Aus für Amateur-Fahrer

09. August 2017 17:18; Akt: 09.08.2017 17:18 Print

«Uber-Pop-Fahrer wollten, dass Gäste für sie lügen»

Ein ehemaliger Uber-Fahrer vermutet weitere Hintergründe hinter dem Uber-Pop-Aus. Die Zürcher Täxeler freut es – sie wollen Uber aber weiterhin bekämpfen.

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Uber-Kunden können den UberPop-Dienst nur noch bis Donnerstag nutzen in Zürich, dann ist Schluss.

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Der Fahrdienstvermittler Uber stellt sein günstigstes Angebot Uber Pop in Zürich ein, wo Fahrer ohne Taxilizenz Kunden von A nach B chauffierten. Künftig sind in Zürich nur noch die Kategorien Uber X und Uber Black verfügbar – in Basel und Lausanne wird der Dienst weiter angeboten.

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Damit reagiere das Unternehmen auf den Wunsch von Uber-Pop-Partnern, auf Uber X zu wechseln, um Geld verdienen zu können, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Uber-Pop-Fahrer haben nun drei Monate Zeit, um sich die Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport zu beschaffen.

Ehemaliger Uber-Fahrer: «Gäste wurden zum Lügen aufgefordert»

Ein ehemaliger Uber-Pop-Fahrer, der anonym bleiben möchte, glaubt, dass der Rückzug noch weitere Gründe hat: «Gäste fühlten sich nicht mehr wohl, weil sie von Uber-Pop-Fahrern dazu aufgefordert wurden, immer vorn zu sitzen, damit die Polizei keinen Verdacht schöpft, und im Falle einer Polizeikontrolle forderten die Fahrer gar, dass Fahrgäste für sie lügen sollen.» Beispielsweise, dass der Fahrer und der Gast privat befreundet seien und sie nun auf dem Heimweg seien.

«Ein weiterer Grund sind sicherlich auch die vielen Anzeigen gegen Uber-Pop-Fahrer in der letzten Zeit», so der ehemalige Uber-Fahrer. Das würden auch die Zahlen der Stadtpolizei Zürich bestätigen: «2015 gab es rund zwölf Anzeigen gegen Uber-Fahrer ohne Taxilizenz, 2016 waren es rund 70 und in diesem Jahr sind es bis jetzt rund 130», so Sprecher Michael Walker.

Zürcher Täxeler freuen sich über Uber-Pop-Rückzug

Hocherfreut nimmt man den Uber-Entscheid bei der Taxi Sektion Zürich zur Kenntnis: «Eigentlich hätte der Uber-Pop-Dienst schon lange verboten gehört – sie interessieren sich null für die Gesetze in der Schweiz», so Sprecher Jamal Khaldoun. Man fühle sich bestätigt, dass die zahlreichen Demonstrationen von Zürcher Taxifahrern auch etwas gebracht hätten.

«Ich glaube sicher, dass das auch ein Grund für den Uber-Rückzug ist – sonst wäre das noch 15 Jahre lang so weitergegangen», sagt Khaldoun, der auch als Taxifahrer arbeitet. Der Kampf gegen Uber ginge aber auch in Zukunft weiter. «Uber X ist immer noch viel zu günstig, und es kommen Fahrer aus der ganzen Schweiz, und Uber Black führt dazu, dass sich Fahrer teure Limousinen leasen und sich das schlussendlich nicht auszahlt», so Khaldoun.

Auf grosse Demonstrationen werde man aber bis auf weiteres verzichten. «Wir möchten aber, dass die Stadt Zürich uns entschädigt für all die Zeit, in der Uber Pop illegal unterwegs war und unsere Umsätze halbiert hat.»

(wed/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • simisa am 09.08.2017 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider nein

    Die Amateure bleiben. Sie haben ein gelbes Taxi-Schild auf dem Dach.

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  • Usländer am 09.08.2017 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein freier Wirtschaftsmarkt!!

    Juhu, jetzt können wir wieder abgezockt werden.

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  • Fabio am 09.08.2017 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taxi preise

    Jetzt darf man wieder 100 Fr für eine 30 Minütige fahrr zahlen! frächheit

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter E. am 16.08.2017 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Taxi business as usual

    Weiss hier eigentlich jemand wie das genau mit den Taxis funktioniert? Die Tarife sind viel zu hoch, dass wissen wir mittlerweile alle. Was passiert mit den Fahrern die nicht genug Geld verdienen um über die Runden zu kommen? Die melden sich einfach zur Sozialhilfe an und erhalten den Restbetrag vom Lohn (von uns allen) ausbezahlt. Denen ist das egal...Der Taxiverband macht sich keine Gedanken um die Preisgestaltung oder Dienstleistungen und rechtfertigt lieber alles mit hohen Kosten als über das Potential welches Uber aufzeigt hat nachzudenken. Einfach traurig und langweilig......

  • Kartoschka am 13.08.2017 01:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ENDLICH WENIGER TAXIS

    Es sind ganz einfach ZUVIELE! Taxis. Das müsste sofort reduziert werden. Automatisch weniger nervtötende Wartezeiten, 12h Tage an denen ein Taxifahrer ZWEI kleine Fahrten haben So ist es jetzt. Weniger Taxis, die gierigen Zentralen austauschen und es läuft. Sogar die Preise würden sinken.

  • C.B. am 10.08.2017 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Carsharing

    Schade, fand Uberpop super. Hiess es nicht gerade letztens, Carsharing soll zur Entlastung der Strassen und der Umwelt einführen? Das ist doch eine Art von Carsharing und wenn einer dabei ein bisschen was verdient...ok, warum nicht er hat ja auch die Kosten für Fahrzeug und Unterhalt an der Backe. Meine letzte Erfahrung mit einem offiziellen Taxiunternehmen führte uns von Dübendorf zum Bellvue in ZH. Der Fahrer kannte das Bellvue nicht und der ganze Trip hat unglaubliche 60 sfr. gekostet. Ganz ehrlich, für das Geld nehme ich dann doch lieber wieder das eigenen Fahrzeug...

    • Andreas am 10.08.2017 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @C.B.

      super wenn der Fahrer überhaupt nichts verdient. Taxifahrer sind working poors und uberpop fahrer können nicht einmal davon leben, mehr als ein Sackgeld verdient er nicht. Wenn Taxifahren so wahnsinnig lukrativ ist, wesshalb sind dann vorallem unqualifizierte Taxifahrer. Bei einem Arzt in die Praxis eintretten kostet schon 50 chf. Viele die hier schreiben. haben von Kosten keinen Plan, sind wahrscheinlich noch Schüler oder Langzeitstudenten und wohnen bei Papi .

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  • Andy Capelli am 10.08.2017 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Sieg der Abzocke

    Jetzt darf man wieder in zum Teil stinkenden Tacis wieder Abzockerpreisen Taxi fshren!! Hat die Taxi-Maffia also gesiegt. Gratuliere

    • Beatrice Lenherr am 10.08.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      Uber Pop

      Diese Sperrung erfolgt viel zu spät Das Gewerbe wurde im grossen Stil geschädigt und muss sich überlegen ob UBER nicht entschädigungspflichtig gemacht werden kann für due massiven Ertragseinbrüche des legalen Taxigeqwerbes Einmal mehr lässt sich die Politik viel zu lange Zeit um illegale Praktiken zu unterbinden Auch diePolitik sollte in due Pflicht genommen werden indem man die verantwortlichen Politiker bei Namen nennt un diese nicht mehr wählt

    • Andreas am 10.08.2017 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy Capelli

      Als Taxifahrer muss man wieder diese betrunkenen, frechen Leute mitnehmen.

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  • Michel Hilzinger am 10.08.2017 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uberisierung

    Wie wäre es denn mit uber Schreinern, Kellnern, Elektrikern, Verkäufern, usw. Zwei Franken Stundenlohn, keine AHV, Keine Pensionskasse, keine Krankenkasse?

    • Ruedi am 10.08.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

      ich denke ihr von der Unia...

      sollten zuerst mal besser auf den Baustellen und in der Hotelerie anfangen zu kontrollieren, denn was da abgeht ist ganz übel. Da ist Uber Pop ein Kindergeburtstag....

    • Jean am 11.08.2017 08:43 Report Diesen Beitrag melden

      Uber ist reine Abzocke!

      @Ruedi - Du hast echt null Ahnung! Das Baugewerbe wird schon (fast zu) stark kontrolliert! Aber im Taxigewerbe geht nix. Gut das Uber endlich abgeschossen wurde und so solle es auch für immer bleiben! Solche ausländischen Onlinedienste haben nur eines im Sinn: auf Kosten Anderer eine menge Kohle machen. Völlig ignorant abzocken und regionale Gewerbetreibende in den Ruin treiben - nix anderes ist das..!! Und wer zu geizig ist, soll sich anders organisieren oder sich im Ausgang nicht sinnlos betrinken, dann kann er nämlich selbst fahren.. Meine Meinung!

    • Olav am 11.08.2017 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi

      Auf der Baustelle und Hotellerie gibt es Gesamtarbeitsverträge, Mindestlöhne, dass die nicht eingehalten werden oder umgangen werden, ist was man mehr kontrollieren sollte. Im Taxigeschäft gibt es nicht einmal Mindestlöhne, Geaamtarbeitsverträge. Den freien Markt wieder spielen lassen wie vorüber 100 jahren, dass nur Besitzer sich bereichern könnnen und Arbeiter 5 Jobs haben sollte. Nicht einmal in der Usa gibt es freie Marktwirtschaft, was bringt es wenn 90% der Leute von ihren Jobs nicht mehr leben können. Das der freie Markt alles lösen könnte,hat man früher mal geglaubt vor über 100 Jahr

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