Wegen Tierquälerei verurteilt

05. Juni 2018 12:10; Akt: 05.06.2018 12:10 Print

Mann schützte seinen Hund mit Pfefferspray

Ein 66-Jähriger wollte seinen 12-jährigen Terrier beschützen und wimmelte zwei fremde Hunde mit einem Pfefferspray ab. Er wurde wegen fahrlässiger Tierquälerei verurteilt.

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Das Obergericht bestätigte den Schuldspruch des Bezirksgerichts Dietikon. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Ein Rentner aus Urdorf wurde in zweiter Instanz wegen fahrlässiger Tierquälerei verurteilt. Der 66-Jährige war im Februar 2016 an seinem Wohnort mit seinem 12-jährigen American Staffordshire Terrier unterwegs. Da der Hund nicht mehr so gut hörte, war er an der Leine.

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Plötzlich tauchten zwei Flat Coated Retrievers auf. Laut dem erfahrenen Hundebesitzer seien sie sehr schnell auf ihn und seinen Hund zugerannt. Rufe des Halters hätten sie dabei ignoriert. Dem Rentner wurde unwohl und er zückte seinen Pfefferspray, den er bei sich hatte: «Mein Hund wurde schon sechsmal verbissen», sagte der Mann vor Gericht, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt.

«Es gab keine Notwehrsituation»

Er sprühte aus einer Distanz von zwei Metern in die Richtung der beiden herannahenden Retrievers, um seinen Terrier zu beschützen. Es habe sich für ihn um eine sehr gefährliche Situation gehandelt, so der Rentner vor Gericht. Zwar könne er sich nicht an ein Knurren oder Zähnefletschen erinnern, das Verhalten der beiden Retrievers habe er aber als Angriff interpretiert. Ihm seien auch Angriffe ohne jegliche Vorwarnung bekannt.

Die Richter am Obergericht waren anderer Meinung: Es habe weder eine Notwehr- noch eine Notstandssituation bestanden. Der Rentner habe die Situation falsch eingeschätzt. Sie bestätigten deshalb das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon und verurteilten den 66-Jährigen wegen fahrlässiger Tierquälerei zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen à 50 Franken.


(mon)