Teure Ausschreitungen

21. März 2013 16:58; Akt: 21.03.2013 17:35 Print

Binz-Demo fordert eine Million Franken Schaden

Verschmierte Hausfassaden, in Brand gesteckte Autos, Plünderungen: Der unbewilligte Demonstrationszug vom 3. März durch Zürich hat deutliche Spuren hinterlassen – auch finanzielle.

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Bei den Krawallen in der Nacht auf Sonntag wurden mehrere Geschäfte geplündert, darunter eine Coop-Filiale. Die Demonstranten stahlen Alkohol und Zigaretten. Zudem wurden die Fassaden diverser Gebäude verschmiert ... ... und zahlreiche Fenster eingeworfen. Die Schäden belaufen sich auf mehrere hunderttausend Franken, wie die Polizei mitteilt. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Gummischrot ein gegen die Demonstranten. Es seien auch Polizeiautos beschädigt und Container angezündet worden, schreibt die Polizei. Ihren Anfang nahm die Demonstration gegen 23 Uhr an einer Party im besetzten Binz-Areal in Zürich. Was friedlich begann, endete mit Krawallen. Augenzeugen zufolge waren einige Dutzend Kundgebungsteilnehmer äusserst gewaltbereit. So zündeten die Vermummten an vielen Orten Container an... ... und lieferten sich Scharmützel mit der Polizei, welche gemäss Leser-Reportern Tränengas, Wasserwerfer und Gummischrot einsetzte. «Wir sind in eine Strassenschlacht geraten», schreibt uns dieser Leser-Reporter aus dem Auto, «Leute waren maskiert, Container brannten. Wir hatten Angst!» Ein Schaufenster der UBS-Filiale beim Bahnhof Wiedikon wurde ebenso zerstört... ... wie an vielen Orten Feuer gelegt wurde. Zudem wurden fleissig Spraydosen eingesetzt. Ein Passagier sitzt in einem von den Chaoten verunstalteten Tram. Eben noch in Flammen... ... und schon gelöscht. Die Feuerwehr wurde am späten Samstagabend auf Trab gehalten. Die Demonstration begann zunächst friedlich. «Too Binz To Fail» war das Motto der Organisatoren. Begleitet von einer Laser-Lichtshow wurde zu Musik getanzt, «Streetparade» nannte es ein Leser-Reporter.

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Bei den Ausschreitungen in Zürich in der Nacht auf den 3. März sind Sachschäden von etwa einer Million Franken entstanden. Es seien bis Mitte März 217 Anzeigen eingegangen, teilte die Stadtpolizei am Donnerstag mit.

Während des unbewilligten, dreistündigen Demonstrationszugs durch die Stadtkreise 3 und 4, der beim besetzten Binzareal startete, wurden Hausfassaden verschmiert, Scheiben eingeschlagen, Geschäfte geplündert und Autos und Container in Brand gesteckt. Bei den Plünderungen in drei Läden wurden Waren im Wert von rund 75'000 Franken gestohlen.

Einige Gewaltsuchende unter den Demonstrationsteilnehmenden hätten sich gegenüber der Polizei «sehr aggressiv» verhalten, heisst es in der Mitteilung. Eine zivile Polizeipatrouille sei derart massiv angegriffen worden, dass die Staatsanwaltschaft wegen versuchter schwerer Körperverletzung gegen die unbekannten Täter ermittle.

Keine Festnahmen

Bisher seien keine Tatverdächtigen verhaftet worden, schreibt die Polizei. Die polizeilichen Ermittlungen laufen noch. Es würden unter anderem öffentlich zugängliche Aufnahmen ausgewertet.

Bei einer Razzia am 5. März auf dem Binzareal hatte die Polizei etwa 40 Personen kontrolliert und zahlreiche Computer und Fotokameras sichergestellt. Die Polizei hat keinen direkten Bezug der kontrollierten Personen zu den Straftaten während der Demo feststellen können. Die beschlagnahmten Computer seien deshalb den Eigentümern wieder zurückgegeben worden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • demnächst Zürcher am 21.03.2013 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    alles Verständnis

    kann ich aufbringen für Hausbesetzer und so aber das ist zuviel!

  • kurt am 21.03.2013 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    1 Mio? Bah!

    ich habe nichts mit denen am hut aber wieviel kostet nochmal der einsatz der armee am WEF? 30MIO? zudem werfen unsere politiker viel mehr von unserem (steuer)geld, für den direkten gewinn von unternehmen die keine steuern zahlen, aus dem fenster. da geb ich direkt gern was an die 1MIO Schaden.

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  • Soso am 22.03.2013 02:18 Report Diesen Beitrag melden

    Und wer bezahlt's?

    Sicher nicht die Stadt Zuerich!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Soso am 22.03.2013 02:18 Report Diesen Beitrag melden

    Und wer bezahlt's?

    Sicher nicht die Stadt Zuerich!

  • demnächst Zürcher am 21.03.2013 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    alles Verständnis

    kann ich aufbringen für Hausbesetzer und so aber das ist zuviel!

  • kurt am 21.03.2013 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    1 Mio? Bah!

    ich habe nichts mit denen am hut aber wieviel kostet nochmal der einsatz der armee am WEF? 30MIO? zudem werfen unsere politiker viel mehr von unserem (steuer)geld, für den direkten gewinn von unternehmen die keine steuern zahlen, aus dem fenster. da geb ich direkt gern was an die 1MIO Schaden.

    • Fabian am 21.03.2013 18:18 Report Diesen Beitrag melden

      keine Kosten

      kleine Info: Der Einsatz der Armee am WEF generiert keine Mehrkosten gegenüber einer normalen WK-Dienstleistung.

    • P.S. am 21.03.2013 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      Verursacher der WEF-Kosten

      Ausserdem sollte darauf hingewiesen werden, dass nicht das WEF die Kosten verursacht sondern die Demonstranten. Die Armee muss die WEF-Teilnehmer vor ihnen schützen.

    • Peter Schlauer am 22.03.2013 00:19 Report Diesen Beitrag melden

      @P.S.

      Ja ist klar, die Demonstranten sind verantwortlich dass es permanent FA18 in der Luft und Taflirs auf den Bergen braucht, logisch.

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