Stadt Zürich

11. Januar 2017 19:52; Akt: 11.01.2017 20:47 Print

Mehr Geld für subventioniertes Wohnen

Das Stadtparlament will mehr subventionierte Wohnungen in Zürich. Es hat gegen den Willen von SVP und FDP einen Rahmenkredit von 90 Millionen Franken bewilligt.

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Rund ein Drittel der Wohnungen subventioniert: Lange Schlange bei der Besichtigung einer Musterwohnung der Wohnungssiedlung Kronenwiese im Zürcher Quartier Unterstrass. (3. Juni 2016) (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Das Stadtparlament will mehr subventioniertes Wohnen in Zürich. Es hat gegen den Willen von SVP und FDP einen Rahmenkredit von 90 Millionen Franken für die Wohnbauaktion 2017 bewilligt. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

Mit den Wohnbauaktionen werden gemeinnützige Wohnungen, die zur Kostenmiete vermietet werden, für Haushalte mit kleinen Einkommen und Vermögen verbilligt. Die Stadt kennt dieses Instrument zum Erhalt und zur Förderung der sozialen Durchmischung seit 1943. Insgesamt wurden seither Darlehen und Beiträge in der Höhe von 402 Millionen Franken ausgerichtet, davon wurden bisher 213 Millionen Franken zurückbezahlt.

Der letzte Rahmenkredit von 30 Millionen Franken, den die Stimmberechtigten mit der Wohnbauaktion 2011 bewilligt haben, ist nun praktisch ausgeschöpft. Der Stadtrat beantragte deshalb beim Gemeinderat für die Wohnbauaktion 2017 einen Rahmenkredit von 90 Millionen Franken. Für knapp 84 Millionen Franken gibt es bereits hängige oder zu erwartende Subventionsgesuche für Bauprojekte.

52'000 gemeinnützige Wohnungen

Mit dem Rahmenkredit will die Stadt die Zahl von aktuell rund 6600 subventionierten Wohnungen nicht nur halten, sondern auch wieder erhöhen. Insgesamt gibt es in der Stadt rund 52'000 gemeinnützige Wohnungen, was einem Viertel aller Wohnungen auf dem Stadtgebiet entspricht.

Für die subventionierten Wohnungen gelten bei der Vermietung verschiedene Auflagen: So müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Mieterschaft und die Personenzahl während der ganzen Mietdauer strengen Vorgaben entsprechen. Dies wird von der Stadt mindestens alle zwei Jahre kontrolliert.

SVP und FDP waren für nur 30 Millionen

SVP und FDP wollten nur 30 Millionen Franken bewilligen. In der momentanen angespannten finanziellen Lage sollten die Mittel nicht ausgeweitet werden, war die Begründung. «Das können wir uns nicht leisten», hiess es von der FDP weiter.

Zudem sei die Wohnsituation in Zürich nicht mehr so dramatisch, doppelte die SVP nach. Dem widersprachen die Grünen: Die Wohnsituation sei für die Normalsterblichen alles andere als entspannt.

SVP und FDP waren mit ihrem Antrag aber chancenlos: Der Rat sprach sich mit 77 Ja- zu 40 Nein-Stimmen für den Rahmenkredit von 90 Millionen Franken. Nun muss das Stimmvolk über die Wohnbauaktion 2017 befinden.

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 11.01.2017 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wohnungen für den Mittelstand

    Baut doch endlich mal Wohnungen für den Mittelstand! Die zahlen Steuern und haben es daher verdient.

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  • Peter Müller am 11.01.2017 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quadratur des Kreises

    Ich frag mich immer warum so Wohnungen immer mitten in der Stadt sein müssen. Beste Lage und nix dafür bezahlen wollen. Manche sagen quadratur des Kreises dazu

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  • Karl am 11.01.2017 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hochhäuser

    Baut doch einfach einen Stadtteil in eine Hochhaussiedlunggrösser 100 Stockwerke um und dann ist genug Wohnraum da.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gg am 17.01.2017 00:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Günstige Wohnung

    Baut lieber Wohnung die auch für den Mittelstand zahlbar sind. Anstatt immer mehr Geld für Subventionen auszugeben Günstige Wohnung helfen mehr als Überteuerte Wohnungen.

  • Mieter Milchkuh am 13.01.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Günstig Wohnen - Aus Erfahrung gut

    Wenn SVP und FDP Steuern sparen wollen, hier ein Gratistipp: Verzichtet darauf, eine teure Abstimmung zu erzwingen, bei der das Geld sowieso gesprochen wird :)

  • Städter am 13.01.2017 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft

    "Zudem sei die Wohnsituation in Zürich nicht mehr so dramatisch, doppelte die SVP nach" Die Damen und Herren meinen wohl die Agglomeration :) Sind die auch mal in der Stadt?

  • citoyen am 12.01.2017 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon der Markt

    mit Steuermitteln ausgehebelt wird, müssen die Zwangs- Subventionierer (Steuerzahler) wenigstens die Gewissheit haben, dass die Bewohner periodisch überprüft werden: Entspricht die Belegung den Kriterien? Oder haust da eine Ex-Ehefrau allein in einer 4Zi- Wohnung? Haben sich die Einkommensverhältnisse geändert? Die Weigerung des linken Filzes, die prominenten Mietverhältnisse städtischer Liegenschaften transparent zu machen, lässt nichts Gutes erahnen.

    • Dani Müller am 13.01.2017 09:21 Report Diesen Beitrag melden

      Faktencheck

      Steht alles im Text. Ich wohne in einer subventionierten Wohnung und werde regelmässig überprüft.

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  • Peter Vogel am 12.01.2017 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Runter mit den Mieten

    Statt die hohen Mieten mit Subventionen auch noch zu unterstützen sollte man lieber etwas tun damit die Mieten wieder sinken. Im Schnitt sind die Mieten etwa 30% zu hoch. Es kann doch nicht sein, dass man für eine simple 3-Zimmerwohnung 25'000 und mehr bezahlen muss im Jahr. In den Nachbarländern kann man mit solchen Beträgen ein Haus abbezahlen.

    • The New Yorker am 14.01.2017 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Vogel

      Woher nehmen Sie diese Informationen? Waren sie schon mal in New York? Da kostet eine Einzimmerwohnung locker 3500 USD. Leider ist wohnen in einer Stadt fast immer relativ teuer. Das wollen leider die wenigstens hier begreifen. In Mumbai (Indien) kostet eine Wohnung an guter Lage gegen 13'000 USD/m2 . Das ist leider die Realität.

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