«Mädchen-WGs»

03. Januar 2018 11:56; Akt: 03.01.2018 11:56 Print

Polizei entlarvt Heiko S. als Zuhälter

In einem Polizeirapport berichten betroffene Frauen, Heiko S. habe sie in die Schweiz gebracht und erhalte Geld von ihnen. S. wehrt sich.

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Der deutsche Heiko S.* bedient sich einer besonders dreisten Masche: Als Untermieter funktioniert er die Wohnungen verreister Mieter kurzerhand zum Bordell um. Wie ein Polizeirapport vom November 2017 nun zeigt, wirbt S. Frauen im Ausland an, bringt sie in die Schweiz und kassiert Geld von ihnen.

Laut dem Dokument, das dem «Blick» vorliegt, liess die Polizei Ende Oktober eine Wohnung auffliegen. Unter anderem wegen Betreibens eines Bordellbetriebs ohne polizeiliche Bewilligung und sexgewerblicher Nutzung von Wohnraum in einem Mehrfamilienhaus.

Frauen müssen S. 50 Prozent abgeben

Ein Undercover-Polizist wurde S. zum Verhängnis: Der Beamte hatte mit einer der Frauen Kontakt aufgenommen und ein Treffen vereinbart, nachdem sie ihm für 300 Franken sexuelle Handlungen angeboten hatte. Als der Polizist eintraf, wurde er von einer leicht bekleideten Frau hereingebeten. In der Wohnung befand sich eine zweite Frau.

Im Rapport kommen die beiden Frauen zu Wort: «Heiko macht alles. Er verschaffte mir diese Wohnung und schaltete das Inserat», sagt die Deutsche, die angibt, in ihrem Heimatland arbeitslos zu sein. Heiko habe sie am Bahnhof abgeholt und in die Wohnung gebracht. Die zweite Frau, eine Rumänin, sagt, sie habe S. im Internet kennengelernt.

Beide Frauen geben an, dass sie S. Geld abliefern müssen, einmal 50 Prozent, einmal 20 Prozent plus Miete. Zu «Blick» sagt S., dass er Wohnungsprostitution als Zukunftsmodell sehe und selbstverständlich nur beratend zur Seite stehe: «Ich bin nur für die Werbung zuständig.» Auch im Interview mit 20 Minuten bestreitet der Deutsche die Vorwürfe.

* Name bekannt

(tam)