Zoo Zürich

19. April 2017 15:18; Akt: 19.04.2017 15:19 Print

Regenwald-Rodung nimmt Äffchen den Lebensraum

Die in Brasilien beheimateten Gelbbrust-Kapuziner gehören zu den am stärksten gefährdeten Primaten weltweit. Europäische Zoos unterstützen daher ein Zuchtprogramm – auch Zürich.

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Mit einem passenden Stein und einem gezielten Schlag knackt Julio im Zoo Zürich eine Nuss. Werkzeuggebrauch ist für Gelbbrustkapuziner überhaupt kein Problem. «Sie sind absolut clevere Tiere», sagt Zookurator Robert Zingg.

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Ihre Heimat sind die atlantischen Küstenwälder im Süden und Südosten der Provinz Bahia in Brasilien. Doch durch grossflächige Rodung ist der Lebensraum der Gelbbrustkapuziner massiv geschrumpft und in voneinander isolierte Inseln zerfallen. Weil sie wichtige Verbreiter von Samen sind, leidet auch die Vegetation unter dem Rückgang der Affenpopulation.

Bereits 1980 wurde in Brasilien ein Zuchtprogramm gestartet. 1996 trafen fünf Gelbbrustkapuziner im Zoo Zürich ein, darunter der inzwischen 29-jährige Julio, der viele der Zoomitarbeiter kennt und sie entsprechend lautstark begrüsst. Inzwischen sind hier zahlreiche Jungtiere geboren und in neun europäische Zoos abgegeben worden.

Goldgelbe Löwenäffchen werden ausgewildert

Auch bei der Erhaltung des ebenfalls in Brasilien beheimateten Goldgelben Löwenäffchens spielen Zoos eine grosse Rolle. 1960 waren sie im Freiland nahezu ausgestorben. Dazu beigetragen hatte neben der Zerstörung ihres Lebensraums vor allem auch der Handel.

Ziel ist es, dass es bis zum Jahr 2025 wieder mindestens 2000 Individuen in einem mindestens 250 Quadratkilometer grossen, geschützten und vernetzten Lebensraum geben soll. Dies soll mit Wiederansiedlung und Umsiedlung erreicht werden.

Inzwischen wurden in europäischen Zoos geborene Tiere nach einem Freilandtraining erfolgreich wieder ausgewildert. Ausserdem werden durch Aufforstung die inselartigen Lebensräume wieder miteinander verbunden. Im Jahr 2014 wurden 3200 freilebende Goldgelbe Löwenäffchen gezählt, verteilt auf vier getrennte Waldbereiche. Mehr als ein Drittel davon sind Nachkommen ausgewilderter Tiere.

Direkte Begegnung mit Totenkopfäffchen

Als nicht gefährdet gelten dagegen die Bolivianischen Totenkopfäffchen. Zwar ist ihr Bestand etwas zurückgegangen, doch die kleinen Primaten kommen immer noch in einem grossen Verbreitungsgebiet vor, entlang des nördlichen Fusses der Anden in Bolivien, Brasilien und Peru. Mehrere grossflächige Reservate garantieren ihren Schutz.

Eine Gruppe Totenkopfäffchen zog 2012 im Zoo Zürich ein. Sie bewohnen eine Innenanlage und zwei Inseln. Eine davon ist zu bestimmten Zeiten für Besucher zugänglich, sodass diese den Tieren aus nächster Nähe begegnen können.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra am 19.04.2017 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handeln

    Und wer ist Schuld daran der MENSCH:(

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  • Und Jetzt? am 19.04.2017 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird sowieso nur geredet

    Die wenigsten machen auch wirklich was dagegen.

  • pascale am 19.04.2017 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist die Politik

    Das Klima wird sich rächen , wenn wir die grüne Lunge noch mehr zerstören. Bäume nehmen co2 auf, aber da ist wohl niemand intressiert daran das zu stoppen. Mit dem Wort Klimawandel lässt sich viel Geld verdienen, indem man die Bürger abzockt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • T21 am 22.04.2017 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut

    Wer ist Schuld der Mensch? Finde ich aber gut, dass man sie schützt! Jedoch bald sind sicher alle Arten gefährdet, dies geht dann nicht mehr, dass man sie in diesem Rahmen schützt!

  • D.N. am 22.04.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Ist doch der Witz des Jahres, dass einerseits Zürcher sich für Affen in Brasilien einsetzen und anderseits werden Affen in der ETH Zürich gequält. Da frage ich mich aber schon, wo wir eigentlich stehen.

  • chrigu am 20.04.2017 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Vegetarier

    An der Regenwaldrodung sind einzig und allein die Vegetarier schuld. die roden den Regenwald nur, das sie Platz haben für neue Soja-Farmen..... esst mehr Fleisch

    • marco am 20.04.2017 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      an chrigu

      ich hoffe das war nicht wirklich ernst gemeint... zum grossteil ist der "regenwaldsoja" für die tiermast bestimmt!!!! so nebenbei....PS: bin kein vegi, erzähle einfach keine märli

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  • anna am 20.04.2017 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    So ist das halt...nach uns die Sintflut

    Tja, so ist das halt.. soll den Affen nicht besser gehen, als uns Menschen. Bei uns wird durch die Zuwanderung der Lebensraum auch immer enger...

    • orchidee am 20.04.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

      an anna

      nur sind die äffchen nicht schuld an ihrer lebensraumzerstörung, sondern wir! ihre behauptung ist sehr unf air, den unschuldigen soll es eben nicht genauso gehen wie uns !!!!!

    • walter am 20.04.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      an anna

      unser lebensraum wird enger da WIR uns immer weitervermehren... das können nur WIR selber ändern...die äffchen sind nicht dran schuld...

    • Swissgirl am 21.04.2017 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @anna

      Diese Aussage zeugt von einer grossen Portion Gleichgültigkeit. Wer so denkt, dem sind andere Lebewesen egal. Und das darf nicht sein!

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  • Peter am 19.04.2017 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    andere schlimmer Sachen

    auch der Handel mit Primaten Fleisch oder Prostitution mit Primaten sind auch Riesen Probleme in diesen Ländern

    • Marco Schwarz am 19.04.2017 18:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Ich weiss zwar nicht, woher Sie Ihre Informationen haben, aber auf Brasilien treffen diese nicht zu. Diese Traditionen gibt es in afrikanischen Ländern

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