Zürich

23. Februar 2015 05:47; Akt: 23.02.2015 10:03 Print

Bierbars schiessen wie Pilse aus dem Boden

In Zürich boomen Bars, die hunderte von Biersorten anbieten. Kenner glauben, dass Bier bald einen ähnlichen Stellenwert hat wie Wein.

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200 Biermarken von süss über fruchtig bis herb: Diese riesige Auswahl gibt es im Erzbierschof im Kreis 4, der am letzten Mittwoch eröffnet wurde. Es ist bereits die vierte Filiale in der Schweiz, wie Mitinhaber Toni Flükiger sagt: «Wir möchten den Leuten die Biervielfalt näherbringen.» Dazu gehöre eine ausführliche Beratung: «Sogar wer das Getränk nicht mag, kann bei uns ein passendes Bier finden.»

Dies verspricht auch Christian Langenegger, der seit Dezember die Bierbar The International im Kreis 5 führt. Er bietet rund 100 Biersorten an – 50 davon kommen allein aus der Schweiz: «Wir wechseln unsere Sorten ständig aus und haben auch ausgefallene Geschmäcker wie Schokolade, Honig oder Himbeere im Angebot.» Das hat seinen Preis – viele seiner Biere kosten um die zehn Franken.

Der Anfang der Bierrevolution

Dass es in Zürich in so kurzer Zeit zwei neue Bierbars gebe, sei kein Zufall, meint Christian Jauslin, der mit einem Freund den Blog Bierversuche.ch führt: «In den letzten vier Jahren hat sich viel getan – die Nachfrage nach einer grössen Vielfalt wächst.» Diese habe damit zu tun, dass es in der Schweiz immer mehr kleine Brauereien gibt: «Auch haben uns die Expats die Bierkultur aus ihrer Heimat nähergebracht.»

Die beiden Blogger haben Bierlokale in der ganzen Schweiz getestet und finden, dass die Zürcher einigermassen verwöhnt sind: «Hier gibt es neben dem Erzbierschof und The International zahlreiche Bars mit einer grossen Auswahl.» Etwa das Eldorado, Fork and Bottle, das Federal im HB oder das Kaiser Franz, so Jauslin.

«Image eines simplen Erfrischungsgetränk»

Trotzdem glaubt er, dass wir erst am Anfang einer Bierrevolutionen stehen: «Das wird wohl sein wie beim Wein – vor etwa 30 Jahren gab es in den meisten Restaurants nur zwei Sorten, was heute nicht mehr denkbar wäre.»

Das hofft man auch beim Schweizer Brauerei-Verband, wie Geschäftsführer Marcel Kreber sagt: «Bier hat leider immer noch vielerorts das Image eines simplen Erfrischungsgetränks, das man bei Fussballspielen oder nach der Arbeit auf dem Bau trinkt.» Dabei könne Bier genauso zu einem guten Essen oder zu einem besonderen Anlass passen wie Wein.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Willi Forrer am 23.02.2015 06:18 Report Diesen Beitrag melden

    Geniesser

    Ich mag Bier, ich schätze es, diverse Sorten zu probieren und geniessen. Zum Essen bevorzuge ich aber Wein oder Wasser, weder Bier noch Süssgetränke.

  • Crafti am 23.02.2015 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Bier?

    Interessant ist ja die Tatsache, dass man den Schweizer Brauerei-Verband zitiert. Dieser Verband hat nun rein gar nix mit den innovativen, kleineren Brauereien (Craftbrewer) in der Schweiz zu tun! Wer produziert denn die vielfaltigen Biere (wie Schokolade-, Himbeer-Bier) in der Schweiz, sicherlich nicht die grossen Konzerne! Diese Konzerne haben uns Konsumenten über Dekaden diktiert, wie "das Bier" zu schmecken hat. Und jetzt wo immer mehr Leute feststellen, dass es nebst der Industrieplörre auch richtiges Bier gibt, will man natürlich auch auf diesen Zug aufspringen!

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  • Anonym am 23.02.2015 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überteuert in Zürich

    Bierchen in Ehren ja, aber nicht für CHF 8.-/Glas nur weil es Zürich ist - so vor vielen Jahren erlebt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bierkenner am 23.02.2015 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm .... Bier

    Dann wird es Zeit dass ein richtige Belgische Bar geöffnet wird. Dass sind die feinste Biere !!

    • Stefan Huber am 24.02.2015 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      ach...

      Erzbierschof hat alles was das Herz begehrt, nicht nur US- und CH-Crafts. Auch Lambics von Cantillon, 3 Fonteinen, Girardin, Oud Beersel, Hanssens und Tilquin sind vorhanden, Dinge, die man sonst nahezu nirgends findet.

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  • Kompost Brigarde am 23.02.2015 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Mann seid Ihr intelligent

    Und wann können wir Hanfbars aufmachen ? Wenn ich denke das man vom Abfall Produkt des Bieres, fast nichts anfangen kann, ist Hanf viel viel vielseitiger zu verwendung anderer Produkte oder Güter herzustellen.

  • Peter Denzler am 23.02.2015 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nu Bierbars - auch Bierläden!

    Bier ist ein sehr vielfältiges Getränk, noch einiges vielfältiger als Wein! Ich gehe gerne mal beim Erzbierschof oder in der International Bierbar einkehren. Und spannende Biere für zu Hause kaufe ich mir dann bei Beers'n'More. Schade, dass der neue nette kleine Bierladen an der Universitätstrasse 25 keine Erwähnung in Ihrem Artikel gefunden hat.

  • Kurt LeRoy am 23.02.2015 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BIER, WEIN UND KALORIEN ZÄHLEN...

    Warum denn nicht eine grosse Bierkultur? Wissen über Bier und Wein: Ich finde das ausserordentlich interessant! Das hat ja noch lange nichts mit Alkohol-Abusus zu tun! Es gibt europa- und weltweit enorm viele verschiedene Biere und Biersorten. Ich selbst bin nicht so der Bierkenner, halte mich eher an den Wein. Kleiner Tipp: Wer beim Alkoholgenuss anfängt, die Kalorien zu zählen, trinkt wahrscheinlich bereits zu viel... . Dennoch: Ein herzhaftes Prost!

  • Bacchus am 23.02.2015 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vino veritas

    Bier freitags nachmittags im Zug nach Feierabend, ansonsten freue ich mich auf die Expovina Primavera auf edle Weine