Protestaktion

20. September 2012 19:34; Akt: 20.09.2012 20:01 Print

Juso kämpfen gegen Ex-Nazi im Opernhaus

von Marco Lüssi - Die Juso wollen den geplanten Auftritt von Evgeny Niktin im Opernhaus Zürich verhindern. Man dürfe einem mutmasslichen Neonazi keine Plattform geben.

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Die Juso des Kantons Zürich ist empört darüber, dass der wegen seiner Nazi-Tattoos umstrittene russische Bariton Evgeny Nikitin vom Opernhaus Zürich verpflichtet worden ist.

In einem offenen Brief fordert die Jungpartei Opernhaus-Intendant Andreas Homoki auf, Nikitin wieder auszuladen. Es sei skandalös, dass eine mit Steuergeldern sub­ventionierte Kulturinstitution einem mutmasslichen Neonazi einen ­Auftritt ermögliche und ihm ein fürstliches Salär bezahle – dies zeuge von mangelndem politischem Gespür und wenig historischem Bewusstsein. Das Opernhaus habe als Institution im Besitz des Kantons Zürich eine Vorbildfunktion.

«Wir werden Protestaktionen durchführen, sollte Herr Homoki Niktin nicht wieder ausladen», kündigt Juso-Co-Präsidentin Ursula Näf an. Beim Opernhaus denkt man aber nicht daran. Homoki: «Es handelt sich bei Nikitins Tattoos um eine Jugendsünde, von der er sich selber distanziert hat – er ist kein mutmasslicher Neonazi.»

Nikitin sei ein führender Sänger in seinem Fach. In dieser Spielzeit trete er nicht nur in Zürich, sondern auch an der Bayerischen Staatsoper Münschen, an der Opéra National in Paris und an der Metropolitan Opera New York auf, heisst es beim Opernhaus: «Wir sehen keinen Grund, den Vertrag mit Herrn Nikitin aufzulösen, und es besteht dafür auch keine Rechtsgrundlage.»

Nikitin hätte in diesem Jahr bei den Wagner-Festpielen in Bayreuth auftreten sollen, als bekannt wurde, dass er sich in seiner Jugend Tatoos mit nationalsozialistischen Symbolen hatte stechen lassen, die er allerdings wieder überdeckt hatte. Er wurde daraufhin ausgeladen.

Nach dem Eklat in Bayreuth sagte Niktin zu seinen Tätowierungen: «Es war ein grosser Fehler in meinem Leben und ich wünsche mir, dass ich es nie getan hätte.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred Grauer am 21.09.2012 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ermüdend

    Ich finde auch, der Mann sollte für sein künstlerisches Können normal behandelt werden. Es ist wieder nur eine Aktion der jungen mediengeilen JUSOS. Langsam wird das ermüdend.

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  • Michael Kohlhaas am 21.09.2012 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Linksextremisten

    Die Juso sollten sich lieber um die aktiven Linksextremisten in ihren Reihen kümmern, bevor sie eine heilige Inquisition gegen ehemalige Rechsextremisten lostreten ...

  • kiki am 21.09.2012 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    2. Chance

    Wenn jemand sich so engagiert, hat er eine 2. Chance verdient! Sein früheres Leben ist vorbei! Wer frei von Sünde werfe den ersten Stein...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eva zu kurz am 23.09.2012 22:07 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler passieren auch beim Tätowieren

    Ich könnte mir vorstellen, dass beim Tätowieren von Kreuzen häufig Hakenkreuze daraus werden wegen Missverständnissen. Nicht immer sind die Beteiligten nicht alkoholisiert.

  • Chris von Swiss am 22.09.2012 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    lächerlich!

    Die Linksextremisten nehmen sich halt einfach ihre Plattform (1. Mai)! Das ist dann wieder in Ordnung, ist ja klar!

  • Felix Kunst am 21.09.2012 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    genug, einfach genug

    Kunst darf kein Deckmantel für gesellschaftsverachtendes Verhalten sein oder werden. Dass einer sich ein Hackenkreuz tätowieren lässt ist eben nciht einfach mal so 'dumm gelaufen' - das ist mit Absicht gemacht worden.

  • Schweizer am 21.09.2012 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Jusos snd unglaubwürdig

    Die Jusos beweisen einmal mehr, dass sie keinerlei Toleranz üben können. Wenn sie für etwas agegriffen werden sind sie aber voll entrüstet. Unglaubwürdig!

    • Guschti am 22.09.2012 06:53 Report Diesen Beitrag melden

      ach ja?

      weil die JuSo's extrem reagieren heisst das nciht dass Hackenkreuze 'salonfähig' werden sollen.

    • Jack Bauer am 22.09.2012 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      1.Mai

      Genau aber am 1.mai sieht alles ganz andres aus!!

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  • Michael Kohlhaas am 21.09.2012 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Linksextremisten

    Die Juso sollten sich lieber um die aktiven Linksextremisten in ihren Reihen kümmern, bevor sie eine heilige Inquisition gegen ehemalige Rechsextremisten lostreten ...

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