09. Mai 2007 22:08; Akt: 09.05.2007 22:12 Print

Dada gaga? FDP-Präsidentin will Subventionen streichen

Der Aufruf zur illegalen Graffiti-Schlacht hat ein Nachspiel im Gemeinderat. FDP-Frontfrau Doris Fiala fordert: «Kein Geld mehr für Dada.»

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit dem Aufruf, Zürichs Hausfassaden als Ausstellungsgalerie für Graffiti-Kunst zu nutzen, hat das Cabaret Voltaire den Zorn der FDP-Gemeinderätin Doris Fiala auf sich gezogen. Sie will nun mit einem Postulat erreichen, dass den Dadaisten vom Niederdorf das städtische Sackgeld gestrichen wird. «Wenn Dada derart gaga handelt, sind Gelder besser für die Entfernung allfälliger illegaler Schmierereien einzusetzen», wettert die Parteipräsidentin. Graffiti von öffentlichen Gebäuden zu entfernen kostet die Stadt jährlich 3 Millionen Franken.

Seit 20 Minuten von der Graffiti-Aktion berichtet hatte, sind bei der Kulturpflege der Stadt Zürich einige Briefe von erbosten Bürgern eingegangen: «Wir haben das Gespräch mit Dada-Geschäftsführer Philip Meier gesucht. Der Aufruf ist völlig ungeschickt und fahrlässig», sagt Kulturchef Jean-Pierre Hoby. Trotzdem verstehe er, dass damit eine Diskussion um die Kunst im öffentlichen Raum angeregt werden sollte. Dem Kulturzentrum an der Spiegelgasse 1 deshalb die Subventionen streichen? «Sicher nicht!»

Mittlerweile sind auf der Homepage der Künstlergruppe C6, die zur Spray-Aktion im Dada-Kulturzentrum aufgerufen hat, 11 Standorte von Schablonen-Graffiti in Zürich eingetragen worden.

Alexandra Roder