Vater erschossen

03. Dezember 2012 10:15; Akt: 03.12.2012 19:42 Print

Freispruch für Fabienne Z. rechtskräftig

Die 25-jährige Fabienne Z., die vor rund drei Jahren ihren Vater in Notwehr erschossen hatte, wird definitiv freigesprochen. Sie bekommt zudem 30'000 Franken Abfindung.

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Die heute 25-Jährige hat ihren Vater erschossen.

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Der Freispruch für die heute 25-jährige Fabienne Z., die 2009 in Oberrieden ZH ihren aggressiven Vater erschossen hatte, ist rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hat die Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichtes Horgen zurückgezogen.

Das Tötungsdelikt wird damit nicht wie vorgesehen Mitte Dezember am Zürcher Obergericht neu verhandelt. Dies teilte das Obergericht am Montag mit. Die junge Frau ist damit vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung definitiv freigesprochen. Sie erhält somit auch die 30'000 Franken, die ihr vom Gericht als Schadenersatz- und Genugtuungszahlung zugesprochen wurden.

Das Bezirksgericht sah es in seinem Urteil als erwiesen an, dass die junge Frau in einer Notwehrsituation gehandelt hatte. Die Abwehr mit einer Waffe sei «angemessen und verhältnismässig» gewesen. Beim Vater handelte es sich um einen 150 Kilogramm schweren Kampfsportler, der als aggressiv und streitsüchtig galt.

«Ein Blick wie ein Tier»

Am 1. Oktober 2009 war der Mann bei einer lautstarken Auseinandersetzung mit seiner damals 22-jährigen Tochter handgreiflich geworden und hatte sie leicht verletzt. Die Frau sagte aus, dass er «Ich bringe dich um!» geschrien habe und mit einem «Blick wie ein Tier» in ihr Zimmer gerannt sei.

Weil sie keine Fluchtmöglichkeit gesehen hatte, schoss sie mit einem Revolver vier Mal auf ihren Vater. Danach flüchtete die junge Frau panikartig zu einer Freundin und wurde dort kurz darauf verhaftet. Der Vater starb noch in der Wohnung. Die Waffe wurde zwei Tage später gefunden.

Die Tochter hatte die Waffe fünf Monate vor der Tat legal in einem Waffengeschäft gekauft. Vor Bezirksgericht gab Fabienne Z. an, die Waffe aus Angst vor Einbrechern und möglichen Stalkern gekauft zu haben. Der Staatsanwalt stellte es hingegen so dar, dass sie ursprünglich vorhatte, eine Nebenbuhlerin mit der Waffe zu bedrohen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuel am 03.12.2012 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    letzter abschnitt interessant

    vor allem der letzte abschnitt sollte doch zum nachdenken anregen. sie war bereits soweit eine waffe zu kaufen weil sie jemanden bedrohen wollte. ob korrekt oder falsch. der frauenbonus scheint zumindest ein faktor zu sein. auch interessant, dass hier dinge wie gewicht und ausgeübte sportart eine rolle zu spielen scheinen. wäre der vater also 70kg gewesen und hätte schach gespielt, dann hätte sie ihn wohl nicht erschiessen dürfen?!? seltsam..

  • Thomson am 03.12.2012 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Aber hallo...

    "einer Nebenbuhlerin mit einer Waffe drohen wollte"... Da muss es für das Mädel ein Revolver sein...und ein echter dazu... Unsere Gerichte sind ja schon Lachnummern...

  • Müller am 03.12.2012 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kann doch nicht sein...

    Es kann doch nicht sein, dass man einen Menschen erschiessen darf und dann noch Geld bekommt. Wo führt das hin? Auch wenn es notwehr gewesen sein sollte, sollte sie trotzdem eine Strafe bekommen. Was passiert sonst. Leute werden einfach erschossen und dann wird auf notwher plädiert und bekommt noch Geld. Wunderbahre Lösung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rudi am 04.12.2012 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    stand your ground!

    Sie hat sich richtig verhalten! hätte er sich anständig verhalten wäre das nicht passiert.

  • patrick o. am 04.12.2012 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das leben ist gerecht..

    was sich wirklich abgespielt hat, ob der Vater sie wirklich geschlagen, bedroht hat und was in dieser Nacht geschah, wir werden es nie erfahren. jedoch wer Konflikte so löst, wird eines Tages selbst in die "Kugel" laufen: keine Behörde zur Hilfe geholt in all den "Jahren" der Gewalt durch den Vater, , eine Waffe kaufen mit Munition um ne andere Frau und ihren Freund zu bedrohen anstatt das Problem anders zu bewältigen. sie wird ihre Quittung schon noch erhalten - in ihrem fall denke ich sogar noch in diesem leben. was auch immer das sein wird, wird ein anderer richten...

  • sMamu am 04.12.2012 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komische Sache

    1. Es ist komisch das sie kurz vorher eine Waffe gekauft hat 2. Heutzutage gibt es weiss Gott genug Möglichkeiten sich gegen einen schlagenden Vater (Bruder, Freund, Ehemann, etc.) zu wehren

  • elli am 04.12.2012 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    scheinheilige leser

    wenn beiträge von jahrelanger kindesmisshandlung kommen sagt ihr alle auch oh wie schrecklich, warum hat das niemand gesehen oder geholfen. jetzt wo sich mal eine selbst gegen ihren vater wehrt ist es auch nicht recht, "man hat ja nichts gesehen". sie ist mit der tat an sich schon genug bestraft...

  • O.Justitia am 04.12.2012 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Schuss ein Treffer?

    Vier Schüsse als Notwehr?

    • Beat Eichelberger am 04.12.2012 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, ganz klar Notwehr

      Ja, egal ob 1, 2, 4, 8..... Wer die Anzahl abgegebener Schüsse als Indikator für die Verhältnismässigkeit oder den Notwehrfall nimmt, der hat schlicht keine Ahnung. Weder von Waffen noch von deren Einsatz zum Selbstschutz. Genauso wie die "Experten" mit den Knieschüssen oder dergleichen. Medienberichten zufolge hatte sie einen 38er Chief Special, also einen 5-schüssigen Revolver. Den wird sie wohl in Panik leergeschossen haben (frühere Berichte sprachen von 5 abgegebenen Schüssen). Wie dem auch sei, absolut richtiger Entscheid des Gerichtes. Die Schusszahl ist unwichtig, Notwehr ein Grundrecht

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