Todesfälle im Miniaturformat

14. September 2011 23:01; Akt: 14.09.2011 22:07 Print

Blutige Puppenstuben ausgestellt

In einer Art «Puppenstuben» liess die Zürcher Rechtsmedizin bis im Jahr 1985 Schauplätze von Gewalttaten nachbauen. Die Modelle sind ab morgen in einer zweitägigen Ausstellung zu sehen.

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Im Foyer der NZZ werden am Freitag und Samstag Tatortmodelle ausgestellt.

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Im Hohlraum eines Pfeilers einer Autobahnbrücke liegt eine Leiche, aus einer Wunde an ihrer Schläfe ist Blut zu einer grossen Lache geflossen. Eine andere Leiche liegt blutüberströmt auf einer Couch im Hinterzimmer einer Bar, an beiden Handgelenken hat der Mann Schnittwunden, auf dem Boden liegt ein Metzgermesser.

Beides sind aussergewöhnliche Todesfälle, mit denen sich die Zürcher Rechtsmedizin zu befassen hatte – und dazu die Schauplätze im Miniaturformat nachbauen liess. Insgesamt entstanden zwischen 1970 und 1985 neun solcher Tatort-Modelle, wie das «NZZ Folio» schreibt. Genutzt wurden die minutiösen Nachbildungen, um Geschworenen eine Vorstellung vom Ort des Verbrechens zu geben – und als Anschauungsobjekte in der Ausbildung.

Schöpfer der grusligen «Bäbistuben» ist der heute 81-jährige Jacques Bürgi. Er war beim Gerichtsmedizinischen Institut der Uni Zürich als Präparator angestellt und ist gelernter Möbelschreiner. Erstmals werden seine Werke nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Morgen Freitag von 8 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 16 Uhr sind sie im Foyer der NZZ an der Falkenstrasse 11 ausgestellt.

(lüs/20 Minuten)