Zürcher Kreis 4

20. Dezember 2017 19:23; Akt: 20.12.2017 19:23 Print

Heilsarmee stellt Ultimatum an Besetzer

Das Heilsarmee-Haus an der Ankerstrasse im Stadtzürcher Kreis 4 ist seit einem Monat besetzt. Das wurde zuerst toleriert – am 22. Dezember sollen die Besetzer aber raus.

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Der Umbau des Heilsarmee-Gebäudes an der Ankerstrasse im Kreis 4 steht kurz bevor. Anfang 2018 soll der Abbruch beginnen – Ende 2019 sollen der neue Gemeindesaal und das Wohnheim mit 36 Plätzen bezugsbereit sein. Diese Pläne könnten sich nun aber verzögern. Grund: Das Heilsarmee-Haus ist seit dem 23. November besetzt. «Der Aufenthalt der Besetzer wird vorderhand auf Zusehen hin, ohne Anerkennung einer Rechtmässigkeit, geduldet», teilte die Heilsarmee kurz nach der Besetzung mit.

Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, hat sich die Situation nun aber geändert. Die Heilsarmee stellt den Besetzern ein Ultimatum, das Haus bis zum 22. Dezember zu verlassen. Was passiert, wenn dies nicht passiert, will ein Sprecher nicht sagen. «Eine Strafanzeige kommt nur im äussersten Fall infrage, wenn wir nicht mit unserem Bauvorhaben wie geplant starten können.» Diese Anzeige wäre notwendig, damit die Stadtpolizei das Haus räumen könnte.

Gemischte Meinungen in der Nachbarschaft

Bei den Besetzern denkt man nicht daran, das Haus am Freitag zu verlassen. Im Gegenteil – es wird zum Widerstand aufgerufen. «Wir haben keine Angst und werden keinen Leerstand dulden», heisst es in einem Brief an die benachbarten Anwohner. Ausserdem wird am 22. Dezember dazu eingeladen, von früh bis spät an die Ankerstrasse zu kommen – für «Crepes and Show».

Ein Anwohner äussert sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» genervt von den Besetzern, von deren Schmierereien am Haus, den ständigen Flyer im Briefkasten und den Veranstaltungen, die im besetzten Heilsarmee-Haus stattfinden. Es gibt aber auch andere Stimmen. Die Verkäuferin eines benachbarten Geschäfts findet die Besetzung cool, wie sie gegenüber 20 Minuten sagt: «Ich kann deren Anliegen verstehen.» Beim Plaza Club auf der anderen Strassenseite hat man von den Besetzern noch gar nichts bemerkt, wie Geschäftsführer Tony Bolli sagt – «also stören sie auch nicht».

Polizeieinsatz am vergangenen Samstag

Eine weitere Nachbarin sagt: «Wir haben die Hausbesetzer erst einmal am Samstagabend gehört, aber da hat es uns nicht genervt.» Die Veranstaltung vom Samstag hat aber die Stadtpolizei Zürich auf den Plan gerufen. «Wir bekamen einzelne Lärmklagen und sind daher an die Ankerstrasse 31 ausgerückt», sagt Sprecher Michael Walker.

Die Besetzer hätten kooperiert und die Fenster geschlossen sowie die Musik leiser gemacht. «Trotzdem wird der Veranstalter beim Stadtrichteramt zur Anzeige gebracht», so Walker. Eine Räumung käme für die Stadtpolizei erst in Frage, wenn die Räumungsvoraussetzungen gemäss dem Merkblatt für Hausbesetzungen in der Stadt Zürich erfüllt sind.

(wed/tür)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klara am 20.12.2017 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fremdes Gut

    Es ist nicht ihr Eigentum, somit müssen sie ausziehen alles andere ist dreist und frech, sollen sich selber eine Unterkunft zusammensparen mit arbeiten und renovieren, nicht immer sich nur bedienen an anderen Gütern.

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  • Ch.U.R. am 20.12.2017 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Da staune ich einfach jedes mal

    Besetzung wird einfach toleriert. Aber wenn ein Handwerker sein Auto hinstellt, gibt es kein Pardon. Wäre ich Liegenschaftsbesitzer, ich würde noch am selben Tag die Hells Angel engagieren, dann stehen die Besetzer in der nächsten Nacht in der Unterhose und mit dem Wasserschlauch abgespritzt auf der Strasse.

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  • Helveticus am 20.12.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Platz

    Was soll das heissen "Leerstand wird nicht geduldet"? Ein Eigentümer kann mit seiner Liegenschaft tun und lassen wie ihm beliebt. Die Besetzer nehmen sich Freiheiten, für die es in unserer Gesellschaft keinen Platz hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike. am 21.12.2017 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Grauenhaft!

    "die Räumungsvoraussetzungen gemäss dem Merkblatt für Hausbesetzungen in der Stadt Zürich" - was ist das eigentlich für eine Haltung? Ist das das Pamphlet, welches die Stadt Zürich zu einem linken rechtsfreien Raum macht? Wie rechtsverbindlich ist das denn...?

  • Henry am 21.12.2017 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld mehr.

    So so, Besetzung wird einfach toleriert. Von mir kriegen die keinen Rappen mehr. Die könne das Geld in Zukunft von den Hausbesetzer nehmen.

  • Pierre am 21.12.2017 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Straffrei dank Beziehung?

    Wolf schaut schon, dass seinen Söhnen nichts passiert.

  • murrli am 21.12.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    problemlos

    Das ist in Zürich ja kein Problem. Hausbesetzer sind vom zuständigen Stadtrat herzlich willkommen und haben nichts zu befürchten.

  • Martin am 21.12.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz Schweiz

    Die Schweizer Politik sollte mal mit ihrem Kuschelkurs aufhören und mal hart durchgreifen, kein Wunder macht jeder hier was er will. Nur die Autofahrer die 4 Km/h zu schnell fahren sind dann die schwer Verbrecher.