Restaurant Rusticana

19. September 2017 10:09; Akt: 19.09.2017 14:19 Print

Bumann deckt Lohn-Bschiss von Wirt auf

Der Geschäftsführer des Restaurants Rusticana in Seegräben hat bei «Bumann, der Restauranttester» mitgemacht. Nach der Sendung werden nun schwere Vorwürfe gegen den Wirt erhoben.

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Rusticana-Geschäftsführer Jürg Kammermann (l.) mit Spitzenkoch Daniel Bumann. (Bild: 3+ Screenshot)

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Eigentlich wollte Wirt Jürg Kammermann mit der Teilnahme an der 3+-Sendung «Bumann, der Restauranttester» sein Restaurant Rusticana in Seegräben ZH auf Vordermann bringen. Die Teilnahme könnte nun aber gewaltig nach hinten losgehen. Bereits während der Sendung konfrontierte Spitzenkoch Daniel Bumann den Wirt mit Vorwürfen, dass die Löhne für sein Personal nicht pünktlich oder gar nicht bezahlt würden. Ein Hilfskoch sagt beispielsweise, dass er den Lohn drei Monate lang nicht erhalten habe.

Gegenüber Zueriost.ch präzisiert Bumann die Vorwürfe: «Mehrere Angestellte des Rusticana haben mich auf ausstehende Lohnzahlungen aufmerksam gemacht. Eine Tatsache, die mir der Wirt verschwiegen hat und aus meiner Sicht ursächlich für die Probleme des Betriebes war.»

Pünktliche Lohnzahlung verlangt – Kündigung erhalten

Dem Newsportal liegt ebenfalls ein Bezirksgerichtsurteil vor, in dem eine junge Frau aus dem Bezirk Hinwil 2000 Franken zugesprochen bekam. Sie hatte eineinhalb Monate als Service-Angestellte im Restaurant Rusticana gearbeitet und musste Wirt Kammermann mehrmals betreiben.

Sie sei bereits bei Arbeitsbeginn von Kollegen gewarnt worden, dass der Wirt die Löhne nicht bezahle. Als die Zahlung für den ersten Lohn nicht erfolgte, reagierte sie und forderte ihren Lohn ein. Resultat: Ihr wurde gekündigt. Kammermann stelle aus diesem Grund auch bewusst Ausländer ein, die nicht gut Deutsch sprächen und nicht wüssten, wie man sich gerichtlich wehren könne. «Er macht das mit vielen», sagt die junge Frau, die anonym bleiben möchte, zu Zueriost.ch.

Keine Stellungnahme des Wirtes

Das sei aber nicht die einzige Masche von Kammermann: Er würde auch Leute Probe arbeiten lassen. Die kostenlosen Arbeitskräfte würde er dann für den Freitag- und Samstagabend aufbieten, wenn es am meisten Gäste im Rusticana habe. In der kurzen Zeit, in der die junge Frau dort gearbeitet hat, soll dies mindestens zehn Mal vorgekommen sein.

Rusticana-Wirt Jürg Kammermann war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hubsy2005 am 19.09.2017 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Chaos Beizer

    Solchen Wirten sollte man auf der Stelle die Betriebsbewilligung entziehen, das Restaurant schliessen und sie anzeigen. Sehr schade um die betrogenen Angestellten. Ich hoffe, sie kommen zu ihrem Recht.

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  • Jörg K am 19.09.2017 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wirteverband ist in den Ferien?

    Wo ist die gesetzliche Handhabe, um so einen Betrieb sofort zu schliessen und dem Wirt das Patent zu entziehen?

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  • Marc B. am 19.09.2017 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Fachkräfte

    Wie gesagt: Die Personenfreizügigkeit dient nur den Arbeitnehmern. Sie drücken Löhne und spielen die Arbeitnehmer gegeneinander aus und werden flankiert von Politikern, die uns immer wieder die Mär von zuwandernden Fachkräften erzählen, auf welche die Wirtschaft so dringend angewiesen sei.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Giovanni.B am 20.09.2017 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Rusticana

    Einem Freund von mir der dort eine Zeit lang gearbeitet hat, wurde mit der Kündigung gedroht, weil er Ferien beziehen wollte um an der Beerdigung seines Grossvaters teilzunehmen.

  • Werni M. am 20.09.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kriminell

    Habe die Sendung auch gesehen. Was dieser J.K. sich da leistet ist vorsätzlich kriminell. Dieser Mensch gehört hinter 'Schwedische Gardinen' ohne Bewährung!!!

  • Wingli am 20.09.2017 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bumann

    Eines muss man dem Bumann lassen. Er ist zwar ein wenig ein schnurri, aber er steht mit beiden beinen auf dem boden und hat das herz am rechten fleck. Für mich klar einer der besten Restauranttester.

  • Insider am 19.09.2017 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wirtepatent nötig im Kt. Zürich

    Alle die auf Wirtepatente pochen, wissen wahrscheinlich nicht, dass diese im Kanton Zürich nicht benötigt werden, um einen gastwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Leider hat diese Liberalisierung nicht nur viel Kreativität zu Tage gebracht, sondern genau solche armseligen Exemplare wie das hiesige Beispiel zeigt, die zum schlechten Ruf eines Wirtschaftszweiges hinrühren. Schade, denn es gibt auch vorbildlich geführte Betriebe.

    • Nele am 20.09.2017 18:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Insider

      Nein, ich bin nicht der Meinung, dass es der ganzen Branche schadet. Es schadet nur diesem einen Beizer. Ich kann ja lesen und mir auch selbst ein Urteil bilden. Werde weiterhin in Restaurants essen gehen...

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  • Heinz W. am 19.09.2017 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gewerbsmässiges Handeln

    Wenn an den Vorwürfen etwas dran ist, so handelt der Wirt meines Erachtens vielleicht sogar gewerbsmässig, in betrügerischer Absicht.