Zürcher Kreis 4

27. Januar 2018 11:57; Akt: 27.01.2018 11:57 Print

Beizer übernimmt die Miete von Lärmklägerin

Eine junge Anwohnerin im Kreis 4 störte sich am Lärm eines Lokals. Um sie vor weiteren Lärmklagen abzuhalten, zahlte ihr der Betreiber die Miete.

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Gerade im Langstrassenquartier gibt es wegen Lärm immer wieder Konflikte. (Bild: Beat Marti)

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Das Nachtleben im Kreis 4 boomt – zum Leidwesen von Anwohnern, die wegen des zunehmenden Lärms nicht mehr richtig schlafen können. Lokalbetreiber sehen sich zunehmend mit Klagen konfrontiert.

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Einer von ihnen hat einen unorthodoxen Lösungsansatz gefunden. Welchen, das hat Koni Frei, der an Lokalen wie dem Volkshaus, dem Longstreet und der Kanzlei beteiligt ist, kürzlich an einer Podiumsveranstaltung im Seefeld erzählte, wie die Zeitung «Zürich West» berichtet.

«So wie wir Probleme im Kreis 4 lösen»

Demnach hatte ein Lokalbetreiber im vergangenen Jahr Ärger mit einer jungen Anwohnerin. Diese sei als Wochenendaufenthalterin in Zürich und selbst ab und zu in dem Lokal zu Gast, so Frei. Trotzdem habe sie sich mehrfach über den Lärm beklagt. Gespräche seien gescheitert. «Darum lösten wir das Problem, wie wir Probleme im Kreis 4 lösen. Wir zahlen ihr die Miete und jetzt ist fertig.»

Das Bezahlen von Miete sei aber kein genereller Lösungsansatz, sagt Frei: «Ich finde es einfach schade, dass teilweise Lokale in Zürich wegen Lärmklagen schliessen müssen.» Die Betreiber werden laut Frei Opfer des eigenes Erfolgs.

Frei bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten den Vorfall, zu dem er keine Details bekannt geben will. Auch sagt er nicht, um welches Lokal es sich handelt und ob er an diesem beteiligt ist. «Wir planen aber mit dem Wirteverband demnächst eine grössere Aktion, um solchen Konflikte anzugehen.»

Für den Wirt kann sich das lohnen

Auch Walter Angst, Sprecher des Stadtzürcher Mieterverbandes, kennt die Lärmkonflikte im Kreis 4. Dass Lokalbetreiber aber einer Anwohnerin die Miete bezahlten, sei aussergewöhnlich: «Für den Wirt lohnt sich das, wenn die Einnahmen eines Lokals aus dem Eventbetrieb höher sind als die Entschädigung.» Die Ziele des Mietrechtes oder der Lärmschutzgesetze würden mit einer solchen Massnahme natürlich nicht erreicht.

Mieter könnten bei Lärm nur gegen den Vermieter vorgehen. Eine Mietzinsreduktion gebe es befristet bis zur Behebung des Lärmbelästigung. «Erfolgversprechend sind solche Mängelverfahren allerdings nur, wenn nicht schon beim Einzug klar gewesen ist, dass es diese Lärmimmissionen gibt.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Willi T. am 27.01.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Interessante Variante

    Habe immer gedacht, Ohren kann man nur mit Oropax verschliessen. Dass es mit Geld auch geht wusste ich gar nicht.

    einklappen einklappen
  • Gugussi am 27.01.2018 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Ich denke dass die mieter VOR dem einzug wussten dass es dort lauter ist als anderswo!!

    einklappen einklappen
  • Kopilot am 27.01.2018 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Profiteure

    Andere ziehen nach Opfikon und klagen dann 6 Monate später wegen Fluglärm auf Mietzinsreduktion da sie ja nicht wissen konnten dass im nahen Kloten Flugzeuge starten und landen. Mit dem erstrittenen Geld fliegen sie dann auf die Kanaren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • humpty am 28.01.2018 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hä?

    wo ist da die logik? der lärm bleibt doch, auch wenn die miete nicht mehr selber bezahlt werden muss? zudem, was ist mit den andern anwohner? werden diese mieten auch übernommen? dann kann man an der langstrasse bald gratis wohnen!? auch da sollte man doch besser die ursache statt die symptome bekämpfen!

  • Luther2 am 28.01.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm

    Wenn das plötzlich Schule macht und mehrere Mieter klagen wird's teuer für den Beizer... ;) Gut gemeint aber ein Spiel mit dem Feuer!

  • Kien R. Nellen am 27.01.2018 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    R. Pressung

    Originelle Lösungsansätze erinnern auch an "Angebote, die mann/frau nicht ausschlagen kann". Mario Puzo hat darüber geschrieben.

  • Max / Müller am 27.01.2018 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Armutszeugnis der Mieterin....

    Ein Armutszeugnis der Klägerin, dass sie sogar selbst im betreffenden Lokal verkehrt. Einfach schäbig, ein solches Vorgehen. Bestimmt geht auch sie in den Ausgang und macht andernorts gehörig Lärm... den sie ja nicht stört, da sie ja nicht dort wohnt. Und das Restaurant hat sicher erst nach ihrem Mietbeginn den Betrieb aufgenommen... Sehr schwach von einer solchen egoistischen Person!

  • N.Ursing am 27.01.2018 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung.

    Eine neue Form der Prostitution.Geld gegen Lärm.Sie ist jung und braucht das Geld.Der Beizer sollte aber aufpassen...eine #meetoo Deklaration durch dieses geldgierige und klagefreudige Weibchen wär durchaus denkbar.