1557 Franken für 2,5-Zimmer

13. Februar 2018 18:59; Akt: 13.02.2018 19:38 Print

Günstige Stadtwohnung für Bundesrats-Schwester

Johann Schneider-Ammanns ältere Schwester ist Mieterin an der Schipfe 39 in der Stadt Zürich. Die Wohnung hat sie vor 15 Jahren zu Sonderkonditionen erhalten.

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Anna Katharina Laederach zahlt für ihre Wohnung im Schipfe-Quartier monatlich nur 1557 Franken brutto. (Bild: Google Maps)

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Das Schipfe-Quartier im Zürcher Kreis 1 erlangt zweifelhafte Berühmtheit. Schon mehrfach wurde bekannt, dass in den preiswerten städtischen Liegenschaften an bester Lage gutbetuchte Mieter wohnen. Unter ihnen auch die Headhunterin Anna Katharina Laederach, Schwester von Bundesrat Johann Schneider-Ammann, wie die Finanznewsseite «Inside Paradeplatz» am Dienstag schreibt.

Die 67-Jährige ist bereits seit September 2003 Mieterin einer Wohnung an der Schipfe 39. Im Jahr davor wurde Laederach Direktorin des Personalamts. Damals galt für die obersten Kader der Stadtverwaltung Wohnsitzpflicht in der Stadt Zürich. Damit ausgewiesene Fachleute trotz vergleichsweise niedrigem Lohn eine Kaderposition in der Stadtverwaltung annehmen, bot man ihnen als Ausgleich günstige städtische Wohnungen an.

Muss sie raus oder darf sie bleiben?

Laederach arbeitet längst nicht mehr für die Stadt Zürich, gemäss «Inside Paradeplatz» ist sie aber noch immer Mieterin der städtischen Wohnung. Und dies, obschon sie 287'000 Franken pro Jahr verdiene. Für die 2,5-Zimmer-Wohnung an der Limmat bezahlt die ältere Schwester von Bundesrat Schneider-Ammann laut Mietvertrag monatlich nur 1557 Franken brutto. Die neue städtische Mietverordnung sieht allerdings vor, dass künftig nur noch 15 Prozent aller Mieter städtischer Liegenschaften mehr als das sechsfache des Mietzinses verdienen dürfen.

Laederach lebt gemäss ihrem PR-Berater nicht mehr an der Schipfe 39. Sie habe die Wohnung untervermietet und dies der Stadt mitgeteilt. Die Immobilienverwaltung der Stadt Zürich widerspricht. Man habe keine Kenntnis von einer Untervermietung, sagt ein Sprecher des Amtes gegenüber «Inside Paradeplatz». Auch deute vor Ort nichts darauf hin, dass jemand anderes als Frau Laederach in der Wohnung lebe. Ob Laederach aufgrund der neuen Mietverordnung ohnehin ausziehen müsse, ist noch unklar.

CVP-Nationalrätin will nicht ausziehen

Andere Schipfe-Mieter haben diesen Schritt bereits vollzogen. So Christine Vögeli, Ehefrau des Promi-Zahnarzts John Schnell. Die Millionärin bezahlte für ihre Wohnung in einem anderen Haus an der Schipfe rund 1600 Franken pro Monat. Vor vier Jahren ist sie ausgezogen. Im selben Gebäudekomplex wohnt auch Kathy Riklin. Die CVP-Nationalrätin will allerdings in ihrer günstigen Wohnung bleiben. (Tages-Anzeiger)

Artikel übernommen von tagesanzeiger.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bella32 am 13.02.2018 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat, dem wird gegeben

    Toll, was unsere "Elite" alles zu ihren Gunsten einnimmt. Man hat ja sonst schon wenig Geld auf der Kante.

    einklappen einklappen
  • swissmade am 13.02.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    EINE RIESEN SAUEREI

    und in all diesen 15 Jahren kein Preisaufschlag, angeblich hat Fr. Laederach die Wohung untervermietet,obwohl das bei der Stadt verboten ist - eine riesen Sauerei. Zu dem war sie nicht mal ein Jahr bei der Stadt angestellt, dann musste sie wieder gehen- dabei hat man wohl vergessen ihr die Wohnung zu künden.

  • Forex11 am 13.02.2018 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riklin..

    Wer wählt die eigentlich noch?!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ritter Roland am 14.02.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Immer das Gleiche

    Die Arroganz und der Egoismus ist allgegenwärtig. Da schaut jeder nur für sich und ist von diesem Schritt auch noch überzeugt. In der Schweiz muss sich noch vieles verändern, Staatssender, Staatsbetriebe, Politiker und Wirtschaftelite.

  • Theres am 14.02.2018 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Untervermietet

    Wenn die Schwester von Herrn Schneider Ammann die Wohnung tatsächlich untervermietet hat, wäre es intressant zu welchem Preis sie vermietet.

  • Mecker Ziege am 14.02.2018 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Sechstel für das Wohnen für alle!

    Man könnte die Verordnung ändern. Niemand soll mehr als ein Sechste seines Einkommens für die Miete ausgeben müssen!

  • Garp am 14.02.2018 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Wo andere am Morgen in den Spiegel gucken, schauen gewisse Leute eben lieber ins Portemonnaie. Solche Fälle gab es früher schon in Zürich. So werden die Reichen immer reicher ... Und anstatt sich zu schämen, wenn sie sehen, wie andere zu hunderten vor einer günstigen Wohnung in Zürich Schlange stehen, schauen sie lieber weg.

  • Betroffener am 14.02.2018 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Die Frau muss nicht reich sein

    Weiss man denn, ob Frau Laederach wirklich "hat?" Kann schon passieren, dass ein nahes Familienmitglied Millionär ist, man selbst jedoch nur von der AHV lebt! Verpflichtet ist niemand einen zu unterstützen, ausser man täte das freiwillig. Nur, wer tut das schon?