21 Jahre nach der Eröffnung

19. März 2017 11:49; Akt: 21.03.2017 09:58 Print

Das AlpenRock House ging in Konkurs

Über dem AlpenRock House in Dietikon ZH kreist der Pleitegeier: Das Lokal wurde konkursamtlich geschlossen – 21 Jahre nach der Eröffnung.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Diese Räumlichkeiten sind durch das Konkursamt Dietikon versiegelt worden.» Ein Plakat mit dieser Aufschrift klebt zurzeit an der hölzernen Haupteingangstüre des AlpenRock House im Industriegebiet von Dietikon ZH. Etwas blumigere Worte finden die Betreiber des Clubs auf ihrer Website: «Eine Ära geht zu Ende... das AlpenRock muss seine Türen nach 21 Jahren leider schliessen», heisst es da.

Umfrage
Werden Sie das AlpenRock House vermissen?
32 %
5 %
37 %
26 %
Insgesamt 2458 Teilnehmer

Ende vergangenen Oktober feierte das AlpenRock noch mit einer grossen Party den 20. Geburtstag. Der Geschäftsführer schwärmte damals in der Limmattaler Zeitung, man profitiere in Dietikon von der Nähe zum Aargau, wo viele Partygäste immer schon hergekommen seien und von den vielen Firmen, die im Club Anlässe durchführen würden.

Ghackets mit Hörnli und alte Beile

Denn der Club war erst im Jahr 2013 in das ehemalige Hochregallager des Bürobedarfs-Spezialisten Lyreco gezogen – nicht ganz freiwillig. Zuvor hatte sich das AlpenRock House beim Flughafen Zürich-Kloten befunden. Dort musste es dem Grossprojekt The Circle weichen, das zurzeit die Höhe wächst.

Das AlpenRock ist ohnehin ein Relikt der 1990er Jahre. Mit dem urchigen Alphütten-Intérieur samt Fake-Felsen, Sensen und alten Beilen, dem bodenständigen Essen wie etwa Ghackets mit Hörnli und dem anfänglich auf Rock ausgerichteten Musikprogramm setzte man damals bewusst einen Gegenpol zu den aufkommenden Techno-Raves.

«Fehlt nur noch die echte Milchkuh»

Bei der Eröffnung im März 1996 schrieb die «NZZ» belustigt: «Es fehlt nur noch ein Stall mit einer echten Milchkuh, die man selber melken kann.» Beim Partyvolk kam das Ganze jedenfalls an – der Club feierte in den ersten Jahren grosse Erfolge. Aus der Idee, mit dem Konzept im Franchisesystem auch im Ausland Fuss zu fassen, wurde trotzdem nichts.

Am Sonntag stand ein Familienvater vor dem geschlossenen AlpenRock House und schoss Fotos. «Ich bin zufällig auf das Lokal aufmerksam geworden, da ich mit meinen Kindern auf dem Weg zu einer nahen Spielhalle bin.» Er habe spontan gedacht, das wäre vielleicht mal was für einen Firmenevent. Der Mann sagt: «Nun, da bin ich wohl zu spät gekommen.»

Vom AlpenRock House war bislang niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

(rom)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Säm am 19.03.2017 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    The End

    Früher als das Alpen Rock noch am Flughafen war, ging es immer rund es war ständig voll und die Party und die Läute waren der knaller, seit sie um gezogen sind ging es nur noch bach ab!! Sie konten das Publikum nicht mehr behalten. Es war nur ne frage der Zeit bis sie konkurs gehen.

    einklappen einklappen
  • Dr.Kern am 19.03.2017 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohl schlecht da

    Das dritte mal eine versigelung an dieser tür. Zuerst das A1, dann der östereichische Club und jetzt das Alpenrock.

    einklappen einklappen
  • Franz am 19.03.2017 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, ein Ballenberg weniger

    Davon sollten sich die Gastro-Betriebe in den Bergen mal ein Scheibe abschneiden, statt irgendwelche Kasernen-Architekturen zu bauen, wo keinerlei Stimmung und Urchigkeit aufkommt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nine9 am 02.04.2017 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschüssiii auf nimmer Wiedersehen

    Einen mc Donald wäre mir dort lieber. Discos sind echt noch nie mein ding gewesen.., von daher vermisse ich nix ;D

  • Martial2 am 26.03.2017 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es hat gedient...

    Eine alte Geschichte aus den 90er Jahre. Man kann nicht ewig das gleiche bieten; irgendwann ist es soweit, das Publikum ist gesättigt es kommen innovativere Sachen zum Vorschein. Nichts zu vergleichen mit Ballenberg, die eine historische und tolle Sache ist!

  • Butch am 21.03.2017 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nie dort gewesen

    Ich war nie in diesem "Alpenrock", denn ich steh nicht so auf Rock. Ich vermisse richtig guten House und auch richtig gute Trance/HT Musik. Vieles heute ist einfach nur noch irgendwas, aber nicht wirklich gut. Das ist schade.

  • Capiten am 21.03.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P Alperock

    Schade war eine Tolle location Immmer spass gehabt. Jetzt müssen wir woll auf Luzern ausweichen.

  • Anna am 21.03.2017 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht verwunderlich

    Das ist das Ergebnis, wenn man denkt man könne Club's einfach von A nach B verschieben.Die Luft war bereits nach dem ersten Jahr draussen.Das grosse Fumoir wurde kaum mehr geöffnet, die wenigen Besucher auf eine Fläche konzentriert.Das selbe bei den Bar's.Des weiteren versuchte man sich mit diversen Mottoparty's.Black Beats, House, Electro & dann doch immer die selbe Leier. "De Tüfel im rote Kleid" / "Hangover" Taio Cruz/ "El perdón" Nicky Jam ect.Wünschte man sich etwas dem Motto entsprechendes , so hiess es: " das Publikum kennt das nicht..." Kommerz funktioniert auf Dauer offenbar nicht:)