Biologin beunruhigt

14. Dezember 2017 18:05; Akt: 14.12.2017 18:05 Print

Igel zieht sich aus der Stadt zurück

Der Igel ist in der Stadt Zürich immer seltener anzutreffen – laut der Biologin Sandra Gloor eine besorgniserregende Entwicklung.

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Wenn sogar der robuste Igel verschwinde, sei das ein schlechtes Zeichen für die Biodiversität eines Lebensraumes, sagt die Biologin Sandra Gloor. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Da der Igel ein sehr robustes Tier ist, kann er sich auch in städtischer Umgebung behaupten. Notwendig dafür sind Büsche, Hecken und Reisighaufen. Doch eine neue, gross angelegte Studie zeigt nun, dass sich der Igel aus einem Drittel der Zürcher Stadtgebiete zurückgezogen hat, in denen er 1990 noch gesichtet worden war, wie die NZZ berichtet.

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Untersucht worden seien die Bestände mit zehn sogenannten Spurentunnels pro Quadratkilometer Stadtfläche. Das sind Röhren, in denen ein Köder angebracht wird. Wenn ein Igel diesen frisst, hinterlässt er Spuren auf einem Blatt Papier an den Eingängen des Tunnels. Mit dieser Methode könne mit 95-prozentiger Sicherheit bestimmt werden, ob im untersuchten Stadtgebiet Igel lebten.

Zusammenspiel verschiedener Faktoren

Den Rückgang der Igelpopulation kann sich die Wildtierbiologin Sandra Gloor nicht erklären. Ob die dichter werdende Stadt, ein erhöhter Einsatz von Pestiziden oder fehlende Nahrung der Grund dafür sei, werde nun untersucht. Gloor vermutet, dass der Auslöser für den Rückzug der Igel ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren ist.

Problematisch an dieser Situation ist laut Gloor nicht, dass der Igel Wichtiges für den Menschen leisten würde. Doch sei er repräsentativ für die Biodiversität der Stadt. Wenn sich sogar der Igel zurückziehe, sei das ein Zeichen, dass mit dem Lebensraum etwas nicht mehr stimme, sagt die Biologin zur NZZ.

Auch wenn der Grund für den Rückzug noch nicht geklärt ist, kann laut Gloor jedermann einen Beitrag dazu leisten, dass sich Igel in der Stadt wohlfühlen: Sträucher und Dickicht sollen nicht sofort entfernt werden, Laub soll im Herbst länger liegen gelassen werden und anstelle eines sterilen Gartens fördere eine Wildblumenwiese die Biodiversität.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom Tes am 14.12.2017 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Selbst dem Igel wird die Stadt Zürich zu teuer. :-(

  • Ulla am 14.12.2017 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Durchgestylt

    In sterilen Designergärten gibt es keinen Platz für Igel, ganz zu schweigen von den eher gewöhnungsbedürftig riechenden Hinterlassenschaften, die schon etwas Toleranz erfordern. Aber die Tiere wären es wert! es gibt nichts schöneres als ihnen auf ihren Touren durch den Garten zuzuschauen.

  • René am 14.12.2017 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur raus aus der Stadt

    Der Igel hat recht . Auch ich würde nicht in der Stadt leben wollen .

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ratte am 15.12.2017 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Die Stacheln helfen nicht.

    Er zieht sich nicht zurück. Er wird getötet durch überfahren. Trams Lastwagen Trolleybusse Autos machen Jagd auf ihn. Die Stacheln helfen nicht. Jetzt wird man aus Parkplätzen Überwinterungsstellen für Igel machen müssen. DAS RENTIERT NICHT!!!

  • Pilatus Pia am 15.12.2017 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bergdorf

    Ich treffe auch in Schwarzenberg LU oberhalb Kriens und Malters keine Igel! Leben diese Tiere nicht bis 800 m.ü.M.???

  • Rentier am 15.12.2017 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Rentieren halt nicht

    Und dann kommt wieder dieser F.Leutenegger im TV und erklärt uns das, mit dem wirtschaftlichkeit in jedem 2. Satz!

  • Züri Tirggel am 15.12.2017 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Zürcher sterben auch aus

    Nicht nur die Igel, auch die Zürcher müssen weichen, Igel wegen Pflanzengiften und daher fehlender Nahrung (Insekten) Zürcher wegen den unbezahlbaren Mieten

  • Cogito ergo sum am 15.12.2017 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach- und Umdenken

    In der Stadt Zürich haben wir ja bekanntlich eine sehr rot/grüne Regierung, die leider ihre eigenen Ideologien komplett verdrängt hat. Man kümmert sich mehr um 'Schutzsuchende', Velofahrer und Tempo 30, als um die Umwelt. Das 2000 Watt-Geplapper ist lediglich Makulatur, ansonsten interessiert sich vor lauter Überheblichkeit niemand mehr für Natur. Aber man wählt sie immer wieder ...