Zollfreilager-Areal Zürich

17. September 2015 17:00; Akt: 17.09.2015 17:13 Print

«Verbotene Stadt» wird zum Wohnort für Tausende

Auf dem ehemaligen Zollfreilager-Areal in Zürich wächst ein kleine Stadt heran. Von den 800 Wohnungen ist die Hälfte vergeben – obwohl der Bezug erst im Herbst 2016 beginnt.

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Es ist ein Riesen-Projekt: Auf dem Areal des ehemaligen Zollfreilagers in Albisrieden entsteht auf einer Fläche von rund 70'500 Quadratmetern eine kleine Stadt. Genauer eine «verbotene Stadt, die jetzt endlich zugänglich wird», wie Jean-Claude Maissen, CEO der Zürcher Freilager AG, auf einem Baustellenrundgang sagte. Der Begriff der verbotenen Stadt gehe auf die Zoneneinteilung zurück: Bis 2010 sei das Areal strikt Industrie, Handel und Gewerbe vorbehalten gewesen. Mit der Umzonung könne nun bald auch die Öffentlichkeit davon profitieren.

Gebaut wird ein gemischt genutztes Quartier mit rund 800 Mietwohnungen sowie Gewerbe-, Büro-, Verkaufs- und Gastronomieflächen. Zudem wurde ein Gebäudekomplex bereits von der Studentischen Wohngenossenschaft Zürich (Woko) übernommen – sie will im Zollfreilager künftig 200 Zimmer an Studenten vermieten.

450 Wohnungen bereits vergeben

Schon im Frühling 2016 soll das Gebäude für studentisches Wohnen bezugsbereit sein. Die Studierenden erwartet laut der Freilager AG ein gut erschlossenes Quartier mit etlichen Möglichkeiten und Freiräumen. So sollen künftig grosszügige Grünflächen und eine Freizeit-Infrastruktur eine hohe Lebensqualität garantieren. Die restlichen Gebäude werden voraussichtlich im Herbst 2016 fertiggestellt – im Dezember nächsten Jahres sollen dann auch die letzten Mieter ihre Wohnungen beziehen können.

300 Wohnungen haben bereits einen Abnehmer gefunden. Bei weiteren 150 stecke man mitten in den Verhandlungen, wie Maissen sagt. Damit sei rund die Hälfte der Wohnungen schon vergeben – eine gute Bilanz, beachte man, dass der definitive Bezug frühstens im nächsten Herbst erfolge. Zudem müsse man sich auch bewusst sein, dass ein Bauprojekt von 800 Wohnungen für Zürich einmalig sei. Ein Überangebot gebe es aber keines: Man sei zuversichtlich, dass man bis zur Bezugsbereitschaft auch für die restlichen Mietflächen Abnehmer finde.

2000-Watt-Gesellschaft

Argumente, um in die neue Siedlung zu ziehen, gibt es laut Maissen viele, eines davon ist Nachhaltigkeit. «Das Freilager orientiert sich an den Kriterien der 2000-Watt-Gesellschaft», so der CEO. Zusammen mit der ETH Zürich hat die Freilager AG ein umweltfreundliches Konzept erarbeitet: Die Wärmeproduktion erfolgt aus einem Erdsondenfeld, zudem wird die Abwärme weiterverwendet. Die Bepflanzung soll möglichst vielfältig gestaltet und mittels Regenwasser bewässert werden.

Die Zielgruppe ist, wie auch das Preissegment der Wohnungen, breit gestreut. Sowohl Studenten als auch Einzelmieter und Familien seien im Quartier willkommen. Letztere profitieren von einem nahen Kindergarten und einer Kinderkrippe direkt im Quartier. Die Stadt Zürich plant zudem, im Jahr 2023 eine neue Schule beim Freilager zu eröffnen.

(ced)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • N.Stadelmann am 17.09.2015 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Bauverbot wäre besser!

    Früher nannten wir solche Objekte "Plattenbauten oder Gefängnis". Würde gerne wissen wer für diese Stadtverschandelung verantwortlich ist. Einfach nur hässlich was momentan in Zürich gebaut wird...

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  • Dr. Gabber am 17.09.2015 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso habe ich das Gefühl

    Dass da dann relativ wenig Studenten wohnen werden.

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  • diva am 17.09.2015 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    banlieu oder ghetto lässt grüssen

    hässlicher geht es nicht mehr. wir werden wohl bald ein ghetto in albisrieden haben ein teil der wohnungen hat NIE sonnenlicht und die wohnungen sind extrem teuer. bevor ich an so einen ort ziehen würde, würde ich ein leben auf dem zeltplatz wählen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BCM am 19.09.2015 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu hohe Mieten!

    Ein neues Quartier-eigentlich eine tolle Sache! Aber- wer kann sich diese Mietzinse leisten?! Eine große 4.5 - 5.5 Zimmerwhg kostet dort von 3500.- an aufwärts! Und das auf der Basis eines Hypozinses von 2.00 Prozent! Eine vergleichbare Whg. Kostet im Quartier bei korrekter Verrechnung der Hypozinsen (Aktuell Stand 1.75 %, inklusive NK (ca. 350.-) 3000.-! Schade! Einmal mehr werden hier Renditen auf Kosten der Bevölkerung maximiert- wir bezahlen 2x: zuerst die Pensionskasse und dann die mit diesem Geld realisierten, rendite-optimierten Mieten...

  • Etienne Zgraggen am 18.09.2015 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wohnraum für Studierende

    Studenten sollen bescheiden leben. Als Steuerzahler bezahle ich Wohnraum für Studierende im Trendquartier Zürich-West. Das Hinterletze! Es gibt genügend Familien und Personen welche auf eigenen Beinen stehen und sich im Kreis 5 eine Wohnung wünschen.

    • Philipp am 19.09.2015 15:25 Report Diesen Beitrag melden

      Kreis 5?

      Seit wann ist Albisrieden Kreis 5? Zudem ist der Kreis 5 wohl der scheusslichste und unwirtlichste Kreis der Stadt und für Familien vollkommen ungeeignet. Dort gibt es ohnehin nur teure Schicki-Micki Wohnungen.

    • laitia am 19.09.2015 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      wie bitte?

      du bezahlst mit deinen Steuern wohl GAR NICHTS, denn die paar tausend Fränkli machen den Braten nicht feiss. Ausserdem kenne ich keine Familie, die in den Kreis 5 WILL (der übrigens NICHT Albisrieden heisst)

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  • Ernst Sommer am 18.09.2015 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwertung eines Quartiers

    Ich arbeitete in meiner Lehrzeit ein paar Male stundenweise im Freilager Albisrieden, und das war schlicht ein Bunker, dagegen war ja das Gefängnia Regina Coeli in Rom ein schönes Gebäude

  • Jess28 am 18.09.2015 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umwelt geht vor!

    Immer ist es dasselbe: Alle reklamieren. Dabei sind es wahrscheinlich genau diese Leute, die den die Politiker angreiffen, weil sie zu wenig Umweltschutz betreiben. Dass endlich ein Grossprojekt gestartet wurde um einen Anfang für die 2000-Watt-Gesellschaft zu machen.

  • reufu am 18.09.2015 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preise absichtlich hoch halten

    damit später die nicht vermieteten Wohnungen von Stadt und Kanton für Asylantenwohnheime in Beschlag genommen werden können?