Fluchtgefahr

28. November 2012 15:57; Akt: 28.11.2012 16:49 Print

Ex-BVK-Anlagechef Gloor im Gericht verhaftet

Das Zürcher Bezirksgericht hat den Ex-BVK-Anlagechef Daniel Gloor am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von 6 1/4 Jahren verurteilt. Er wurde noch im Gerichtssaal von der Polizei verhaftet.

Bildstrecke im Grossformat »
Am 11. Juli 2012 stand , der ehemalige Anlagechef der Zürcher Pensionskasse BVK, vor Gericht. Ihm und weiteren Beschuldigten wird vorgeworfen, jahrelang mit Millionenbeträgen jongliert zu haben. Das Urteil gegen alle Angeklagten wird voraussichtlich am 28. November eröffnet. Eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) schätzte am 2. Oktober, dass durch Gloors Machenschaften entstanden ist. Gloor verfügte als Anlagechef der BVK über einen riesigen Geldbetrag, den er investieren konnte. Er vergab Geschäfte an Firmen seiner Komplizen, wovon diese profitierten. Im Gegenzug überwiesen sie Gloor einen Teil der Einkünfte oder beschenkten ihn mit Ferien oder Naturalien. Als Anlagechef der BVK hatte während Jahren die Fäden in der Hand. Von 1995 bis zu seiner Verhaftung im Mai 2010 war er für die Verwaltung des BVK-Vermögens verantwortlich. Er hatte gemäss Anklage nicht nur Bestechungsgelder kassiert, sondern der BVK durch riskante Investitionen auch grossen finanziellen Schaden beschert. Mitangeklagt war ebenfalls Laut dem «Tages-Anzeiger» hatte der Devisenhändler seinen Militärfreund Gloor mit 863'000 Franken bestochen, um im Gegenzug lukrative Geschäfte zu erhalten. wird ebenso Bestechung vorgeworfen. Er war zunächst für die Firma tätig, welche die Aktivitäten der BVK überwachen sollte. Später gründete er eine Investmentfirma und verlor riesige Geldsummen der BVK, kassierte aber Provisionen. Einen Teil davon soll er Gloor zugeschaufelt haben. Die PUK verschont aber auch die Chefs der BVK nicht, die Finanzdirektoren des Kantons Zürich während der Zeit des Schlamassels. Der Vorwurf: Sie hätten versagt und zu lange zugeschaut. , in Erinnerung wegen seiner unrühmlichen Rolle beim Swissair-Debakel, hatte Gloor zum BVK-Anlagechef ernannt. Honegger stand der Zürcher Finanzdirektion von 1991 bis 1999 vor. Abgelöst wurde Honegger von , Finanzdirektor von 1999 bis 2005. In seiner Zeit sind laut der PUK mehr Unterlassungen geschehen als in den Amtszeiten seiner Kollegen. Von 2005 bis 2011 hiess der Finanzdirektor Aktuell steht der Zürcher Finanzdirektion vor. Die PUK verzichtet darauf, ihren Rücktritt zu fordern.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Das Zürcher Bezirksgericht hat den Ex-BVK-Anlagechef Daniel Gloor am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Er wurde wegen mehrfacher Bestechung, ungetreuer Amtsführung, Geldwäscherei und Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig gesprochen. Gloor wurde noch im Gerichtssaal verhaftet.

Aufgrund des Urteils bestehe grosse Fluchtgefahr, sagte der Gerichtsvorsitzende. Der Verurteilte habe schlechte persönliche und berufliche Aussichten, alle seine Freunde verloren und es sei für ihn schwierig, in der Schweiz eine Stelle zu finden.

Anreiz zu flüchten ist gross

Zudem wisse das Gericht nicht, ob Gloor noch irgendwo Geld «gebunkert» habe - beispielsweise in Peru, dem Heimatland seiner Ehefrau. Gloor sei nicht einsichtig und zeige keine Reue. Der Anreiz zu flüchten sei daher gross.

Gloor wurde wegen mehrfacher Bestechung, mehrfacher ungetreuer Amtsführung, Geldwäscherei und Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig gesprochen. 185 Tage seiner Strafe hat er bereits abgesessen. Dem Kanton muss Gloor eine halbe Million Franken zurückzahlen plus den Erlös aus dem Verkauf seines Ferienhauses in Südfrankreich.

Der 57-jährige ehemalige Anlagechef der Beamten-Pensionskasse des Kantons Zürich (BVK) hatte Schmiergeld von 1,7 Millionen Franken angenommen. Die Staatsanwaltschaft hatte für Gloor eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine teilbedingte Strafe von 30 Monaten.

Freiheitsstrafen für vier Mitangeklagte

Von den fünf Mitangeklagten, die Gloor Geschenke und Geld zukommen liessen und dafür im Gegenzug Vermögensverwaltungsmandate zugeschanzt erhielten, wurde einer freigesprochen. Das Gericht begründete den Freispruch damit, dass die dem Angeklagten vorgeworfenen Vergehen verjährt seien.

Zwei der Mitangeklagten erhielten je zweieinhalb Jahre Freiheitsstrafe, 18 Monate davon bedingt und 12 Monate unbedingt. Die unbedingte Strafe können sie in Halbgefangenschaft verbüssen. Die beiden anderen Mitangeklagten erhielten bedingte Freiheitsstrafen von 14 und 15 Monaten.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ronn Sommer am 29.11.2012 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Ticken so.

    Da sieht man wie mit unserem Pensionskassengeld umgegangen wird. Wegen diesen Typen stimmt der Umwandlungssatz nicht. Aber es sind alle Pensionskassen Bosse die gleichen. Geldgierige Personen.

  • Hans Hauser am 29.11.2012 00:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Dummen bezahlen...

    Tja, die Erde ist eben doch eine Scheibe und nicht rund. Die Dummen sind die Steuerzahler sowie die Kantonsangestellten die den Supergau berappen. Das Kader bzw. die Verantwortlichen sind mehrheitlich fein raus. Niemand war für das Controlling verantwortlich....trotz den reichlich hohen Gehältern der oberen Rängen im Finanzdepartement. Es ist immer schön zu wissen das keiner die Verantwortung trägt.

  • Ueli am 28.11.2012 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    langsam bin ich wirklich

    Ganz stark gegen das Bankgeheimnis. Der hätte nie so wüten können, wenn man einblick gehabt hätte. Vom Bankgeheimnis profitieren eh nur die vom Graubereich und die Kriminellen.

  • Barbara am 28.11.2012 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Zurückzahlen

    Ich finde, dass man sämtlich Guthaben seiner privaten Konten zu Gunsten der BVK überweisen muss... Das wäre nur gerecht !! Und ein paar Jährchen mehr Knast würden auch nicht schaden....

    • holderer am 28.11.2012 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      Altersbatzen

      Wie wollen sie an sein gepunkertes Kapital gelangen,wenn nicht mal die Deliktsumme genau definiert werden kann.Mehrere 100 Milli od.1.5Mrd.ist ein gewaltiger Unterschied.Angenommen Höchstbetrag,davon 0.5% ausser Land ergeben 7.5Millionen.Der sitzt seine Strafe ab,steigt ins Flugzeug als Frühpensionär (63)und genisst das Leben in vollen Zügen.(in Peru als Millionär)

    einklappen einklappen
  • Big Ben am 28.11.2012 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Wieder einmal wird viel zu mild gehandelt. Aber man kennts ja nicht anderst in der schweiz

    • pierre am 28.11.2012 18:51 Report Diesen Beitrag melden

      zu milde?

      ich denke 6 1/4 Jahre Gefängnis ist eine harte Strafe, wenn man mit anderen Wirtschaftkriminellen vergleicht.

    einklappen einklappen
Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren