Stadt Zürich

19. März 2016 13:06; Akt: 20.03.2016 09:42 Print

Eltern wehren sich gegen WLAN im Klassenzimmer

In Zürich verfügen Schulen und Kindergärten über WLAN-Sender, die nicht ausgeschaltet werden können. Eltern sind um das Wohl ihrer Kinder besorgt – laut einem Experten zu Recht.

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Im Unterricht finden Laptops und Tablets immer mehr Verwendung. (Bild: Keystone/AP/Elaine Thompson)

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Das Projekt Kits 3 der Stadt Zürich wurde 2013 ins Leben gerufen und sieht vor, bis Ende 2016 allen Schülern kabellosen Internet-Zugriff zu ermöglichen. Mittlerweile sind laut der Wochenzeitung praktisch alle Schulhäuser und Kindergärten in der Stadt Zürich mit WLAN ausgerüstet. Das stösst auf Kritik – vor allem bei den Eltern, die sich in der «Interessengruppe für WLAN mit Mass in Schulen, Kindergärten und Krippen» organisiert haben.

Umfrage
WLAN im Schulzimmer: Notwendig oder überflüssig?
33 %
22 %
45 %
Insgesamt 5461 Teilnehmer

Insbesondere dass die Sender nicht ausgeschaltet werden können, löst bei ihnen Unverständnis aus. «Fast in jedem Klassenzimmer steht ein WLAN-Router, den weder Schüler noch Lehrer abschalten dürfen. Er strahlt also 24 Stunden am Tag», sagt Mitglied Schoschana Braut. Zum Schutz der Kinder fordert sie deshalb, dass die Sender nur bei Gebrauch eingeschaltet werden. Die Interessensgruppe hat dazu eine Petition lanciert, die am 30. März dem Stadtrat übergeben werden soll.

Elektrosmog an Schulen zu hoch

Sie folgt damit der Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit (BAG), das die Langzeitauswirkungen von WLAN als noch «ungenügend erforscht» ansieht. Weshalb ist es in den Zürcher Schulen trotzdem verboten, die Sender bei Nichtgebrauch auszuschalten? Ralph Kreuzer, Sprecher des Schul- und Sportdepartements: «Das hat zwei Gründe. Erstens greifen Geräte bei einer Abschaltung auf das Mobilfunknetz zurück, wodurch die Strahlenbelastung erhöht wird. Zweitens soll verhindert werden, dass Schüler mit den Sendern Unfug treiben.» Nur so könne ein risikoarmer Einsatz von drahtlosen Netzwerken gewährleistet werden.

Strahlungsexperte Josef Peter hält das für «Humbug». WLAN sei vor allem in alten Bauwerken belastend – aussagend sei nämlich nicht nur das drahtlose Netzwerk, sondern die Summe des Elektrosmogs: «WLAN an sich ist kein Problem. Oft sind Gebäude für die heutige Strahlenbelastung jedoch schlecht geerdet.» Bereits ohne WLAN werde Strahlung, wie zum Beispiel jene der Beleuchtung, ungenügend abgeleitet. Peter: «An den meisten Schulen ist das eine absolute Katastrophe.» Komme zum bereits bestehenden Elektrosmog noch WLAN hinzu, könne das zu Konzentrationsstörungen, Kopfweh und einem Gefühl des «inneren Brennens» führen.

Politiker nehmen Stellung

Wissenschaftlich ist der direkte Einfluss von WLAN auf den Gesundheitszustand jedoch umstritten. Politiker bringen den Schulen deshalb Verständnis entgegen. So zum Beispiel FDP-Gemeinderat Severin Pflüger, der die Begründung des Schulamts unterstützt. «Kommt hinzu, dass Kinder heutzutage praktisch überall WLAN-Netzwerken ausgesetzt sind, ohne bekannte Folgen», so Pflüger. Gemeinderat und Energieberater Andreas Edelmann (SP) schlägt eine zusätzliche Alternative vor: «Eine Möglichkeit wäre, die Sender nicht direkt im Schulzimmer zu platzieren.»


(ced)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kudi am 19.03.2016 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Senderloses Handy

    Komisch: Eltern sind gegen W-LAN, geben aber ihren Kids Handys mit. Funktionieren die anders? Ich kenne kein Handy, dass ohne Funkzelle läuft.

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  • Alfred Häfliger am 19.03.2016 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und welche Eltern

    Schalten das WLAN zuhause aus?

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  • Mr. Right am 19.03.2016 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Zuhause löüft der W-LAN Router dann auch 24 Stunden... heuchlerisch..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jane38 am 20.03.2016 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    präventiv

    es ist nun mal so dass die kinder schon in der primarschule mit compi arbeiten. wir mussten in der bibliothek x bücher holen,sie können für den vortrag auf wikipedia zurückgreifen. dazu gibt es auch lernprogramme welche über den compi laufen. wie wäre es wen man mal zu hause am wochenende kein wlan hat um eine pause davon zu haben? oder den kinder auch die handys wegnehmen und sie zum rausgehen animieren. prävention fängt zu hause an,oder?!

    • Tanja am 20.03.2016 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Vorbildfunktion Schule

      Es ist natürlich ebenso wichtig, das WLAN zuhause nach Gebrauch abzustellen. Kinder sollten zudem kein Handy besitzen. Das sind keine Spielzeuge. Aber: Schulen haben Vorbildfunktion. Prävention und Gesundheit sollte in Schulen an erster Stelle stehen.

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  • E. P. am 20.03.2016 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzen vor Gesundheit

    Allgegenwärtiges WLAN & Co. sind auf dem heutigen Stand der Technik wahrscheinlich nicht gesund. Ist nun mal Standard wie so vieles andere auch, das sich aus Einzelanwendungen zum intensiv genutzten Massenmarkt entwickelt hat. Nur müssen wir uns nicht über unerwünschte Effekte und steigende Gesundheitskosten wundern. Evtl. finanzieren wir zukünftig die Folgen über Mikrosteuern an der Quelle.

  • der Boss am 20.03.2016 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WLan

    hoffentlich gibts W-Lan an den Schulen... sollen sie noch auf wachstafeln schreiben und die matheaufgaben in den Stein meiseln? alles geht mit der Zeit...

  • Rico am 20.03.2016 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das legt sich bald.

    Wir hatten in den 80/90er den Walkman mit Kasettli und bekamen auch Zensur von Schule und Eltern. Das Thema legt sich mit der nächsten "Mode"

  • Elvis.in.Action am 20.03.2016 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Akzeptiert Es!

    Liebe Eltern: Akzeptiert es einfach, das Jahr 2017 kommt immer näher! Die Zukunft ist das Internet.