Der Tintenbaron

19. August 2008 17:11; Akt: 19.08.2008 17:19 Print

Ex-Student bietet Multis die Stirn

von Hermann-Luc Hardmeier - Beat Hochheuser und sein Shop für Nachfülltinte ist den Herstellern von Orginalpatronen ein Dorn im Auge. Sein Onlineshop tinte.ch kann sich zurzeit vor Bestellungen kaum retten.

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«Meine Mailbox quillt über vor Bestellungen», freut sich Beat Hochheuser, Besitzer von tinte.ch. Seit fünf Jahren betreibt er einen Onlineshop für Drucker-Nachfülltinte und kann sich wirklich nicht beklagen. Er gründete den Laden noch zu seinen Studentenzeiten und zählt mittlerweile mit knapp 20 000 Kunden zu den grössten Shops für Nachfülltinte.

Steile Karriere

Die Karriere vom Jus-Studenten zum Tintenbaron entwickelte sich ganz harmlos: «An der Uni mussten wir viele Skripts ausdrucken und mich nervten die hohen Druckerkosten», erzählt Hochheuser. «Durch mein Webdesign-Hobby hatte ich Kontakt zu einem Anbieter von Nachfülltinte in Deutschland und beschloss, mit seiner Hilfe in der Schweiz einen Onlineshop zu eröffnen.»

Neben Nachfüllsets verkaufte Hochheuser auch kompatible Patronen von Alternativherstellern und konnte dadurch im Vergleich zu Originalpatronen kräftig die Preise drücken. «Mittlerweile sind diese Generika der Renner», sagt Beat Hochheuser. «Man könnte schon fast von einer Generika-Sucht sprechen.»

Die Konkurrenz schläft

Natürlich gibt es auch andere erfolgreiche Shops für Druckernachfülltinte und auch die Hersteller der Originalpatronen waren nicht untätig. godirect.ch von Canon oder shopping-online.ch von Lexmark bieten jedoch ausschliesslich die Originalprodukte an und sind somit nicht wirklich eine Konkurrenz für den Tintenbaron aus Schaffhausen.
Die Druckerriesen outeten sich schliesslich als schlechte Verlierer und forderten von tinte.ch Anpassungen am Shop. Die Angelegenheit konnte jedoch aussergerichtlich geregelt werden.

Beat Hochheuser ist der Meinung, dass er den grossen Originalherstellern nicht schadet. Da er mittlerweile auch Originalpatronen verkauft und somit auch für sie ein wenig Werbung macht. «Und falls ich sie doch nerve, können sie mich ja ganz einfach loswerden: Sie müssen lediglich endlich die hohen Preise für die Druckerpatronen senken», sagt Hochheuser. Solange dies jedoch nicht geschieht, geschäftet er gerne noch ein wenig weiter in Schaffhausen.