Leihvelos im Test

23. Januar 2018 05:46; Akt: 23.01.2018 09:14 Print

«O-Bikes werden am schnellsten verschwinden»

O-Bike, Limebike und jetzt auch Züri-Velos: In Zürich buhlen Anbieter von Leihvelos um ihre Kunden. Ein Experte sagt, welche davon die besten Chancen haben.

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Zürich ist um einige Leihvelos reicher: Ab Montag können die Züri-Velos der Postauto-Tochter Publibike getestet werden, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die Stadt Zürich hatte Publibike schon 2015 den Zuschlag gegeben, doch Einsprachen verzögerten das Projekt. Obwohl nun die Züri-Velos mit zahlreichen anderen Anbietern auf den Strassen um Kunden buhlen, gibt ihnen Dave Durner, Geschäftsführer von Pro Velo Zürich, gute Chancen, wie er zu 20 Minuten sagt. Die Gründe in der Übersicht über die drei bekanntesten Stadtzürcher Leihvelo-Marken.

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O-Bike
So funktioniert es: App aufs Smartphone laden, registrieren und Standortdaten einschalten. Und schon wird dem Benutzer das nächste freie Velo angezeigt. Mittels QR-Code wird dieses aufgeschlossen. Wird das O-Bike nicht mehr gebraucht, abschliessen und irgendwo in der Stadt stehen lassen.
So viel kostet es: Der Nutzer muss vor der ersten Fahrt ein Depot von 129 Franken überweisen. Dann kosten 30 Minuten 1.50 Franken. Gutes Verhalten wie etwa die Meldung von kaputten oder falsch abgestellten Velos wird mit O-Bike-Punkten belohnt, der Preis kann sich so pro Fahrt reduzieren. Täglich zwei Gratisfahrten gibt es ausserdem für eine Mitgliedschaft von 39.90 Franken pro Monat oder 109.90 Franken pro Jahr.
Das sagt der Experte: Dave Durner, der alle drei Leihvelos getestet hat, glaubt, dass die O-Bikes am schnellsten aus dem Stadtbild verschwinden werden. Grund sei der schlechte Ruf und die schlechte Qualität der Fahrräder: «Sie haben nur einen Gang, sind schwerfällig und häufig defekt.» So habe er acht O-Bikes zu entsperren versucht, bei dreien habe es nicht funktioniert: «Bei einigen Rädern war auch die Bremse defekt.»

Limebike
So funktioniert es: Auch hier wird das Velo mit der Karte auf der App gefunden und entsperrt. Ist der Nutzer am Ziel angekommen, stellt er das Velo irgendwo ab und schliesst es ab.
So viel kostet es: Die 1. Fahrt ist kostenlos, dann kosten 30 Minuten 1 Franken, eine Kaution wird nicht verlangt.
Das sagt der Experte: Durner ist zufrieden mit der Qualität der Limebikes: «Für kurze Strecken sind sie gut geeignet und auch kleine Hügel liegen dank der 3-Gang-Schaltung drin.» Er habe bei seiner Testfahrt keine kaputten Velos entdeckt: «Allerdings wird auf der App nicht immer der genaue Standort der Velos angegeben.»

Züri-Velo
So funktioniert es: Das Züri-Velo von der Firma Publibike wird ebenfalls mittels Smartphone-App geortet und freigeschaltet. Alternativ kann auch der registrierte Swiss Pass genutzt werden. Im Gegensatz zur Konkurrenz gibt es auch E-Bikes im Angebot. Die Fahrt muss aber an einer Züri-Velo-Station beginnen und wieder enden. Publibike plant 150 Standorte in Zürich.
So viel kostet es:Ein Jahresabo kostet je nach Art 50 oder 200 Franken. Bei konventionellen Velos ist dann die Ausleihe für die ersten 30 Minuten gratis, danach werden 12 respektive 6 Rappen pro Minute verlangt – je nach Abo. Ohne Abo kosten 30 Minuten 3 Franken und bei E-Bikes 4.50 Franken.
Das sagt der Experte: In Sachen Qualität und Fahrkomfort haben die Züri-Velos die Nase vorn, findet Dave Durner: «Sie haben Scheibenbremsen, Luftpneus, mehrere Gänge und sind wendig.» Fraglich nur, ob die Zürcher bereit sind, die Velos an fixen Standorten abzustellen. Trotzdem glaubt Durner, dass die Züri-Velos und die Limebikes längerfristig bestehen können.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hermann Hesse am 23.01.2018 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrott auf Rädern

    muss die Bevölkerung wirklich überall um den Schrott auf Rädern laufen? Dafür müssten die Vermieter mindestens eine Gebühr für die Nutzung öffentlicher Flächen bezahlen (wie jedes Auto auf Parkplatz)

  • Dave am 23.01.2018 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm..

    Ich finds ein wenig teuer für ein bischen Fahrad fahren? Für das Geld was man im Jahr zahlt kauft man sich ein eigenes.!

  • Mona C. am 23.01.2018 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Braucht es nicht

    Entweder man hat ein eigenes Velo.oder lässt es bleiben.In unserer Stadt ist Velofahren gefährlich.Neuerdings aber,wimmelt es von abgestellten Leihvelos.Das ist alles andere als attraktiv für unsere Stadt.In unserem Quartier steht seit Wochen so ein gelbes Teil und wird auch schön von unseren Quartierkindern missbraucht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zürcherin am 23.01.2018 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nirgends nötig

    Dies ganzen Dingern die überall im Weg stehen brauchen wir nicht in der ganzen Schweiz!! Und schon gar nicht in ZH

  • Mad Volcano am 23.01.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann das nicht nachvollziehen

    Warum es Leute gibt, die fanatisch gegen diese O-Bikes sind, kann ich nicht verstehen. Es zwingt sie niemand, die Dinger zu fahren. Aber sie dann mutwillig zu zerstören, das geht nun wirklich nicht.

    • Chris0817 am 23.01.2018 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mad Volcano

      War grad letzte Woche in Singapur. Viele solcher Mietvelos stehen oder liegen an den unmöglichsten Stellen ungeordnet herum. Versperren teilweise den Weg. Das Stadtbild der sonst so gepflegten Stadt leidet meiner Meinung nach beträchtlich. Entweder fixe Standorte für die Bikes oder abschaffen.

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  • Fred Olsen am 23.01.2018 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten Nutzen unklar

    OBike macht immer wieder Aktionen, so dass man eigentlich nie das komplette Depot bezahlen muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sichd das irgendwie rechnet für den Betreiber. Limebikes das Gleiche. Wie spiel t der Betreiber die Kosten wieder ein bei diesen Preisen? Die Züri-Velos haben die Obrigkeit hinter sich und werden sicher quersubventioniert. Die werden lange bleiben auch wenn vermutlich eher Touristen damit rumfahren werden.

  • pit am 23.01.2018 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stadtbild leidet

    eine schande diese billig velos die übrigens unser stadtbild versauen. zudem stehen die wahllos herum oder liegen am boden. ein totaler mist. voralem ungeordnet in der stadt verteilt an laternenposten etc.

  • Markus am 23.01.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Zürivelo am teuersten und kompliziert

    Zürivelo ist zu teuer und immer an bestimmte stellen zu müssen ist sowas von gestern. Limebike und O bike sind für mich dasselbe, da ich schon bei o Bike bin lohnt sich ein Wechsel nicht. (neu app, neu anmelden, neu registrieren.... keine lust) 1 gang ist genug, früher fuhr man über den Gotthard mit 1 gänger und niemand ist gestorben.