Kanton Zürich

02. Oktober 2017 05:48; Akt: 02.10.2017 05:48 Print

Hundetrainerin muss selber in die Hundeschule

Obwohl sie selber Hundekurse gibt, musste Daniela Rüegg für ihren eigenen Hund in die Hundeschule. Für diese «absurde Bürokratie» gibts von der FDP den Gaht's-no-Priis 2017.

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Ob Ärger wegen einer verlorenen SBB-Quittung oder ein Strafbefehl wegen einer Flohmarkt-Blache: Neun Anwärter gab es dieses Jahr für den Gaht's-no-Priis der FDP Kanton Zürich. Gewonnen hat Daniela Rüegg aus Uetikon am See. Sie musste mit ihrer Neufundländer-Hündin Joy zum obligatorischen Hundekurs antraben, obwohl sie selber Hundetrainerin ist. «Dass ich gewonnen habe, freut mich», sagt sie. «Gewiss, es ist ein humorvoller Preis, aber man fühlt sich nicht mehr so allein.»

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Es war im letzten Winter, als Rüegg Post von der Gemeinde erhielt. «Ich ging von einem Missverständnis aus, schliesslich hatte ich zuvor die fachspezifische Berufsausbildung zur Hundetrainerin erfolgreich absolviert.» In dem Ausbildungsinstitut habe man ihr gesagt, als Trainerin brauche sie keinen Sachkundenachweis für ihren eigenen Hund, den sie erst kurz zuvor übernommen hatte.

«Das ist doch ein Witz»

Rüegg beschwerte sich bei der Gemeinde - erfolglos. Jetzt schaltete sich gar das Veterinäramt ein. Es beharrte auf dem Sachkundenachweis. «Das ist doch ein Witz - vergleichbar mit einem Lehrer, der seine eigenen Kinder nicht unterrichten darf», sagt Rüegg. Verärgert schrieb sie dem Zürcher FDP-Ständerat Ruedi Noser. Dieser hatte mit seiner Motion das nationale Hundekurs-Obligatorium zu Fall gebracht – seither müssen im Kanton Zürich nur noch Halter von grossen Rassen in den Kurs. Der Politiker meldete sich bei der Hundetrainerin und schlug ihre Story für den Gaht's-no-Priis vor.

Thomas Vogel, FDP-Fraktionspräsident im Zürcher Kantonsrat, will nun das Gespräch mit dem Veterinäramt suchen: «Es sollte doch möglich sein, für solche Fälle eine Ausnahme zu machen.» Falls man keine Lösung finde, sei eine schriftliche Anfrage denkbar. Ohnehin sind im Parlament zwei Vorstösse zum Kurs hängig. Zur Diskussion steht die Abschaffung des Obligatoriums auch für grosse Rassen. Rüegg betrifft dies so oder so nicht mehr: Sie hat den Kurs mittlerweile zähneknirschend bei einer Kollegin, die ebenfalls Hundetrainerin ist, absolviert.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Amina123 am 02.10.2017 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auf den hund gekommen

    gehts hier mal wieder ums 'liebe' geld? ein hundetrainer soll zum hundehaltertraining...für was haben jene denn die ausbildung hierzu gemacht? verstehe sowieso nicht,dass nur grosse rassenbesitzer diesen kurs absolvieren müssen...viele hundehalter kleiner rassen haben den hund überhaupt nicht im griff....

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  • Mani Motz am 02.10.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehler im System

    Die ganzen Hundekurse sind ein Witz. Es ist eher eine Proformaübung als eine ernst zunehmende Schulung. Und ehrlich gesagt, sind auch die Kursleitenden nicht alle dazu geeignet

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  • Reto am 02.10.2017 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prüf der Prüfer

    Ein Fluglehrer muss auch von jemanden anderen geprüft werden, um seine Tauglichkeit zu beweisen. Eine Hundetrainerin soll auch auf ihr Können geprüft werden. Ich kenne viele Leute, die eine Qualifikation haben und haben keine Ahnung von ihrem Fach.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Weisser Wolf am 02.10.2017 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hundeprüfung

    Endet so ein Kurs nicht mit einer Prüfung, in der man zeigen muss, dass man seinen Hund im Griff hat? Sonst könnte man eine solche einführen. Die Hundetrainerin könnte dann einfach diese Prüfung ablegen, zum zeigen, dass ihr Hund den Anforderungen genügt. Und ihr sollte man zutrauen können, es ihm ohne Kurs beizubringen. Also kein Kurs, aber Hundeprüfung.

    • Spiritualist am 02.10.2017 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Weisser Wolf

      Dies ist ein guter Kompromiss, den Sie vorschlagen. Hoffe nur, dass das mit dem 'Hund im Griff' haben, nicht allzu wörtlich genommen wird. Bei manchen Hundehaltern habe ich das Gefühl, dass die verpasste Militärkarriere am bemitleidenswerten Vierbeiner nachgeholt wird...

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  • burki84 am 02.10.2017 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    richtig so

    es geht ja darum das Hund ausgebildet ist und nicht die Trainerin!

  • Sin am 02.10.2017 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Liebe Hundetrainerin, ich kam einmal mit Hund Nr 4 und ich arbeite zusätzlich beruflich mit Hunden in der Therapie bei Kindern. Da wurde mir erklärt: Es geht nicht um den Halter, sondern um dem Hund der noch nicht im Kurs war. Halten sie sich also bitte selber klaglos daran oder helfen sie nach wie vor unsinnige Kurse abzuschaffen.

  • Tom Lüssi am 02.10.2017 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So etwa das gleiche

    Ich bin linienbus fahrer.. Soll ich jetzt nie mehr ein ticket lössen wen ich irgendwo hin will??

    • Starliing am 02.10.2017 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom Lüssi

      Irgendwie nicht dasselbe.

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  • Captain Sisko am 02.10.2017 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Der

    Sachkunde nachweis für Hunde ist sowieso nichts wert. Ausser das man das Geld höchstens für nichts verbraten wird. Wenn es sinnvoll sein soll. Dann nur ein Hundeschule Obligatorium für alle. Ganz speziel für erst Hundehalter