Kürzere Wartezeiten

27. September 2017 16:23; Akt: 27.09.2017 17:18 Print

Flughafen Zürich scannt Gesicht bei Passkontrolle

Kamera statt Polizist: Pünktlich zum Herbstferien-Beginn führt der Flughafen Zürich die automatisierte Passkontrolle ein. Man kann aber auch weiterhin an den Schalter gehen.

SP-Regierungsrat Mario Fehr testet die automatisierte Passkontrolle. (Video: jen)
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Der Zürcher Flughafen testet ab sofort an acht Schaltern die automatische Passerkennung. Das soll in Stosszeiten helfen, die Warteschlangen zu verkürzen. Die erfassten Daten würden sofort wieder gelöscht, betonen die Verantwortlichen.

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Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) stellte sich am Mittwoch vor den Medien persönlich als Versuchskaninchen zur Verfügung: Biometrischen Pass auf die Glasplatte legen, warten bis der Chip gelesen ist, durch die Schleuse vor die Kamera treten und für das Foto das Gesicht in Richtung Display halten.

Flughafen Zürich scannt Gesicht bei Passkontrolle

100'000 Passagiere pro Tag wollen durch

Weil Fehrs Pass offenbar echt und der Regierungsrat auch nicht zur Fahndung ausgeschrieben ist, öffnet sich einen kurzen Moment später die Glastür. Das Anstehen vor den Glaskabinen, in denen Polizisten das ankommende Gesicht mit dem Foto im Ausweis vergleichen, entfällt.

Fehr zeigt sich zufrieden mit der automatisierten Passkontrolle und resümiert nach dem Test: «Es ist schneller, effizienter und kundenfreundlich.» Mit der neuen Anlage könnten mehr Passagiere in der gleichen Zeit die Grenze überqueren. «Und es bleibt trotzdem sicher. Deswegen sind diese Anlagen ein Gewinn für uns», so Fehr. Wichtig sei auch, dass die Passagiere künftig die Wahl hätten durch die automatisierten Passkontrolle zu gehen oder den Pass einem Polizisten zu zeigen.

Kürzere Wartezeiten

Bei einer kurzen Schlange zieht Fehr die persönliche Passkontrolle vor, wie er sagt: «Aber wenn ich künftig sehe, dass die Wartezeit zu lang ist, werde ich die Abkürzung über die elektronische Anlage nehmen.»

Auch Ueli Zoelly, Chef der Kantonspolizei am Flughafen, sieht in den kürzeren Wartezeiten bei der automatisierten Passkontrolle einen Vorteil: «Für die Passagiere bedeutet dies vor allem weniger lang anzustehen.»

Kapazität um 50 Prozent steigern

Die Passkontrolle am Flughafen Zürich hat ihre Kapazitätsgrenze seit geraumer Zeit erreicht. Bis zu 100'000 Passagiere wollen hier pro Tag durch. Es ist der Ort, an dem die meisten Menschen von ausserhalb des Schengenraums in die Schweiz einreisen. Durch einen Umbau des Gebäudes soll die Kapazität um 50 Prozent gesteigert werden. Die Kosten betragen 8 Millionen Franken.


Ueli Zoelly, Chef Flughafenpolizei der Kantonspolizei Zürich, nimmt Stellung zum Thema Datenschutz. (Video: jen)

Benutzung der Schalter ist freiwillig

Der Pilotversuch mit den automatischen Kontrollen ist ein Teil dieses Umbaus. Ob die Schalter dauerhaft bleiben und ihre Zahl noch ausgebaut wird, wollen Flughafen und Kantonspolizei im kommenden Jahr entscheiden. Die Benutzung der automatischen Schalter ist freiwillig. Die herkömmlichen Glaskabinen bleiben deshalb bestehen.

Voraussetzung, um den automatischen Schalter nutzen zu können, sind ein biometrischer Pass und die Volljährigkeit. Zudem müssen die Passagiere entweder aus der Schweiz oder aus der EU stammen.


Stefan Conrad, COO Flughafen Zürich AG, erklärt die Vorteile der automatisierten Passkontrolle. (Video: jen)

«Die Daten werden nicht gespeichert»

Bedenken von Datenschützern wegen der Kameraaufnahmen teilt man beim Zürcher Flughafen nicht. «Die Daten werden nicht gespeichert, sondern sofort wieder gelöscht», sagte Zoelly. Zudem sei das Ganze ja freiwillig. Niemand sei gezwungen, hier durchzugehen.

Falls die Schalter definitiv eingeführt werden, wollen Flughafen und Polizei das Thema aber genauer behandeln. Auch der Datenschützer solle dann konsultiert werden.

Zürich ist nicht der einzige Flughafen, der auf Kameras statt Polizisten-Augen setzen will. Auch in Genf sollen die automatischen Schleusen getestet werden. An mehreren ausländischen Flughäfen sind solche Systeme zudem bereits im Einsatz, etwa in Amsterdam.

(jen/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • passionate dude am 27.09.2017 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daten

    "Die Daten werden nicht gespeichert". Danke für den Schmunzler.

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  • Gurkini am 27.09.2017 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    mal sehen

    Funktioniert sicher super mit einer Burka :)

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  • Blerim am 27.09.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blerim

    Ich finde es gut das die Schweiz vieles unternimmt für die sicherheit der Bürger, aber meiner meinung nach sollten sie härter vorgehen gegen islamisten so z.B der IZRS oder die Lies Aktion, die gehören unbedingt Verboten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wipkinger am 28.09.2017 01:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für zuhause

    Ich lass mir zuhause so etwas einbauen... Für den Pizzakurier. Er legt dann die Pizza auf den Scanner, ist sie gut darf er durch, sonst nicht

  • Swissnem am 27.09.2017 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Pech, wer da nicht durchkommt

    Ich war bereits vor Rolf Fehr ein Versuchskaninchen. Hat gut geklappt. Statt anstehen schnell durch. An die Burkagegner: Pflicht beim Schalter ist sowieso Ablegen von Brille und Hut. Intellige spielen zu wollen ist eine wirklich schlechte Wahl und echt nicht zu empfehlen! Zur Datenspeicherung: Jeder, der sich auf dem Flughafen befindet, wird automatisch von unten bis oben gescannt. Alternativ bleibt ja das lange Astehen in der Warteschlange!

  • Oliver am 27.09.2017 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes System

    Wurde im Transferbereich am Düsseldorfer Flughafen bereits so kontrolliert. Es ging nur für EU/EFTA-Pässe. Klappte wunderbar und Stichprobenmässig wurden Leute zu einem Polizisten geschickt. Grenzpolizisten haben wirklich besseres zu tun als den ganzen Tag Pässe einzuscannen.

    • Mimi am 27.09.2017 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Oliver

      Also am Flughafen Zürich sind das keine Grenzpolizisten, sondern Angestellte der Polizei. Guter Leumund, Lehrabschluss und ü35 genügt. Super Lohn!

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  • Sophie am 27.09.2017 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruusiges Gesicht

    Na da hoffe ich mal,dass ich nie morgens in der Früh zum Flugi muss :-/ ,denn DIESES Gesicht würde der Scanner garantiert nicht akzeptieren ;-))

  • leser am 27.09.2017 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    diese Möglichkeit habe ich in England bereits häufig genutzt. doch auch dort lief sie nicht immer reibungslos. Mal wurde man überhaupt nicht in diesen Check reingelassen, dann der Pass nicht richtig erkannt, oder der Gesichts-Scann dauerte gefühlte 30sec. Also ganz asugereift war dort die Technik noch nicht. Obwohl ich immer mit dem gleichen Pass und dem gleichen Gesicht angereist bin :)