Öffentlicher Verkehr

03. April 2018 16:36; Akt: 04.04.2018 06:58 Print

Auf den Uetliberg fahren jetzt Busse

Wegen Gleisarbeiten fahren seit Dienstag Busse auf den Uetliberg hoch. Das Fahren auf der steilen Strasse ist aber gar nicht so einfach für die erfahrenen Chauffeure.

Ab dem Bahnhof Ringlikon fahren wegen Gleisarbeiten Busse auf den Uetliberg hoch.
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«Bitte aussteigen», heisst es seit Dienstagmorgen am Bahnhof Ringlikon. Etwa 60 Passagiere verlassen den roten Zug und steigen in den Bus um, der sie innerhalb von sechs Minuten fast bis zum Gipfel des Uetliberges hochbringen wird. Chauffeur Willi Gerber fährt konzentriert die steile Waldstrasse hoch.

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Bäume links und rechts, Jogger schauen verwundert, es holpert ein bisschen. Oben angekommen manövriert er den langen Bus rückwärts – ein Spezialist vom Verkehrsdienst weist ihn dabei an, da die Wendestelle unübersichtlich ist.

Die Strassen sind sehr schmal

Nötig sind die Manöver, weil die Strecke wegen der Erneuerung des Gleisbettes zwischen Ringlikon und Uetliberg bis zum 11. Mai für den Zug gesperrt bleibt. Dass an Werktagen stattdessen Busse auf den Zürcher Hausberg hochfahren, gab es noch nie, sagt Franz Rottler, Buskoordinator bei der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU: «Deshalb mussten wir auch im Vorfeld testen, ob der rund elf Meter lange Passagierbus überhaupt hochkommt.»

Kam er, allerdings gab es noch einiges zu verbessern: So wurden in den letzten Wochen Äste abgesägt, die zu weit in die Strasse hinausragten, und vor allem Kurven ausgebessert. Der 2400 Meter lange Strassenabschnitt wurde zudem mit einer Lichtsignalanlage ausgestattet, da er für Busse zu schmal zum Kreuzen mit entgegenkommenden Autos ist.

«Alles lief nach Plan»

Autofahrer müssen deshalb bis zu 20 Minuten warten, so Rottler: «Hauptsächlich betrifft dies die Anwohner, Angestellten und Lieferanten des Hotels und der Restaurants auf dem Berg, da ja sonst auf der Strasse ein Fahrverbot gelte.» Begeistert seien diese nicht, aber sie hätten auch Verständnis für die Reparaturarbeiten.

Bei der SZU ist man mit dem ersten Morgen jedenfalls zufrieden, so Rottler: «Alles lief nach Plan.» Dies sieht auch der langjährige Busfahrer Willi Gerber so, der vor seiner neuen Aufgabe geschult wurde. Obwohl diese laut Rottler nicht einfach ist und viel Erfahrung braucht, hat Gerber keine Schwierigkeiten damit: «Draussen in der Natur zu fahren, ist schön. Es gibt hier keinen Verkehr.» Auch sei die Strasse breit genug für seinen Bus. In diesem haben 60 Personen Platz, was an schönen Tagen zu wenig sein könnte.

«Die Fahrt mit dem Bus war angenehm»

Deshalb setzt die SZU dann zusätzliche Busse ein, laut Rottler müssten die Passagiere allenfalls mit kurzen Wartezeiten rechnen. Trudi und Robert Ruh, die einmal in der Woche auf dem Uetliberg sind, haben die Fahrt dennoch genossen: «Es war angenehm, ruhig und sicher – wir wären gerne weitergefahren.» Ausserdem könne man doch froh sein, dass es überhaupt eine Strasse gibt, mit der man die Verbindung herstellen kann – «sonst müssten wir alle noch hochlaufen».

(som/mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leon am 03.04.2018 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gar nicht so einfach?

    Naja der Chauffeur im Video macht auf mich nicht den Eindruck als ob er die Strecke besonders Anspruchsvoll fände.

    einklappen einklappen
  • Markus am 03.04.2018 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zurück an den Schreibtisch

    Das Interview des Jahre, Hut ab!

  • Felice am 03.04.2018 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ützgi

    Ups, da gibt es aber viel anspruchsvolle Strecken in der Schweiz. Wirklich kein Problem für einen Berufs Chauffeur, zu dem ist Strecke gut ausgebaut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ramona am 03.04.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bewegung täte denen gut

    Oh mein Gott! Sonst hätten sie hoch Laufen müssen!! Laufen! sich Bewegen... ui ui das geht natürlich gar nicht.

  • Sigiii25 am 03.04.2018 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Phuu

    Phuuu laut chauffeur eine seeeeehr anspruchsvolle strecke :-)

  • Gambler76 am 03.04.2018 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist nicht schwierig/gefährlich

    Super, wie der Chauffeur die plakativen Angsmacherfragen tiefenentspannt beantwortet. Wenns nicht schwierig/gefährlich ist, dann ist es das auch nicht. Da nützt auch ständiges nachfragen nichts.... Warum wird nicht mehr über die Bauarbeiten erzählt? Folgen noch weitere Bauabschnitte? Wie alt war das Trassé? Sind die Arbeiten nur Teile von einem grösseren Projekt?

  • Denner3000 am 03.04.2018 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Geschrei für nichts

    Die Feuerwehr der Stadt Zürich fuhr da schon mehrfach mit den grossen Feuerwehrautos hoch und zwar ohne Probleme

  • jane77 am 03.04.2018 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bei Schnee/Regen sieht anders aus

    die Chauffeur werden diese Strecke bei diesem Wetter sicher ohne Stress fahren