Zürich

09. Januar 2013 22:22; Akt: 10.01.2013 09:59 Print

Gemeinderat unterstützt Studie zur Hanfabgabe

Die Stadt Zürich bietet Hand für ein nationales Forschungsprojekt zum Kiffen. Der Gemeinderat unterstützt das Vorhaben.

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Mit 89 Ja- zu 29 Nein-Stimmen hat der Zürcher Gemeinderat am Mittwoch den stadträtlichen Bericht zum kontrollierten Cannabisverkauf zur Kenntnis genommen. Diesen hatten die Grünen via Postulat vorgeschlagen. Zwar ist ein solcher Verkauf aus rechtlichen Gründen nicht durchführbar, trotzdem bietet Stadträtin Claudia Nielsen (SP) gemeinsam mit anderen Städten in Bern Hand für ein nationales Forschungsprojekt zur Cannabisabgabe.

Umfrage
Soll Kiffen straffrei werden?
89 %
11 %
Insgesamt 2008 Teilnehmer

«Bundesrat Alain Berset hat geschrieben, dass er gerne mit uns zusammenarbeiten würde», so Nielsen. «Was es aber braucht, ist eine solide Faktenlage, dazu gehört etwa die Frage nach dem Jugendschutz.» Eine Mehrheit im Parlament unterstützte Nielsens Vorhaben: «Die Stadt kann so einen Beitrag zur Versachlichung des Cannabiskonsums leisten», sagte Karin Weyermann (CVP). Kritik kam nur von den Bürgerlichen. Marina Garzotto (SVP): «Wir sollten die Bevölkerung nicht dazu anleiten, etwas einzunehmen, das mit Gift angeschrieben ist.»

Emotionale Debatte

Der Bericht löste im Rat eine emotionale Debatte aus. Die SVP befürchtete, dass aus Zürich ein Kiffermekka werde. «Kiffen ist nicht einfach nichts», sagte der SVP-Sprecher. Die SVP sei nicht einverstanden, einen solchen Versuch in Zürich zu machen.

Die linke Ratsseite hingegen begrüsste, dass sich der Stadtrat auf nationaler Ebene einsetze und Zürich zusammen mit anderen Städten eine Vorreiterrolle einnehme. Ein Genussmittel werde verteufelt, sagte der SP-Sprecher.

Die FDP nahm den Bericht zur Kenntnis - nicht mehr und nicht weniger, wie die FDP-Rednerin sagte. Nicht einverstanden war die FDP aber mit der Grundhaltung des Stadtrates: Im Bericht hält der Stadtrat fest, dass er sich «nach wie vor» für eine Entkriminalisierung des Konsums und eine Regulierung von Produktion und Handel engagiere. Weitere Stellungsnahmen der Politiker gibts in der Bildstrecke oben.

Soll man straffrei kiffen dürfen? Reden Sie mit und teilen Sie uns Ihre Meinung unten mit.

(rom/sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich denke wenn man Cannabis mit Alkohol vergleich, kommt das Grass eindeutig besser weg. Allerdings sollte man nicht vergleichen sondern es neutral beurteilen. Eigene Erfahrung: Es stimmt das das Kurzzeitgedächtnis eingeschränkt wird. allerdings hat das keine grossen Auswirkungen auf Schule, Beruf und Ausbildung. Was mich stört, ist das die Polizei zu viel Zeit durch Probleme mit Cannabis verliert. Diese Zeit könnte man für härtere Drogen, oder weitaus schlimmere Gebiete stecken. Ich sage: Lieber kontrolliert Legal, als unkontrolliert Illegal! – Samuel Peter

Die neusten Leser-Kommentare

  • DinChef am 11.01.2013 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Selig-lächelnd

    Apropos: Die Befürworter auf den Bildern oben sehen irgendwie so selig-lächelnd aus. Nur der Mauro Tuena ist offensichtlich stocknüchtern. ;-)

  • DinChef am 11.01.2013 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    legalisieren ja, verkaufen nein

    Ist doch schön: Statt dass die Politik ein klares Zeichen setzt, wird lieber an einem "Versuch" rumgewurschtelt. So müssen sich die Politiker nicht endgültig festlegen und keiner verliert auch nur eine Wählerstimme. Warum nicht einfach legalisieren, das heisst Straffreiheit für Kiffer? Das finde ich schon längst überflällig. Aber dass sich der Bünzlistaat in den Handel einklingt, ist schon etwas schräg. Die suchen wohl neue Einnahmequellen für ihr krankes Budget.

    • Eis Bär am 11.01.2013 22:06 Report Diesen Beitrag melden

      Der Handel

      ...wäre die konsequente Fortsetzung. Und zwar so wie heute Alkohol und Tabak, versteuert und kontrolliert. Im Idealfall sowieso für alle Drogen. Wenn ich heute was will krieg ich es auch. Mit dem Unterschied, dass es irgendwas mit weiss ich was gestrecktes ist. Wie zum Beispiel vor ein paar Jahren das halluzinogene Koks.

    einklappen einklappen
  • Dinsh Mich am 10.01.2013 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kiffer > Alkoholiker

    Die nächsten Generationen (18-30) haben sehr viele Kiffer dabei. In der Politik ist es ebenso, dass eher die Jungen einen "Dübi" paffen als die älteren. Junge Leute haben weniger Respekt von der Droge und dass sie als Einsteiger-Droge zu Kokain,Heroin etc. beschimpft wird, ist falsch. Klar sinkt die Hemmung, wenn die Person schon etwas "illegales" (kiffen) gemacht hat. Man behebt dies, indem man sie legalisiert. Die Kontrolle der Abgabe müsste besser sein, wie beim Alkohol für Minderjährige.

  • J. F. am 10.01.2013 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    1. Cannabisvertrieb versteuern 2. Null-Tolleranz beim Autofahren (Cannabis UND Alkohol, da man seine Umwelt dabei gefährdet) 3. Jugendschutz bzw. striktes Verbot für Minderjährige 4. Die Ausgaben die man für die Verfolgung der Kiffer und Dealer hatte, sinnvoll für Präventation bzw. Aufklärung einsetzen.

  • Michi am 10.01.2013 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Die Politik wird realistisch!

    Schön, dass nun sogar die CVP realistisch wird. Erstaunlich dass die angeblich "liberale" FDP sich so sperrt, obwohl Sie bei der Abstimmung in der Vergangenheit für ein (vernünftiges) "Ja" eingetreten sind. Dass die SVP wieder in ihrer Schwarz/Weiss-Welt politisiert, ist nicht zu verwundern. Würde es um ein Alkoholverbot gehen, würde Sie garantiert davon sprechen, dass der Bürger immer mehr entmündigt wird. Trotzdem, super dass die Politik sich nun endlich der Realität anpasst und für konstruktive zukunftsorientierte Lösungen eintritt.

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