Stadt Zürich

21. September 2017 20:51; Akt: 21.09.2017 21:07 Print

Polizei vertreibt Veganer-Demo vor Sternen-Grill

Vegane Aktivisten haben am Donnerstagabend erneut vor dem Zürcher Sternen-Grill demonstriert. Eine zufällig vorbeifahrende Polizei-Patrouille beendete die Aktion jedoch rasch.

Die Veganer-Demo am Donnerstagabend vor dem Sternen-Grill.
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Mit Masken und farbigen Perücken verkleidet sind eine Hand voll vegane Aktivistinnen und Aktivisten am Donnerstagabend vor dem Sternen-Grill am Zürcher Bellevue aufgetaucht. Sie verteilten unbewilligt Flyer mit der Aufschrift «Fleisch ist Mord» an Gäste sowie Passanten und positionierten sich mit einem Transparent vor dem Lokal. Darauf stand «Achtung militante Veganer» - eine Anspielung auf die Medienberichte bei der letzten Demo vor dem Sternen-Grill Ende August.

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Der Spuk dauerte allerdings nur rund eine Minute. Denn plötzlich hielt ein zufällig vorbeifahrendes Patrouillenfahrzeug der Stadtpolizei Zürich auf dem Trottoir an. «Verteile», rief einer der Aktivisten den anderen zu. Blitzschnell verschwanden alle.

Zwei Polizisten rannten ihnen jedoch hinterher und stellten sie in der St.-Urban-Gasse. Die Aktivisten erklärten, es handle sich um einen «Hoax» - zu Deutsch Scherz. Die Polizisten drückten ein Auge zu, forderten die Aktivisten aber auf, die Wattebäusche, die sie vor dem Sternen-Grill herumgeworfen hatten, aufzuheben. Dies taten die Demonstranten auch.

«En fertige Schissdräck»

Bei den Gästen des Sternen-Grills kam das Ganze mässig gut an: «En fertige Schissdräck», sagte ein Mann und zerknüllte den Flyer in seiner Hand. Ein junges Paar, das mit seinem Nachwuchs beim Znacht war, fand zwar, dass sie ohnehin selten Fleisch essen würden und die Aktion mit den Wattebäuschen irgendwie «herzig» war: «Trotzdem geniessen wir jetzt unsere Wurst.»

Hinter der Aktion steckt die Gruppe Autonome Tierrechts Aktivist_Innen Zürich. In einer Mitteilung schreiben sie, sie hätten bei der letzten Demo Ende August ebenfalls friedlich auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Dabei seien sie aber tätlich angegriffen worden und die Medien hätten sie danach zu Unrecht als «militante Veganer» bezeichnet. Dabei: Militant sei «das sinnlose Töten fühlender Mitgeschöpfe und dies im Interesse des Profits und der Gier des Menschen nach Genuss».

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Melina am 22.09.2017 06:38 Report Diesen Beitrag melden

    Daneben

    Ich hab nichts gegen Vegetarier. Soll doch jeder essen auf was er Lust hat. Aber einen auf Moralapostel zu machen und Leute belästigen mit Plakaten auf denen "Fleisch ist Mord" steht geht mir dann doch entschieden zu weit! Ausserdem sind auch Pflanzen Lebewesen und werden daher ebenfalls ermordet, soviel schon mal dazu. Und wenn ich am essen bin will ich nicht belästigt werden, von niemandem. Ich geh die auch nicht beim Essen stören und erzähl ihnen was von wegen Pflanzenpestizide vergiften die Umwelt und Vegis sind da Schuld dran!

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  • Dirk Schmidt am 21.09.2017 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben und leben lassen...

    Ganz einfach leben und leben lassen. Fleischesser setzen sich auch nicht vors hiltl und machen Stress. Also bitte jeder wie er will....

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  • B. Bakker am 22.09.2017 02:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja...

    "Tiere töten ist militant und dient nur dem Genuss" Falsch! Ohne den Verzehr von Fleisch wären die Veganer heute nicht mal in der Lage ihr Anliegen zu formulieren! Das Essen von Fleisch gehört zum Menschen wie das Amen zur Kirche. Natürlich mit Mass. So schizophren es klingen mag, für mich sind Veganer nicht "natürlich" und wenn sie es dann auch noch jedem auf die Nase binden müssen, tun sie mir fast schon leid.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mea Parvitas am 23.09.2017 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Find ich super! Tiere leiden und sterben für das Fleisch auf den Tellern, das wollen die meisten weder hören noch sehen, hier werden sie zumindest etwas konfrontiert damit.

  • Roger Rüebli am 23.09.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlverhalten

    In Zukunft entschuldige ich mein Fehlverhalten jeweils auch damit, dass es ein Scherz war. Scheint zu funktionieren.

  • Frau52 am 22.09.2017 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Punkt Schluss

    Gat's eigentlich no? Der Sternengrill ist uralt und gehört Jahrzehnten zu Zürich. Veganer haben wohl noch nie etwas von dem Sprichwort gehört " Leben und leben lassen". Wir gehen ja auch nicht ins Hiltl oder Tibits und machen Krawall. Wenn ich persönlich Lust habe Vegi zu essen oder Vegan mache ich das, wenn ich Lust auf Fleisch habe esse ich auch dies. Immer diese Extreme leben und dabei die übrige Menschheit vergessen. Wenn ich etwas möchte, heisst das nicht, dass alle dasselbe auch wünschen, Punkt Schluss.

  • marko 32 am 22.09.2017 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • Tyra am 22.09.2017 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Leben&Lebenlassen

    Also ich hätte den Aktivisten voller Vergnügen, mit der Wurst in der Hand, zugeschaut.