Nach Ankündigung am TV

13. Juli 2011 14:54; Akt: 13.07.2011 16:01 Print

Fraumünster-Posträuber wird rückfällig

von Attila Szenogrady - Er bedrohte in Dietikon einen Modeberater mit einem Bügeleisen und raubte ihn aus. Sein Verbrechen hat der berüchtigte Fraumünsterpost-Räuber Zoran V. im Fernsehen angekündigt. Jetzt steht er vor Gericht.

Die Ankündigung von Zoran V. bei Fabienne Pfammatter in «Leben live» im Schweizer Fernsehen (ab 05:38). (Video: Youtube/MrZoranje)
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Der heute 34-jährige Serbe Zoran V. sorgte am 1. September 1997 über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen. Er war mit mehreren Komplizen am spektakulären Raub in der Zürcher Fraumünsterpost beteiligt. Die Bande erbeutete dabei über 53 Millionen Franken. Allerdings waren alle Haupttäter schon bald verhaftet und rund die Hälfte der Beute von der Polizei sichergestellt. Zoran V. wurde in Spanien mit rund 1,3 Millionen Franken festgenommen. Er war allzu schnell durch einen viel zu aufwändigen Lebensstil und enorm hohe Geldausgaben aufgefallen.

1999 kassierte der «Benjamin» der Bande zwar eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und vier Monaten. Er erhielt aber eine Chance im Rahmen einer Arbeitserziehung.

Rückfall mit Ansage im Schweizer Fernsehen

Nach dem Scheitern der Massnahme wurde Zoran V. 2001 nach Serbien ausgeschafft. Allerdings kehrte er bald wieder nach Zürich zurück, wo er im Frühjahr 2003 eine weitere Vorstrafe wegen Hehlerei erhielt. Später kassierte der Kokainkonsument in Frankreich wegen Drogendelikten eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten.

Im Frühjahr 2008 trat Zoran V. unter einem neuen Namen im Schweizer Fernsehen in der Sendung «Leben live» als rühriger Posträuber im Ruhestand auf. Er präsentierte sich als braver Familienvater und Betreiber einer serbischen Holzkistenfabrik. Er spottete dabei über das dumme Lächeln des Staatsanwaltes und Postraubjägers Rolf Jäger und stellte in Aussicht, dass er sicher nicht mehr einen so grossen Raub ausführen werde. Aber vielleicht einen kleinen Raub.

Opfer gefesselt und mit heissem Bügeleisen bedroht

Am 13. November 2010 machte Zoran V. seine Ansage wahr. Zusammen mit einem Landsmann überfiel er in Dietikon an einem helllichten Vormittag einen ahnungslosen Modeberater in dessen Wohnung. Zoran V. spritzte dem Opfer eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht. Dann fesselten ihn die Gangster mit einem Klebeband und räumten die ganze Wohnung aus. Um zu den Codes der Bankkarte zu kommen, bedrohte der Posträuber den Geschädigten nicht nur mit einem Brecheisen, sondern auch mit einem heissen Bügeleisen. Worauf der in Todesangst versetzte Modeberater die Nummern bekannt gab. Kurz darauf konnte das Duo das Bankkonto des Opfers plündern, wurde aber zwei Tage später von der Polizei erwischt. Der in seiner Wohnung zurückgelassene Geschädigte hatte sich indessen selber befreien können.

Zu milder Strafantrag: neuer Prozess

Am Mittwoch musste sich der teilgeständige Zoran V. wegen Raubes, Erpressung, versuchter Freiheitsberaubung, Hausfriedensbruchs und rechtwidrigen Aufenthaltes am Bezirksgericht Dietikon verantworten. Der Strafantrag lautete auf zwölf Monate Freiheitsstrafe unbedingt. Viel zu milde für die zuständige Einzelrichterin Alexandra Hardegger. Sie lehnte eine Urteilsfindung ab und überwies den Fall an das Kollegialgericht, welche eine erheblich höhe Strafe festlegen kann. Hardegger erklärte dazu, dass Zoran V. den Sachverhalt nicht ganz eingestanden habe. So habe dieser die Bedrohung des Opfers mit einem Bügeleisen in Abrede gestellt. In einem Punkt glaubte das Gericht Zoran V.. So hatte dieser am Prozess erklärt, dass er vom Opfer bei einem Kokaingeschäft übers Ohr gehauen worden sei. Deshalb habe er dessen Wohnung ausgeräumt. Das Gericht folgte dieser Version, hielt aber auch fest, dass eine solche Selbstjustiz noch lange kein Strafmilderungsgrund sei.

Zoran V. muss sich deshalb bald vor einem dreiköpfigen Gericht verantworten und wohl mit einer erheblich härteren Strafe rechnen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H. Müller am 13.07.2011 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz ojeee

    Ich finde es einfach unglaublich, dass Einige sich einfach alles erlauben können und die Schweizer gucken wieder in die Röhre! Ausschaffen und mit einem Einreiseverbot belegen. Am besten lebenslang einbuchten! Wenn das so weiter geht, sind die Schweizer Eidgenossen eine bedrohte "Spezies" hier in der Schweiz. Dann werde auch ich das Land verlassen. Im Gegensatz zu den anderen werde ich mich dann anpassen.

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  • nadan am 13.07.2011 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    sympatisch

    irgendwie ist mir der typ trotzdem sympathisch!

  • F. Meyer am 13.07.2011 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Geschichten die das Leben schreibt

    Geschichten die das Leben schreibt oder der ganz normale Wahnsinn unserer Welt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Remo Kunz am 14.07.2011 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Unbelehrbar...

    Eventuell bin ich einfach etwas schwer von Begriff. Was ist der Grund, dass sich Zoran B., bei welchem bereits die erste Massnahme gescheitert ist, wieder in der CH aufhält. Wohl als humanitärer Akt seitens der Eidgenossenschaft oder als Einladung für ungehemmtes Delinqieren...

  • Matthias Pfeiffer am 14.07.2011 02:59 Report Diesen Beitrag melden

    unlehrbar?!

    Tja gewisse Serben lernen es nie- der Luxus in der Schweiz und die krassen Gegensätze Serbien verleiten da natürlich leicht. Plus Kriegserfahrung und Hemmungen die weggefallen sind... Lernt es endlich: Anständig arbeiten Punkt.

  • Till Sitter am 13.07.2011 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Meckern

    Man hat wirklich das Gefühl, dass einige Kommentatoren hier sich nicht einmal die Mühe gemacht haben den Artikel auch zu lesen sondern einfach nur so drauf los jaulen und grundlos über Kuscheljustiz labbern.

  • nadan am 13.07.2011 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    sympatisch

    irgendwie ist mir der typ trotzdem sympathisch!

  • Tomy am 13.07.2011 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweizer

    Und für den unangebrachten Witz bei 5:38 erhält er wie man ja im Hintergrund hört vom Schweizer Publikum noch grossen Applaus. Kein Wunder hat dieser sich wohl gedacht, versuche ich es nochmals bei den dummen Schweizern...