Schöftland AG

19. Dezember 2017 15:46; Akt: 19.12.2017 15:53 Print

Altersheim bezahlte Erpresser mit Bitcoin

In Schöftland AG hat ein Cyberangriff das Verwaltungssystem eines Pflegezentrums lahmgelegt. Zu dem Fall wurden weitere Details bekannt.

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Hackerangriff blockierte Patientenakten: Das Regionale Alterszentrum Schöftland. (Bild: Aargauer Zeitung/Mario Fuchs)

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Ein Altersheim im Kanton Aargau wurde im November Opfer eines Cyberangriffs. Nachdem Hacker im Computersystem Schadsoftware installiert hatten, waren die elektronischen Akten der 108 Bewohner des Regionalen Alterszentrums Schöftland nicht mehr zugänglich. Da die Daten jedoch auch auf Karteikarten aus Papier abgelegt worden waren, konnte der Betrieb aufrechterhalten werden, berichtete die «Aargauer Zeitung».

Über die Höhe des geforderten Lösegelds wurde zunächst nicht gesagt. Nun wurde bekannt, dass der unbekannte Erpresser für die Entschlüsselung der blockierten Daten einen Bitcoin gefordert hat, was zum damaligen Zeitpunkt einem Wert von ungefähr 7700 Franken entsprach. Dies bestätigte Verwaltungsratspräsident Hans Rudolf Würgler gegenüber der «Aargauer Zeitung». Inzwischen ist ein Bitcoin über 17'000 Franken wert.

Polizei rät, nicht auf Forderungen einzugehen

Die Heimleitung war der Forderung nachgekommen, ohne die Polizei zu informieren. Daraufhin seien die verschlüsselten Daten wieder freigegeben worden.Erst nach der Zahlung haben die Verantwortlichen die Polizei eingeschaltet. Ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau wollte gegenüber der «Aargauer Zeitung» keine Details zum laufenden Verfahren preisgeben. Betroffenen von Cyberangriffen rät er, nicht auf Lösegeldforderungen einzugehen.

(chi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DZY am 19.12.2017 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Altersheim schützt Ihre Insassen?

    Tolles Verhalten liebes Pflegeheim! Gratulation! So habt Ihr die Erpresser motiviert mit dieser Methode weiterzufahren, da sie ja erfolgreich war. Hoffe, Ihr bekommt von allen weiteren Institutionen in der selben Lage ein Dankeschön als Vorreiter und Wegbereiter dieser neuen Einnahmequelle! Schlussendlich wird diese ausserordentliche Ausgabe wohl kaum von Euch getragen, sondern auf die Insassen abgewälzt ........ traurig traurig

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  • Spaniel am 19.12.2017 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Warum haben die Verantwortlichen nicht unverzüglich die Polizei eingeschaltet - vor der Zahlung. Ist mir direkt etwas Rätselhaft ...

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  • Jose Gomez am 19.12.2017 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Systembedingt

    Wir in der Schweiz sind leider erpressbar. Wir haben leider jeglichen Stolz verloren und haben Angst vor den Konsequenzen. Dieses Pflegeheim hatte keinen Notfallplan. Heute muss man gegen solchen Angriffe gewappnet sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cogito ergo sum am 19.12.2017 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das totale Versagen

    Leider gibt es heute immer noch Betriebe, die aus Spargründen oder Unwissenheit auf Backups, Virusschutz, Malwareabwehr und fähige IT-Leute verzichten. Und wenn was passiert, setzt der berühmte Aha-Effekt ein. Sorry, aber selber schuld!

  • Schreiberling am 19.12.2017 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Krass wie viele KMU Ihre Cyber Security derart vernachlässigen oder gar keinen Plan haben...

  • Kasper am 19.12.2017 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Entschlüsseln

    Kann nicht mit einer Backupdatei und der entsprechenden verschlüsselten Datei der Verschlüsselungscode konstruiert und in weiterer Folge alle Daten rekonstruiert werden? Kenne eine Firma bei der unter Verwendung eines Tools namens K dies so funktioniert hat.

  • Leser am 19.12.2017 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Hoch lebe Bitcoin

    Bitcoin ist vor allem für Gaunereien interessant.

  • Anton Müller am 19.12.2017 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zur Rechenschaft ziehen

    Man kann es nicht anders sagen: Die damit beauftragte Firma gehört mit Schadenersatzforderungen belegt und der IT Leiter fristlos entlassen. Server und virtuelle Server sowie die Daten im Storage sind zu sichern und mindestens in 2 facher Ausführung verfügbar zu halten. Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität sind die Grundlage einer jeden Informatik. Besteht die Möglichkeit, dass Patientendaten gestohlen wurden, handelt es sich um besonders schützenswerte Daten. Bei Missbrauch oder Fahrlässigkeit seitens des IT Leiters ist eine Haftstrafe fällig. In seiner Haut möchte ich nicht stecken. Die CEO's von halbstaatlichen Betrieben tragen keine Verantwortung, deshalb ist die Diskussion um Lohnkürzungen auf max. Fr. 450000.- gerechtfertigt.