Warnbrief ans Personal

16. Oktober 2017 10:29; Akt: 16.10.2017 15:22 Print

Handy am Steuer – VBZ entlässt drei Chauffeure

In einem Schreiben an das Fahrpersonal warnt die VBZ, dass der Gebrauch von Handys und Tablets in ungesicherten Fahrzeugen verboten ist. Ein komplettes Verbot sei aber nicht geplant.

Statt den erlaubten 48 km/h fuhr ein Tramchauffeur der VBZ aus Protest mit 60 Stundenkilometern.
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Volle Aufmerksamkeit auf die Strasse: Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) haben ihre Chauffeure in einem Brief vor dem Gebrauch von Smartphones und Tablets am Steuer gewarnt. Wer sich nicht daran hält, wird fristlos entlassen.

Dieses Schicksal hat in den vergangenen 12 Monaten drei VBZ-Chauffeure ereilt. Sie bedienten während der Fahrt ein Smartphone oder Tablet. VBZ-Sprecherin Daniela Tobler bestätigte am Montag eine entsprechende Meldung von Radio Energy.

Die VBZ verschickte deshalb einen Warnbrief ans Fahrpersonal und wies darin darauf hin, dass der Gebrauch von Smartphones und Tablets in ungesicherten Fahrzeugen - also während der Fahrt - verboten ist. «Solche Risiken dürfen im öffentlichen Personenverkehr nicht eingegangen werden», hiess es im Brief. «Bei Widerhandlungen wird eine fristlose Kündigung ausgesprochen.»

Kein grundsätzliches Handyverbot

«Eigentlich sollte das Thema all unseren Fahrern klar sein», sagte Tobler. «Es ist in den Fahrdienstvorschriften geregelt und alle Chauffeure wissen, dass es ein grober Verstoss gegen die Regeln ist.» Aufgrund der drei fristlosen Kündigungen habe sich die VBZ aber entschieden, «proaktiv nochmals zu informieren». Denn eine Kündigung sei weder für die Arbeitnehmer noch Arbeitgeber eine schöne Sache.

Ein grundsätzliches Handyverbot ist aber kein Thema: «An den Endhaltestellen hat das Fahrpersonal Pausen. Da wäre es unangebracht, wenn die Chauffeure auf ihr Smartphone oder Tablet verzichten müssten.» Auch an anderen Haltestellen sei ein Blick aufs Smartphone erlaubt, wenn das Fahrzeug gesichert sei.

Tram-Chauffeur filmt seine Fahrt

In den vergangenen Wochen sorgten gleich zwei Fälle für Schlagzeilen, wo die Fahrdienstvorschriften verletzt wurden: In einem fuhr ein Tram-Chauffeur mit 60 km/h durch Zürich und filmte die Fahrt mit seinem Handy, in einem anderen bediente ein Bus-Chauffeur der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) während der Fahrt sein Tablet.

Dass der Briefversand genau jetzt erfolgt, ist laut VBZ aber Zufall. «Der Versand erfolgte unabhängig von den Videos», sagte Tobler.

VZO definiert Sanktionen

Bei der VZO hat man nach dem Tablet-Vorfall reagiert: «Wir haben eine interne TV-Sendung, wo wir nochmals darauf aufmerksam gemacht haben, dass ein aktives Bedienen von Handys und Tablets nicht erlaubt ist – gemäss internen Regeln und gemäss dem Strassenverkehrsgesetz», sagt Direktor Werner Trachsel. Zudem werde man nun noch konkrete Sanktionen definieren, falls diese Regel künftig verletzt werde. «Eine fristlose Entlassung geht mir aber zu weit», so Trachsel.


Ein Chauffeur der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland hantierte während der Fahrt mit einem Tablet.

(SDA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alumdria841 am 16.10.2017 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Richtig so! Bei einer solchen Arbeit wo so viel Menschenleben im Spiel ist braucht es 100% Konzentration.

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  • Franka. T am 16.10.2017 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ich Frage mich....

    was haben die Chauffeure früher in den Pausen gemacht als es das alles noch nicht gab? Miteinander geredet vielleicht?? Oder Entspannt?

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  • Canonworld am 16.10.2017 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tabu

    Richtig so! Nur schon der "verschärfte" Umstand das man als Fahrer Personen befördert und dann währenddessen ein Handy oder Tablett bedient sollte doch bei den Chauffeuren die innere "Alarmglocke" los gehen, dass man solches nicht tut, ein absolutes no go. Aber das gilt allgemein im Strassenverkehr, für alle welche ein Auto etc. fahren. Es ist unglaublich was man da täglich im Strassenverkehr sieht, sogar auf der Autobahn während dem Fahren mit 120 km/h wird auf dem Smartphones herum gedrückt. Da finde ich es gut wenn es drastische Bussen gibt, Bussen die finanziell richtig weh tun.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Fischet am 16.10.2017 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch andere?!

    vielleicht auch z.B. bei der SBB und andere Bahnen, nur sieht man es da nicht weil man nicht in die Lok sprich Führerstand sieht.

  • Tina am 16.10.2017 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Disziplin gefordert

    Auch die endlos langen Gespräche zwischen Fahrzeugführer und Arbeitskollegen stört enorm.

  • Luna-one am 16.10.2017 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravoo

    Der Chlotemer hats gecheckt,!!!

  • jane marple am 16.10.2017 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    schrittzähler für handys

    es gibt doch schrittzähler für menschen, wo man sogar erfassen kann, wie schnell ein mensch geht oder rennt. wieso nicht für handys? das hand schaltet aus, sobald der sensor eine geschwindgkeit misst, die schneller ist als ein normales schritttempo!

  • Fritzli am 16.10.2017 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Pause

    Das Fahrpersonal hat an den Endhaltestelle keine Pause. Frau Tobler sollte sich besser informieren.