Zeit gewinnen

22. Juni 2018 10:33; Akt: 22.06.2018 11:49 Print

Drohne fliegt Laborproben über den Zürichsee

Eine weitere Drohne ist für die Medizin im Einsatz. Die Post prüft in den kommenden zwei Wochen im Auftrag des Zentrallabors Zürich eine Flugroute übers Seebecken.

Mit der Drohne soll wertvolle Zeit gewonnen werden. (Video Post)
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Die Drohne benötigt für die Strecke, die vom Balgrist auf der rechten Zürichseeseite über den See nach Zürich-Wollishofen führt, rund sechs bis acht Minuten. Auf der Strasse dauert der Transport meist mindestens eine halbe Stunde, wie ZLZ-Geschäftsführer Marco Fischer am Freitag sagte. Und dies auch nur, wenn das Seebecken nicht für einen Grossanlass gesperrt sei.

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«Mit dem Drohnentransport werden wir unabhängiger von der Zürcher Verkehrslage», hob Fischer deshalb hervor. Der Zeitgewinn bei den stündlichen Transporten sei äussert wertvoll: Je schneller die Proben im Labor seien, desto rascher seien auch die Ergebnisse wieder beim Patienten.

Neu ist der Drohnentransport für die Post nicht: Bereits im März 2017 hatte sei gemeinsam mit dem Hersteller Matternet in Lugano eine Drohnenverbindung zwischen zwei Spitälern vorgestellt. Seither sind gemäss Post über 1000 erfolgreiche Flüge erfolgt.

Anfang Juni startete die beiden Partner einen weiteren Versuch in Bern, wo die Fluggeräte zwischen Inselspital und Spital Tiefenau Proben hin und her transportierten. Dieser Versuch mit rund 100 Flügen wird derzeit ausgewertet.

Post von Drohne überzeugt

Der Zürcher Versuch ist wie jener in Bern ausgelegt: Die Transporte werden während zehn Flugtagen innert zwei Wochen erfolgen. In dieser Zeit sammeln die beteiligten Partner ausreichend Resultate. Und der Besteller - in Zürch das ZLZ - entscheidet dann, ob er weiter auf die Drohne von Post und Matternet setzen will.

Drohne fliegt Laborproben über den Zürichsee

Die Post zeigt sich vom Einsatz der autonomen Drohne überzeugt. «Der Transport von Laborproben wird flexibler, ökologischer und natürlich auch schneller», sagte Claudia Pletscher, Leiterin Entwicklung und Innovation der Schweizerischen Post. Sie geht davon aus, dass Drohnen in Zukunft die traditionelle Paketzustellung und den Pöstler sinnvoll ergänzen könnten, jedoch nie ersetzen werden.

Die eingesetzte Matternet-Drohne kann in ihrem Transportbehälter eine Ladung mit einem Gewicht von zwei Kilogramm befördern. Sie fliegt in einer Höhe von rund 110 Metern über Boden und einer Spitzengeschwindigkeit von rund 70 km/h. Für den Notfall verfügt sie über einen sich automatisch öffnenden Fallschirm. Bei Regen und Eis ist sie für die Labortransporte noch nicht zugelassen.

Hier landet die Drohne

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pesche Klett am 22.06.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die Geschichte wiederholt sich.

    Am Anfang waren die tüftler welche die ersten Flightcontroller programmierten. Dann wurde gebastelt, getuned und justiert. Materialien wurden besser und die performance erhöhte sich. Dann wurde das ganze Marktreif und warf profit ab. Nun wird es von Firmen beutzt, und für den hobbyisten früher oder später verboten.

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  • Anon am 22.06.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ist in Lugano ...

    ... schon standard. Und die fliegt sogar über die Stadt.

  • gumpi am 22.06.2018 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen pilot

    Ich dachte, die Drohne müsse man immer in sichtweite fliegen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Was Wenn am 22.06.2018 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Frage

    Was passiert, wenn die Drohne abstürzt/abgeschossen wird? Und die Proben in den See fallen?

  • Robert am 22.06.2018 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Viele technische Fragen

    Ich finde das gut, aber frage mich, ob das technisch wirklich gut klappt. Was ist wenn irgendwann jede Firma Drohnen einsetzt und die nicht kompatibel untereinander sind und sich nicht gegenseitig sehen? So gross der Luftraum ist, so sind sicher Zusammenstösse vorprogrammiert. Was ist wenn mal eine wichtige Sendung geflogen wird, und ein Defekt auftritt und die Drohne abstürzt? Und wie viel Freude hat der Zoll zukünftig an Drohnen? Muss der ganzen Grenze nach ein Feld von Störsendern errichtet werden, damit keine Schmuggel-Drohnen rüberfliegen? Viele Fragen, aber ich freu mich auf die Zukunft

  • Drohnen Pilot am 22.06.2018 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Job

    Wo kann ich mich Bewerben?

  • gumpi am 22.06.2018 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen pilot

    Ich dachte, die Drohne müsse man immer in sichtweite fliegen.

    • David am 22.06.2018 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @gumpi

      Das stimmt so nicht. Mit einer bewilligung vom bazl darf man das.

    • jemand am 22.06.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

      Normalerweise

      ...Mit spezialbewilligungen nicht. Da die Drohne ebenfalls durch eine Drohnene-Verbotszone fliegt ist auch dort eine Bewilligung nötig.

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  • Anon am 22.06.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ist in Lugano ...

    ... schon standard. Und die fliegt sogar über die Stadt.