Dällikon ZH

15. Juni 2017 11:00; Akt: 15.06.2017 11:00 Print

Geschlüpfte Vögel wegen Baustelle fast verhungert

Um ein Dach während eines Umbaus vor brütenden Vögeln zu schützen, montierte man Gitter. Dabei wurde vergessen, dass sich bereits Vögel unter dem Dach befanden.

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Die Feuerwehr musste in Dällikon mehrere frisch geschlüpfte Mauersegler retten. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Erich Kaiser)

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Bei der Kantonspolizei Zürich sind am Donnerstag, 8. Juni, Meldungen eingegangen, dass in Dällikon ein Brutplatz von Mauerseglern im Dachstock eines Mehrfamilienhauses beseitigt beziehungsweise durch bauliche Massnahmen der Zu- und Wegflug der Vögel verhindert worden war.

Bei Arbeiten am Dach eines Hauses wurden an mehreren Stellen Gitter an der Unterseite des Daches montiert, die brütende Vögel von der Hausfassade fernhalten sollen. Dabei wurde jedoch übersehen, dass sich bereits einzelne geschlüpfte Mauersegler im Unterdach befanden. Damit die ständig anfliegenden Elterntiere wieder zu ihren Jungen gelangen konnten und diese nicht elendiglich verhungern mussten, wurden durch die Feuerwehr Buchs-Dällikon die Gitter wieder entfernt.

Polizei hat Ermittlungen eingeleitet

Die Kantonspolizei Zürich hat Ermittlungen wegen eines Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG) eingeleitet, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Gemäss Jagdgesetz wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe belegt, wer vorsätzlich und ohne Berechtigung Eier oder Jungvögel geschützter Arten – dazu gehören auch Mauersegler – ausnimmt oder das Brutgeschäft der Vögel stört. Im Weiteren schützt das Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) die Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume. Viele Tierarten sind durch die Beeinträchtigung ihres Lebensraumes gefährdet.

Werden bei Renovations- oder Umbauarbeiten Brutplätze von Vögeln vermutet, sei mit den Behörden Kontakt aufzunehmen, schreibt die Kantonspolizei Zürich. Auch stehen der Schweizer Vogelschutz BirdLife Schweiz oder die Vogelwarte Sempach für Auskünfte gern zur Verfügung.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tanti am 15.06.2017 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mauersegler

    Zum Glück haben die Arbeiter den Durchgang wieder geöffnet.Wir haben schon jahrelang Mauersegler in den Kästen am Haus.Wenn sie kreischend um die Häuser ziehen ist der Sommer da. Wunderschön ihren schnellen Flugkünsten zuzusehen.

  • Nikolajevski am 15.06.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorge tragen zu den Tieren

    Ich verstehe ja, dass man vor solchen Arbeiten Schutzvorrichtungen baut. Man sollte allerdings zuvor schon abklären, ob keine Tiere gefährdet werden. Tiere sind auch Lebewesen und haben auch ein Recht auf ein Überleben. Was wären Ortschaften ohne Tiere? Tote Gebiete. Ein Riesenlob an den/die Melder/in sowie die Feuerwehr für so ein super Verhalten.

  • Ebeneben am 15.06.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Verstand, Macbarkeit und Planung

    Bei unseren Dacharbeiten liess der Dachdecker seine Werkzeugkiste und Werkzeuge auf dem Flachdach und legte eine Pappenstück darauf. Über das Wochenende baute ein Vogel sein Nest dazwischen. Nach kurzer Sichtung, Absprache und Foto vereinbarten wir einen Unterbruch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicole am 15.06.2017 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu wenig Rücksicht

    Generell gesagt nimmt der Mensch zuwenig Rücksicht auf die Tiere und seine Umwelt. Sei dies aus Bequemlichkeit oder Unwissen.

  • nix da mit vergessen am 15.06.2017 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    war wohl egal

    "Vergessen" es war denen wohl egal, hoffentlich hagelts ne saftige Busse

  • Uschi am 15.06.2017 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mauersegler

    Danke an die Feuerwehr und Polizei. Wieder einmal mehr Dein Freund und Helfer.

    • Buddhist am 16.06.2017 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Uschi

      Danke. 1 Leben zu retten ist besser als 100 Tempel zu bauen.

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  • René am 15.06.2017 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch geschützte Arten

    Eigentlich sollte das Gesetz für alle Vögel, und nicht nur für geschützte Arten gelten. Ich beobachte viele solche Vorfälle bei denen ich immer interveniere. Aber meistens ist es den Unternehmen egal ob Vögel auf der Baustelle brüten oder nicht. Es heisst dann immer keine Zeit zum warten. TRAGISCH.

    • Nightjar68 am 15.06.2017 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      Gilt für alle

      Mit Ausnahme von relativ wenigen jagdbaren Arten sind alle Vögel geschützt. Und egal bei welcher Art, Störungen während der Brut sind immer verboten und strafbar. Also bei solchen Vorfällen ruhig Anzeige erstatten bzw. damit drohen!

    • Nelson am 15.06.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      Mandela

      Warum sind nicht Menschen auch in der Liste von "Geschützten Arten"?! Werden auf dieser Welt überall abgeballert/zugebombt.. Was meinstde Renè?

    • Julia am 16.06.2017 18:41 Report Diesen Beitrag melden

      Ach nicht?

      Klar sind wir Menschen eine geschützte Art, zumindest in den meisten Ländern. Denn Menschen dürfen weder gejagt noch getötet werden und schon gar nicht gegessen. Dass sich die Menschen nicht daran halten, ist aber auch deren Verantwortung. Aber wenn ein Löwe, einen anderen Löwen tötet, wird dieser ja nicht bestraft. Aber auf eine rote Liste kann man den Menschen wirklich nicht setzen, denn vom Aussterben ist der Mensch wirklich weit entfernt.

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  • Ebeneben am 15.06.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Verstand, Macbarkeit und Planung

    Bei unseren Dacharbeiten liess der Dachdecker seine Werkzeugkiste und Werkzeuge auf dem Flachdach und legte eine Pappenstück darauf. Über das Wochenende baute ein Vogel sein Nest dazwischen. Nach kurzer Sichtung, Absprache und Foto vereinbarten wir einen Unterbruch.

    • tjt am 15.06.2017 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ebeneben

      Beim Bekannten von mir wurden ca. 30 Nester wegen Fassadenrenovation runtergerissen. Schwalben suchten im folgenden Jahr vergeblich ihre Nester. Die waren noch im Naturschutz Verein. Ein Hohn.

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