Stadt Zürich

31. August 2017 11:13; Akt: 31.08.2017 17:01 Print

Hanf-Razzia auf dem besetzten Koch-Areal

Die Polizei hat auf dem Koch-Areal eine Kontrolle durchgeführt. Der Verdacht: illegale Gras-Plantagen. Diese entpuppten sich jedoch als legaler CBD-Hanf oder als Hopfen.

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Mit einem grösseren Aufgebot -– und einem Hausdurchsuchungsbefehl – ist die Stadtpolizei Zürich am Donnerstagvormittag vor dem besetzten Koch-Areal in Zürich-Albisrieden aufgekreuzt. Grund: Bei der Polizei waren mehrere Anzeigen aus der Bevölkerung eingegangen wegen Verdachts auf illegalen Hanfanbau. Denn von der Strasse sieht man eine Vielzahl von grünen Gewächsen. Die Staatsanwaltschaft wurde deshalb aktiv.

Die Besetzer reagierten laut Stapo-Medienchef Marco Cortesi zunächst mit Pfiffen auf den ungebetenen Besuch, «zudem wurde ein Sirenenton ausgelöst, offenbar der sogenannte Koch-Areal-Alarm.» In der Folge hätten sie sich dann aber kooperativ gezeigt.

Hopfen angebaut

Während uniformierte Polizisten in der Umgebung Präsenz markierten, betraten der zuständige Staatsanwalt, Polizisten in zivil und Mitarbeiter des Forensischen Instituts das Areal und kontrollierten danach drei Stockwerke im grossen blauen Gebäude. Dabei stiessen sie unter anderem auf Hopfen und eben die Hanfplantage. Die vor Ort durchgeführten Tests ergaben jedoch, dass es sich bei den Pflanzen um legalen CBD-Hanf handelt.

Nach rund 30 Minuten war der Polizeieinsatz beendet. Personen wurde keine kontrolliert. «Sowohl beim Betreten als auch beim Verlassen des Areals waren nur wenige Leute anwesend», so Cortesi.

«Jetzt liegt der Beweis schwarz auf weiss vor»

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Koch-Areal wegen angeblichem illegalem Hanf-Anbau in die Schlagzeilen gerät. Vor knapp einem Jahr veröffentlichte der SonntagsBlick ein Foto, das eine grosse Anzahl von Hanfplanzen zeigte. «Jetzt liegt der Beweis schwarz auf weiss vor», schrieb die SVP danach in einer Medienmitteilung.

Als der zuständige Staatsanwalt Daniel Kloiber kurz darauf aufgrund einer Anzeige ein Verfahren eröffnete und vorbeischaute, waren die Hanfpflanzen allerdings weg. «Anhand der Fotos sind wir damals von knapp 30 Hanfplanzen ausgegangen, was eher auf Eigengebrauch hingedeutet hat», sagt er.

Laut Kloiber wurde beim heutigen Polizeieinsatz nur das blaue Gebäude kontrolliert, der Rest des Areals nicht. «Dazu gab es keinen Grund, weil wir keine entsprechenden Hinweise hatten», so der Staatsanwalt. «Würde auf dem Koch-Areal tatsächlich eine professionelle Hanfplantage betrieben, hätten wir das gesehen - dazu bräuchte es sichtbare technische Einrichtungen wie Strom, Wasser und Lüftungsanlagen.»

(rom)