnis darunter diese Bedingungen zu akzeptieren. Und jetzt zu sagen diese Organisation nicht mehr zu unterstützen finde ich insofern schade, da man am Ende die Betroffenen, die Bedürftigen um die sich die Heilsarmee kümmert bestarft und nicht die Organisation.

  • Kittycat am 14.05.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Und die kriegen auch noch Geld?

    Kann man eine Initiative starten, dass der Kanton keine Gelder mehr an irgendwelche "religiösen Organisationen" beisteuern kann? Ich nehme ja mal an, es handelt sich dabei um eure und meine Steuergelder.... und als Agnostikerin finde ich das sehr problematisch!!

    • Martha Kern am 15.05.2012 20:31 Report Diesen Beitrag melden

      Steuergelder

      Man könnte das Ganze einmal umdrehen: Die Heilsarmee verzichtet auf ihr wohltätiges Engagement und überlässt dies vollumfänglich dem Staat. Mit wessen Steuern und in welcher Höhe müsste das wohl bezahlt werden? Noch ein anderer Gedanke, der mir gekommen ist: Vor Jahren, als der Golfkrieg die Welt und auch die Schweiz tief betroffen machte, wurde in Zürich ein spezieller Gottesdienst abgehalten. Wie man hörte, kam dabei eine grosse Menge Besucher zusammen. Ob vielleicht manche, die in "Friedenszeiten" auf Gott verzichten möchten, im "Ernstfall" nochmals über die Bücher gehen?

    • Markus D. am 15.05.2012 21:08 Report Diesen Beitrag melden

      Agnostikerin?

      Als Agnostikern sollte Ihnen das egal sein, denn Sie können dann die Frage nach Gott nicht mit "Nein" beantworten, sondern müssen sagen "Ich weiss es nicht". Was hat das also mit der subventionierten Sozialarbeit der Heilsarmee zu tun?

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  • Andrea S. am 14.05.2012 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kleines Gedicht

    Ob Lesbe oder nicht. Ob arm oder reich - im Grunde sind wir doch alle gleich!

  • Tinu am 14.05.2012 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem...

    Au ja, da gibts wieder mal was wo man über Christen herziehen kann... Wo ist das Problem? Jeder Verein hat wohl das Recht verlangen zu dürfen das sich wenigstens das Kader an die Grundsätze des eigenen Vereins hällt... Stellt euch doch einen Metzgerverein vor mit einem Veganer als Vorsteher ? Hallo ?? Aber eben wenn natürlich eine Lesbe benachteiligt wird uiuiui...

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