Stadtpolizei Zürich

14. Mai 2018 10:42; Akt: 14.05.2018 10:42 Print

Illegale Sexarbeiter sind oft männlich

Die Stadtpolizei Zürich hat 2017 insgesamt 124 Personen wegen illegaler Sexarbeit verhaftet. Die Trefferquote bei Männern ist höher.

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Stadtpolizisten haben 2017 verdeckt auf rund 1000 Sexinserate geantwortet. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Zürcher Stadtpolizisten fahnden mit gefälschten Profilen auf Dating-Plattformen, um nach schwulen Schwarzarbeitern zu suchen, die ihre Dienste illegal anbieten. Das hat die Gay-Zeitschrift «Cruiser» im Februar publik gemacht. Die beiden AL-Gemeinderäte David Garcia Nuñez und Christina Schiller wollten mehr darüber wissen und stellten eine entsprechende Anfrage, die der Stadtrat nun beantwortet hat.

Auf ungefähr 1000 kommerzielle Sexinserate aus Zeitungen und dem Internet habe die Stadtpolizei 2017 reagiert, heisst es im Bericht des Stadtrats. In rund 300 Fällen sei es zu einer Anzeige gekommen. 82 Frauen und 42 Männer seien von der Polizei verhaftet worden. Das schreibt unter anderem der «Tages-Anzeiger».

Bei Männern ist die Trefferquote höher

Die Zahlen sind besonders in Bezug auf die Geschlechterverteilung interessant. Bei Männern liege die Trefferquote bei rund 30 bis 50 Prozent, bei Frauen «massiv tiefer», schreibt der Stadtrat. Die Erfahrung zeige, dass bei den Männern drei- bis fünfmal häufiger Tatbestände von Verbrechen vorliegen als bei Frauen.

Ein Grund dafür sei unter anderem, dass die männlichen Sexarbeiter häufig aus Nicht-EU-Ländern kommen. Diese dürfen in der Schweiz nur mit einer Arbeitsbewilligung einem Erwerb nachgehen. Personen aus EU-Ländern hingegen können grundsätzlich legal in der Schweiz arbeiten.

(tam)