«Trickser»-Plakat

10. Januar 2013 20:40; Akt: 10.01.2013 20:48 Print

Griechen in Zürich empört über SVP

von Marco Lüssi - «Tricksen wie die Griechen»: Dieser Satz auf einem SVP-Plakat macht Zürichs griechische Gemeinschaft wütend.

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Mit einer einmaligen Zahlung von 1,6 Milliarden Franken zur Sanierung der Pensionskasse BVK «trickse» Regierungsrätin Ursula Gut (FDP) «wie die Griechen».

Diese Aussage macht ein neues Plakat, mit dem die SVP des Kantons Zürich gegen die Vorlage wirbt, über die das Volk am 3. März abstimmt. Bei den Zürcher Griechen sorgt das Sujet für Empörung. Christos Hatzikonstantinou, Präsident der Griechischen Gemeinde Zürich (GGZ): «Dass die SVP auf Stimmenfang geht, indem sie ein Volk pauschal diffamiert, verurteile ich.»

Mit dem GGZ-Vorstand will Hatzikonstantinou nun besprechen, ob man Schritte gegen die SVP ergreifen werde. Wütend ist auch der Zürcher Dimitris Sarisavas, der seit 50 Jahren in der Schweiz lebt und lange den Schweizer Dachverband der griechischen Vereine präsidierte. «Dieses Plakat ist eine Sauerei, zumal dafür sogar unsere Flagge missbraucht wird – eine Beleidigung für jeden Griechen.» Zwar wolle er nicht bestreiten, dass es in Griechenland Betrüger gebe, aber das sei in jedem Land so: «Das sieht man ja auch am Beispiel der Schweizer Banken.»

«Herabwürdigend und hetzend»

Ob die Antirassismus-Strafnorm mit dem Satz verletzt ist, ist für Strafrechtsexperte David Gibor offen: «In der Generalisierung steckt zweifellos etwas Herabwürdigendes und Hetzendes.» Wie üblich formuliere die SVP gezielt mehrdeutig, wobei sie diskriminierende Andeutungen mache und sich rasch auf eine harmlose Bedeutung berufe, sobald man ihr Rassendiskriminierung vorwerfe.
Gibor: «Wer bewusst mehrdeutig formuliert, muss sich die diskriminierende Bedeutung des Textes entgegenhalten lassen.»

Verärgert über das Plakat ist man auch beim griechischen Konsulat in Zürich: Dort prüft man laut TeleZüri gemeinsam mit der Botschaft in Bern mögliche Schritte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Rüegg am 11.01.2013 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ignorante Kommentare

    Viele der Kommentatoren zeigen deutlich, dass sie die Diskriminierungsdimension bewusst übersehen. Also: Es geht einzig um eine Zürcher Regierungsrätin namens U. Gut. Und um diese zu kritisieren, wird nun ein europäisches Volk herangezogen und kollektiv als Trickbetrüger, als Gauner, jedenfalls als zweifelhafte, weil unseriöse Ethnie dargestellt. Ohne jeden Zusammenhang mit Frau Gut werden die Griechen diffamiert. Und dann wollen Einzelne tatsächlich ohne Kenntnis, dafür aber vorurteilsbeladen darüber diskutieren, ob "DIE Griechen" tricksen? Unglaublich!

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  • Werner Weber am 11.01.2013 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Kantonsfinanzen gilt

    Besser Gut frisiert als von der SVP jährlich um 430Mio kahlgeschoren

  • Gianni am 11.01.2013 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch peinlich!

    Wie lange muss man sich als Schweizer für die Werbekampagnen der SVP noch schämen? Auch wenn ich kein Freund von Frau Gut und ihrer FDP bin, der erniedrigende Angriff auf Frau RR Gut geht eindeutig zu weit. Nur schon wegen dieser Werbekapagne der SVP werde ich ein klares JA in die Urne legen, weil bei dieser Vorlage nichts getrickst wurde und ein Nein zu gravierenden Folgen für das einfache, normale und steuerzahlende Volk führen wird!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hanspeter am 13.01.2013 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    SCHLAMM-SCHLACHT NICHT ERWÜNSCHT

    Griechenland ist an ihrem Debakel tatsächlich selber Schuld - die Schweiz ist tatsächlich auf gutem Weg diesen Fehler auch zu machen - und das muss verhindert werden und die Öffentlichkeit aufgerüttelt werden - denn es wird in der CH-Finanz-Poltik genug frisiert / gespielt, Geld vernichtet.

  • Peter Rüedi am 12.01.2013 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Wo ist das Problem. Die Aussage stimmt doch ganz genau. Die Griechen wären nie in der EU, hätten sie damals nicht getrickst - und alles wussten es! Und was in den ZH Finanzen, resp. der Sanierung der PK abgeht gehört in die gleiche Schublade. Wieso sind bis heute keine Köpfe gerollt; wer hat die Aufsichtspflicht verletzt, wer deckt wen und wie will man aus dem Schlamassel rauskommen? Auf jeden Fall nicht auf Kosten derjenigen, die profitiert haben (Beitragsfreie Jahre usw.) und denen, die ihre Pflicht verletzt haben.

  • Andrè am 12.01.2013 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    CH braucht keinen Staat im Staat

    Die CH-Finanzwelt hat wirklich griechische Dimensions-Formen angenommen - Verluste bei BVK - SBB - Lehrer - Pensions-Milliarden-Kassengelder usw.wurden Spekulativ in den Sand gesetzt - nun wird der Steuerzahler auch die CH-Griechen zur Kasse gebeten - gegen solche Machenschaften muss man das Volk Aufmerksam machen sonst macht man sich mitschuldig - Maulkörbe verteilen sind falsche Schritte, weil sie Mundtod machen und die Rechte noch mehr einschränkt.

  • Werner Weber am 11.01.2013 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Kantonsfinanzen gilt

    Besser Gut frisiert als von der SVP jährlich um 430Mio kahlgeschoren

  • Michael Rüegg am 11.01.2013 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ignorante Kommentare

    Viele der Kommentatoren zeigen deutlich, dass sie die Diskriminierungsdimension bewusst übersehen. Also: Es geht einzig um eine Zürcher Regierungsrätin namens U. Gut. Und um diese zu kritisieren, wird nun ein europäisches Volk herangezogen und kollektiv als Trickbetrüger, als Gauner, jedenfalls als zweifelhafte, weil unseriöse Ethnie dargestellt. Ohne jeden Zusammenhang mit Frau Gut werden die Griechen diffamiert. Und dann wollen Einzelne tatsächlich ohne Kenntnis, dafür aber vorurteilsbeladen darüber diskutieren, ob "DIE Griechen" tricksen? Unglaublich!

    • Konsti Athanasopoulos am 11.01.2013 20:52 Report Diesen Beitrag melden

      Wahre Worte

      Danke Michael Rüegg!

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