Bundesgericht

21. November 2012 12:01; Akt: 21.11.2012 15:36 Print

FCZ-Prügler muss vier Jahre ins Gefängnis

Der FCZ-Anhänger, der 2006 einen anderen Fan niederschlug, muss definitiv für vier Jahre ins Gefängnis. Das Bundesgericht befand ihn der schweren Körperverletzung für schuldig.

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Der sorgte im Jahr 2006 für Schlagzeilen. Es geschah am nach dem Hitchcock-Finale zwischen dem FCZ und dem FCB in Basel. und damit die Zürcher zum Meister. Der FCZ und die wenigen Zürcher Fans im St. Jakob Park brechen in Jubel aus. Noch viel grösser ist der Jubel in der , wo tausende FCZ-Fans vor den Grossleinwänden mitgefiebert hatten. Einer der überglücklichen Fans ist Roland. Hier geschah es, zwischen Maag-Halle und Escher-Wyss-Platz. Gegen halb sechs machte man sich auf den Heimweg. Dort begegnen sich zwei streitenden Gruppen. Zu einer Gruppe gehört der K. ist ein bekannter Hooligan. Eine Woche vor dem Zwischenfall wurde gegen ihn ein ausgesprochen. Die beiden Gruppen sind . Roland Maag mischt sich in die Auseinandersetzung ein, er : «Seid friedlich, wir sind doch Meister» Der 28-Jährige galt als witziger, fröhlicher, optimistischer Mensch. Der des 21-jährigen Hooligans trifft den FCZ-Fan völlig unvorbereitet. Ohnmächtig sackt er zusammen, sein Kopf schlägt hart auf dem Asphalt auf. Die Folgen der brutalen Attacke: . Die Schädeldecke muss, bis das Hirn abgeschwollen ist, entfernt werden. Koma. Komplikationen. FCZ-Spieler besuchen ihn und wünschen gute Besserung. Die gute Besserung lässt heute noch auf sich warten. Roland hört kaum, sieht wenig, ist fast vollständig gelähmt und . verbreitete bereits kurz nach dem Vorfall in Bezug auf Rolands Chancen zur Gesundung wenig Optimismus. Christoph Erdös, von den Eltern beordert, plädierte in der ersten Prozessverhandlung auf «versuchte Tötung mit Eventualvorsatz». Am 4. Juli 2011 befand das Zürcher Bezirksgericht aber, dass es sich bei der Tat um eine «fahrlässige schwere Körperverletzung» handelt. Das Bundesgericht bestätigte das Urteil am 21. November 2012 und schickte den Täter für vier Jahre ins Gefängnis. : Eine Entschuldigung von K. haben sie nie gehört. Laut dem Bericht von «10vor10» ist der heute 23-jährige Täter schon wieder straffällig geworden. Im Januar 2007 hat er bereits wieder jemanden verprügelt. 4. April 2007: Die besuchen den schwerstinvaliden Fan. Roli Maag versucht Blerim Dzemaili die Hand zu reichen. Der FCZ spielt am 14. Juli für Roland Maag ein Benefiz-Spiel gegen Bayer Leverkusen. Roland Maag wird von seiner Familie am 14. Juli 2007 ins Hardturm-Stadion gebracht, zum für ihn veranstalteten . Am 22.März 2008 feierte Roland Maag in der Rehaklinik Nidelbad seinen . Ronny Da King, der die Roli-Maag-Benefiz-CD und das Konzert im Besame Mucho organisierte, konnte die bis dahin gesammelten 6350.- überreichen. Das FCZ-Shirt mit dem Schriftzug erhältlich. Die Rückennummer ist .

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Ein 27-jähriger Zürcher, der 2006 nach einem Fussballspiel des FCZ einen anderen Fan brutal niedergeschlagen hat, muss definitiv für vier Jahre hinter Gitter. Das Bundesgericht hat bestätigt, dass er die schwere Verletzung und Behinderung seines Opfers in Kauf genommen habe.

Das heute 33 Jahre alte Opfer, ein Fan des FC Zürich, war nach dem überraschenden Meisterschaftsgewinn des FCZ gegen den FC Basel am 13. Mai 2006 in den frühen Morgenstunden in eine Pöbelei geraten und wollte schlichten. Ein anderer FCZ-Fan schlug ihm dabei unvermittelt mit voller Wucht die Faust ins Gesicht.

200'000 Franken Genugtuung

Der angetrunkene Mann fiel auf den Hinterkopf, erlitt dabei gravierende Kopfverletzungen und ist seither schwer behindert. In erster Instanz wurde der Schläger dafür wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt.

Das Zürcher Obergericht kam im vergangenen März dann zum Schluss, dass er wegen (eventual-) vorsätzlicher schwerer Körperverletzung zu verurteilen sei. Es sprach gegen den heute 27-Jährigen eine Freiheitsstrafe von vier Jahren aus. Zudem verpflichtete es ihn zur Zahlung von 200'000 Franken Genugtuung an das Opfer.

Das Verdikt umfasste zusätzlich eine bereits rechtskräftig gewordene Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung, weil der Täter 2007 einen anderen Mann bewusstlos geprügelt hatte. Das Bundesgericht hat die Beschwerde des Verurteilten nun abgewiesen.

Konkrete Umstände entscheidend

Dieser hatte argumentiert, dass ihm das Risiko einer schweren Körperverletzung bei seinem Opfer weder bekannt gewesen sei noch dass er dies in Kauf genommen habe. Ein Faustschlag ins Gesicht führe normalerweise nur zu einer einfachen Verletzung.

Bei seinem Schlag liege eine unglückliche Ausnahme vor. Fakt sei zudem, dass es im Boxsport höchst selten zu schweren oder gar lebensgefährlichen Verletzungen komme.

Vergleich mit Boxsport abwegig

Laut Bundesgericht ist über die rechtliche Qualifikation der Folgen eines Faustschlags jeweils aufgrund der konkreten Tatumstände zu entscheiden. Hier sei von einem ausserordentlich wuchtigen Schlag und einem reduzierten Opfer auszugehen.

Ein unkontrollierter Sturz und ein Aufschlag des Kopfs auf dem Asphalt sei unter diesen Umständen keineswegs aussergewöhnlich gewesen. Die schwere Verletzung resultiere damit nicht bloss aus einem unglücklichen Tatablauf.

Den Vergleich des Verurteilten mit dem Boxsport bezeichnen die Richter in Lausanne als abwegig. Im Ring stünden sich trainierte Gegner gegenüber, und die Schläge erfolgten nicht unerwartet. Laut Gericht ist schliesslich auch die Höhe der ausgesprochenen Strafe nicht zu beanstanden.

(Urteil 6B_388/2012 vom 12.11.2012)

(sda)

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