Kanton Zürich

14. März 2018 18:13; Akt: 14.03.2018 18:30 Print

Jungparteien wollen, dass 16-Jährige wählen dürfen

Die Jungparteien-Allianz lanciert ein kantonales «Stimmrechtsalter 16 auf Anfrage». Politisch interessierte Jugendliche sollen im Kanton Zürich wählen dürfen.

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GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig hat am Montag die parlamentarische Initiative «Stimmrechtsalter 16 auf Anfrage​» eingereicht. Politisch interessierte Jugendliche sollen sich ab dem 16. Lebensjahr ins Stimm- und Wahlregister eintragen können, wenn sie sich politisch engagieren möchten.

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Damit wolle Jugendliche möglichst früh für politische Themen begeistern und zur Abstimmungs- und Wahlbeteiligung motivieren, heisst es in einer Mitteilung der Jungen Grünliberalen. Nur Jugendliche, die diesen Mehraufwand auf sich nehmen, sollen die Stimmberechtigung auf kantonaler Ebene erlangen können.

«Positive Erfahrungen in Glarus»

Im Kanton Glarus können Jugendliche ab 16 Jahren bereits seit 2007 abstimmen. «Damit hat man positive Erfahrungen gemacht», sagt Manuel Frick, Präsident der Jungen GLP Zürich. Daher wäre es höchste Zeit, dass auch der Kanton Zürich nachzieht.

Grosse Veränderungen wolle man mit dem Vorstoss nicht erreichen: «Wir möchten Jugendliche ansprechen, die das Stimmrecht ab 18 genauso unfair finden wie wir», so Frick. Viele Mitglieder der Jungparteien seien noch nicht volljährig und würden sich politisch engagieren, dürften aber etwa Initiativen nicht unterschreiben. Frick: «Das ist nicht in Ordnung, denn politische Entscheidungen treffen die Jugendlichen am längsten.»

«Es braucht ein bestimmtes Alter»

Der Vorstoss im Kantonsrat wird von vielen Jungparteien unterstützt, nicht so die Jungfreisinnigen Zürich: «Aus unserer Sicht ist man mit dieser Initiative nicht auf dem richtigen Weg», sagt Sandro Lienhart, Präsident der Jungfreisinnigen Zürich. Es mache keinen Sinn, die Altersgrenze herunterzusetzen, weil man damit nicht mehr Wähler gewinne. «Es braucht ein bestimmtes Alter, um die politische Verantwortung wahrnehmen zu können.»

Auch bei der Jungen SVP Zürich gibt man der Initiative wenig Erfolgschancen, wie Präsidentin Camille Lothe sagt. Sollte sich die Initiative dennoch durchsetzen, werde das nichts an der konstant niedrigen Wahlbeteiligung ändern: «Viele junge Menschen haben andere Sachen im Kopf.» Ihre minderjährigen Parteikollegen hätten kein dringendes Bedürfnis, wählen zu gehen.

«Ich glaube nicht, dass sich diese Initiative durchsetzen wird»

Politologe Georg Lutz rechnet dem Vorstoss auch wenig Chancen aus: «Ich glaube nicht, dass sich diese Initiative durchsetzen wird. Im Baselbiet ist ein ähnlicher Vorschlag vom Stimmvolk kürzlich klar abgelehnt worden.»

Eine Schwierigkeit des Vorstosses sieht Lutz beim passiven Wahlrecht: «Das aktive und das passive Wahlrecht müsste entkoppelt werden: Mit 16 Jahren aktiv zu wählen, ist noch vorstellbar – gewählt zu werden und zu regieren, wenn man selbst noch unmündig ist, hingegen weniger.»

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vesna Meier am 14.03.2018 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Dann aber überall!

    Rosinen picken gilt nicht. Dann sollen die 16-Jährigen aber auch in Sachen Strafrecht wie Erwachsene behandelt werden. Ebenso im Asylrecht etc,

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  • Céle am 14.03.2018 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein!

    Mit 16 ist man noch ein halbes Kind. Man ist noch nicht reif genug um wählen zu dürfen. Man versteht die politischen Zusammenhänge definitiv noch nicht und erkennt die Folgen, die eine Wahl haben kann, nicht. 18 ist früh genug!

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  • Nino am 14.03.2018 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Hormongesteuerte Pubertierende

    Klar, wenn ich eines unbedingt will, dann sind es junge, hormongesteuerte Pubertierende ohne jegliche Lebenserfahrung und Weitsicht, welche über die Geschicke in unserem Land bestimmen. Von nichts habe ich jemals mehr geträumt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nilo H. am 14.03.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    FantAsie

    Im Kt. Glarus soll man mit Stimmrechtalter 16 positive Erfahrungen gemacht haben, behauptet ausgerechnet Manuel Frick, Präsident der Jungen GLP Zürich. Woher will er das wissen? FantAsie. Tatsache ist, dass 16-Jährige im Kt. Glarus bereits seit über 10 Jahren abstimmen dürfen. Deren Interesse und Beteiligung ist indes sehr bescheiden. Kein anderer Schweizer Kanton hat in Sachen Stimmrecht für 16-Jährige nachgezogen. Erst vor 10 Tagen wurde die Initiative für Stimmrechtalter 16 in Basel Land mit fast 85% abgelehnt. Ich würde den Vorstoss im Kanton Zürich also eher als Zwängerei bezeichnen.

  • marco am 14.03.2018 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch kein Jugendrecht mehr

    Aber auch gleiche Pflichten ( Steuern). Und vor dem Gesetz gleich. Kein Jugendrecht mehr ab 16.

  • Mirischglich am 14.03.2018 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Was sölls

    Was nützts? Die Stimmbeteiligung der 18-25 jährigen ist eh minimal. Somit ists mir relativ wurscht...

  • Fred am 14.03.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Vor einiger

    Zeit dachte ich, dass sei eine gute Idee, aber mit der nobillag Abstimmung hab ich mitbekommen wie leicht junge zu beeinflussen sind, bei 3/4 Ablehnung wurden 3/4 beeinflusst gegen Ihre Interessen zu stimmen. Also total egal. Was ist eine Demokratie wert wo die Stimmbürger so leich überzeugt werden können. Antwort: nicht viel, und jetzt, Daumen runter, marsch

  • Reto A. am 14.03.2018 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern

    Na klar doch ... wenn sie auch Steuern zahlen gerne...