Kanton Zürich

16. Juni 2016 15:57; Akt: 20.06.2016 11:44 Print

Aufsichtsbehörde stellt Kesb gutes Zeugnis aus

Die 13 Zürcher Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) haben 2015 gut gearbeitet. Sie ordneten über 21'000 Massnahmen an – ähnlich viele wie im Vorjahr.

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Als Meilensteine hätten die Kesb bis Ende 2015 sämtliche altrechtlichen Erwachsenenschutzmassnahmen fristgerecht in eine Massnahme des neuen Rechts überführt, teilte die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich am Donnerstag mit. Zudem konnte die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren in Empfehlungen geregelt werden.

Die Aufsichtsbehörde behandelte im vergangenen Jahr 38 Aufsichtsbeschwerden, vier mehr als im Jahr 2014. Dabei habe es sich ausnahmslos um Beschwerden gehandelt, bei denen die Gerichte zuständig gewesen wären.

«Trotzdem führte das Gemeindeamt in einem Fall mit der betroffenen Kesb eine Aussprache durch», heisst es weiter. Dabei wurden das Vorgehen kritisch reflektiert und Verbesserungsmöglichkeiten erörtert. Es ging um den Einbezug von Angehörigen ins Verfahren und die Transparenz der Behörden gegenüber den Betroffenen, beispielsweise in Sachen Vorgehen, nächste Schritte und Zeitplan. In drei weiteren Fällen gab es schriftliche Hinweise für mögliche Verbesserungen.

Das Gemeindeamt schätzt die Belastungssituation in den 13 Kesb als mehrheitlich hoch ein. Dennoch geht es von einer Entspannung der Situation aus: Im Jahr 2014 wurde zusätzliches Personal angestellt und die von den früheren Vormundschaftsbehörden übernommenen Pendenzen konnten grösstenteils erledigt werden.

Kindstötung von Flaach hat Konsequenzen

Ins Berichtsjahr fällt auch der Fall Flaach. Anfang 2015 hatte eine Mutter ihre beiden Kinder und später sich selbst getötet, nachdem die zuständige Kesb die vorübergehende Unterbringung der Kinder in einem Heim angeordnet hatte. Zwei unabhängige Gutachten hatten ergeben, dass die Kesb die Tötung nicht hätte verhindern können.

«Im Ablauf des Kindesschutzverfahrens wurden aber verschiedene Mängel festgestellt», heisst es weiter. Die Aufsichtsbehörde hat deshalb Massnahmen getroffen, «die zur Qualitätssicherung und Verbesserung sämtlicher Kesb im Kanton Zürich beitragen sollen».

Sie hat einerseits Weisungen erlassen. So müssen beispielsweise angeordnete einstweilige Massnahmen, die ohne Anhörung der Betroffenen gefällt wurden, künftig der Leitung der Kesb gemeldet werden. Die getroffenen Schritte sind «im Regelfall innert maximal drei Wochen seit deren Eröffnung durch einen anfechtbaren Entscheid» abzulösen.

Andererseits soll es unterstützende Angebote wie Arbeitshilfen in Sachen rechtliches Gehör oder verschiedene Schulungen geben. Zudem soll mit der Vereinheitlichung und Standardisierung der Abklärung die Qualität im Kindesschutz verbessert werden.

Über 21'000 Massnahmen angeordnet

Die Kesn im Kanton Zürich ordneten im vergangenen Jahr 21'352 Massnahmen an. Dabei ging es hauptsächlich um Beistandschaften. «Im Vergleich zu 2014 entwickelte sich der Bestand unauffällig», heisst es weiter. Durchschnittlich waren im Jahr 2015 im Kanton 1,46 von 100 Personen von den Kesb begleitet. Nur ein Drittel davon waren Kinder.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cello am 16.06.2016 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    So So

    Eine Behörde stellt einer Behörde ein gutes Zeugnis aus, hätte ich also nie erwartet

  • keine Kesb mehr am 16.06.2016 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kuschelei geht weiter

    war ja zu erwarten!!! beide Einheiten abschaffen

    einklappen einklappen
  • Denkfrosch am 16.06.2016 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kollektive Selbstbefriedigung

    Jaa, hihihi, sich gegenseitig schönreden. Besser gesagt, Schönreden mit Fixlohn!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jane38 am 17.06.2016 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    papier

    die kesb kennt die fälle die sie bearbeiten nur aus akten. man kan doch kein urteil über jemanden fällen welchen man nur auf papier kennt.

  • mama am 16.06.2016 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verdient

    danke für eure tolle arbeit kesb!!!

  • Thomas D. am 16.06.2016 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Miteinander statt Gegeneinander

    An alle Nörgler erst den Artikel genau durchlesen! Es ist offensichtlich das es auch KESB "Filialen" gibt, die mit den Gemeinden zusammenarbeiten. Ebenso gibt es auch Gemeinden, die der KESB Verbesserungsvorschläge machen um Miteinander Probleme zu lösen. Bei den negativen Berichten über die KESB ist diese Zusammenarbeit nicht gegeben (von welcher Seite auch Immer)! Die KESB wird nur dann zu Recht verurteilt, wenn die entsprechende "Filiale" zu keinem Gespräch bereit ist und keine konstruktive Kritik akzeptiert!

  • mägge am 16.06.2016 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    war doch klar

    Oh, welch wunder!! Da hätte ich auch Tausende Franken darauf gewettet, dass das so rauskommt!!

  • Let it be am 16.06.2016 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KESB erhält gutes Zeugnis

    Warum wundere ich mich denn jetzt nur, dass ich mich darüber nicht wundere.. ;)