«Wir haben Angst»

18. November 2012 17:10; Akt: 19.11.2012 11:29 Print

Hardstrasse 96 brennt zum siebten Mal

von A. Guenter / R. Hodel - An der Zürcher Hardstrasse 96 brannte es am Sonntagnachmittag erneut - nur 24 Stunden nach dem letzten Feuer. Wer hat etwas gegen unser Haus, fragen sich verängstigte Anwohner.

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«Die Anwohner haben bereits Übung, wie sie sich bei einem Brand verhalten müssen», heisst es etwas lakonisch bei der Polizei. Und das stimmt auch. Erst gestern war die Feuerwehr an die Hardstrasse 96 in Zürich ausgerückt, weil ein Türrahmen brannte. Jetzt, keine 24 Stunden später, steht der Keller des weissen Hauses in Flammen. Nicht zum ersten Mal. Bereits am 30. Oktober wütete im Kellergeschoss ein Vollbrand.
Es brannte auch im Februar, am 2. August, am 17. und 20. Oktober.

Dann wurde ein 53-Jähriger wegen Verdachts auf Brandstiftung verhaftet. Der Mann sitzt auch jetzt noch in U-Haft. Ahmt hier jemand seine Taten nach? Hatte der mutmassliche Brandstifter gar einen Komplizen, der jetzt gleich zweimal hintereinander zuschlug?

«Massnahmen ergriffen»

Die Polizei schloss dies am Samstag nicht aus – am Sonntag rückte sie mit zehn Streifenwagen an. Gelang es, den Feuerteufel der Hardstrasse 69 zu fassen? Polizeisprecher René Ruf bestätigt zwar, dass mittlerweile von Brandstiftung auszugehen sei, und zwar in allen sieben Fällen. Verhaftet habe man zu diesem Zeitpunkt aber noch niemanden. «Aber wir gehen gewissen Hinweisen nach und haben gewisse Massnahmen ergiffen, über die ich aus naheliegenden Gründen nichts sagen kann», so Ruf.

Noch am Samstag sagte der Polizeisprecher gegenüber 20 Minuten Online, dass sich nebst den Brandermittlern mittlerweile auch Detektive der Stadtpolizei mit der Hardstrasse 96 befassten.

Ben von Feuerwehr gerettet

Die Anwohner des Hauses, die nach der Verhaftung des 53-Jährigen Ende Oktober schon aufgeatmet hatten, sind durch die zwei neusten Brände wieder in Angst. «Ich kann kaum schlafen», sagt die 14-jährige Rafaela. «Auch die Noten meiner kleiner Schwester haben sich seit den Bränden merklich verschlechtert. Wir würden am liebsten ausziehen, aber wir finden in der Stadt keine neue Wohnung.»

Auch Familienhund Ben ist heute der Schock in die Glieder gefahren: Er war allein zu Hause, als der Keller zu brennen anfing. «Gott sei Dank hat die Feuerwehr ihn vor dem Rauch gerettet», so eine erleichterte Rafaela.

Die Hardstrasse musste wegen des Brandes während rund Stunden zwischen der Bullingerstrasse und der Hardbrücke in beiden Richtungen gesperrt werden.

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(Video: Leser-Reporter)

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